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Thannhausen

17.01.2020

Carsten Pothmanns Vision für Thannhausen

Auch der Blick in die Thannhauser Stadtgeschichte ist wichtig: Carsten Pothmann, Bürgermeisterkandidat der Grünen.
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Auch der Blick in die Thannhauser Stadtgeschichte ist wichtig: Carsten Pothmann, Bürgermeisterkandidat der Grünen.
Foto: Peter Bauer

Er ist in Zürich geboren, seine familiären Wurzeln liegen im Ruhrgebiet. Warum der 56-Jährige Bürgermeister werden möchte und welche Möglichkeiten er für Thannhausen sieht.

Einen „Thannhauser Lieblingsplatz“? Carsten Pothmann hat ihn schon gefunden. Er stehe gerne vor der Kirche, antwortet er spontan. Es sei einfach ein sehr schöner Ort und dort gebe es viele Möglichkeiten, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Menschen kennenlernen: Es ist naheliegend, dass das für den 56-Jährigen ganz wichtig ist. Er ist Bürgermeisterkandidat der Grünen in Thannhausen, aber er kommt, wie man das oft formuliert, „von außen“. Pothmann ist in Zürich geboren und im Ruhrgebiet aufgewachsen. Seit 1991 ist er für die Telekom tätig, er hat die Republik auch durch seinen beruflichen Hintergrund gründlich kennengelernt, doch „die Liebe“ brachte ihn, wie er immer wieder betont, 1991 in den Landkreis Günzburg. Aktuell hat er Wohnsitze in Bonn und Reisensburg. Sein Schwager ist der in der Region bekannte Günzburger Grünen-Politiker Dr. Bernhard Lohr. So kam schließlich auch der Kontakt zu den Thannhauser Grünen zustande, die einen Bürgermeisterkandidaten suchten.

Pothman sagt, dass er ein kommunalpolitischer „Seiteneinsteiger“ sei. Aber mit Blick auf seine Tätigkeiten bei der Telekom in verschiedenen Führungsaufgaben (unter anderem bei der Betreuung von Callcentern) könne er seine beruflichen Erfahrungen vielfältig in die Kommunalpolitik einbringen. Menschen kommen immer wieder an einen Punkt, an dem sie ihrem Leben eine Wendung geben möchten, etwas völlig Neues wagen möchten. Auch Pothmann befindet sich an einem solchen Punkt. Mit seinem Arbeitgeber hat er vereinbart, dass er vier Monate in Teilzeit arbeiten kann. Das lässt Raum für Thannhausen, für die Kommunalpolitik, die Pothmann „sehr spannend“ findet.

Er erzählt von seinem Vater, der in jungen Jahren als kaufmännischer Angestellter aus dem Ruhrgebiet in die Schweiz ging. In den frühen 60er Jahren ein noch sehr ungewöhnlicher Lebensweg. Pothmann ist in Zürich geboren, dann ging es bald wieder zurück ins Ruhrgebiet. Doch das „Neue wagen“: Das blieb in der Familie eine Art Konstante. Sein Vater orientierte sich Richtung Afrika, Arbeit als kaufmännischer Berater für Entwicklungsprojekte. Während seines Wirtschaftsstudiums war Carsten Pothmann im Rahmen eines Praktikums für sechs Monate in Ruanda. „Wir haben Saatgut an die Bauern verteilt“, erzählt er. Die bittere Armut der Menschen hat er noch heute vor Augen.

Auch mit Blick darauf sei es schlichtweg ein glücklicher Umstand, in einer Stadt wie Thannhausen leben zu können. Umso wichtiger sei es, das erreichte hohe Niveau zu pflegen und ständig weiterzuentwickeln. Pothmann möchte die Jugend für die Kommunalpolitik gewinnen. Bald möchte er auf einer Veranstaltung gezielt das Gespräch mit Erstwählern suchen. Immer wieder spricht er den Themenkomplex „Gesundheit“ an. Wichtig sei es, die Fachärztestruktur (Pothmann denkt unter anderem an einen Kinderarzt) weiterzuentwickeln. Ein Ärztehaus ähnlich wie in Krumbach kann er sich gut vorstellen. Erweitert werden sollte das Kurzzeitpflegeangebot. Pothman denkt da auch an einen runden Tisch mit verschiedenen Anbietern.

Die Erfahrungen anderer Kommunen nutzen

Ein zentrales Thema sei die Innenstadtentwicklung. Pothmann möchte hier auch die Erfahrungen anderer Kommunen nutzen. Verstärken möchte er die Bemühungen um die Ansiedlungen von Firmen aus dem digitalen Bereich. Hier gebe es in Thannhausen noch Nachholbedarf. Die Breitbandversorgung laufend verbessern, die digitale Ausstattung der Schulen weiterentwickeln: Auch das sind für ihn wichtige Anliegen. Pothmann begrüßt den Bau der Südwestumgehung. Diese ermögliche unter anderem die Weiterentwicklung der Bahnhofstraße. In einem integrierten Verkehrskonzept soll auch der Öffentliche Personennahverkehr (unter anderem Busverbindungen Richtung Krumbach, Mindelheim und Günzburg) erweitert werden.

Wichtig sei, sowohl Neubauten als auch Altbauten klimafreundlich zu gestalten. Eine Kommune könne hier beratend helfen. Bei der Kinderbetreuung sei Thannhausen gut aufgestellt, dies gelte es, kontinuierlich weiterzuentwickeln. Immer wieder betont Pothmann die Bedeutung der Vereine, mit denen er intensiv das Gespräch suchen möchte.

Gespräche führen, die Menschen kennenlernen: Carsten Pothmann wird in den kommenden Wochen viel unterwegs sein in Thannhausen.

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