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Landkreis Günzburg

25.01.2021

Corona: Fünf Grafiken zeigen, wie sich die Pandemie im Landkreis Günzburg ausbreitete

Ältere Menschen sind im Landkreis Günzburg am häufigsten von schweren Corona-Krankheitsverläufen betroffen. Doch es gibt auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
Foto: Marijan Murat/dpa (Symbolbild)

Plus Auch im Landkreis Günzburg trifft das Coronavirus die Ältesten am härtesten, verbreitet sich aber über die Jüngeren. Was die Gründe dafür sind. Eine Datenanalyse.

Ein Jahr ist es her, dass die erste Infektion mit dem Coronavirus in Deutschland auftrat. Seither hat sich das Virus auch im Landkreis Günzburg massiv ausgebreitet. Auch in der Region zeigt sich: Das Coronavirus ist für ältere Menschen öfter tödlich, Jüngere infizieren sich aber häufiger damit und verbreiten es so. Das zeigen die Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI). Was sind die Gründe dafür?

Dass auch im Kreis Günzburg alte Menschen besonders unter einer Infektion leiden, ist keine Überraschung. Fast drei Viertel aller im Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen waren über 80 Jahre alt. Gleichzeitig wurden zwei Drittel der Infektionen in der Altersgruppe der 15- bis 59-Jährigen gemeldet. Dahinter stecken verschiedene Gründe.

Landkreis Günzburg: Viele Ausbrüche des Coronavirus in Seniorenheimen

Gerechnet auf 100.000 Einwohner ist der Unterschied schon nicht mehr ganz so groß. Hier weist sogar die Gruppe der über 80-Jährigen den höchsten Wert aus. Die vergleichsweise hohe Zahl der Todesfälle im Landkreis Günzburg hängt mit den Ausbrüchen in mehreren Senioren- und Pflegeheimen zusammen. Im November und Dezember blieb kaum eine Einrichtung im Landkreis von dem Virus verschont, was Spitzenwerte von 80 bis mehr als 100 Neuinfektionen pro Tag nach sich zog. Dadurch, dass nach den ersten Infektionsfällen Massentests in den Heimen durchgeführt wurden, wurden noch mehr Fälle registriert. Die Hoffnung ist, dass solche Ausbrüche durch die bereits laufenden Impfungen in den Einrichtungen in Zukunft verhindert werden können.

Eine weitere Auffälligkeit: Eine Mehrheit der Infizierten und auch der Verstorbenen im Landkreis Günzburg ist weiblich. Das überrascht, da Studien Männer prinzipiell als gefährdeter einstufen, weil sie häufiger an Vorerkrankungen leiden. Doch auch diese Besonderheit lässt sich durch die Ausbrüche in den Seniorenheimen erklären. Denn dort sind sowohl das Personal als auch die Bewohner überwiegend Frauen.

Höhepunkt der Corona-Welle im Landkreis Günzburg war im November und Dezember

Der allgemeine Verlauf der Pandemie im Landkreis ähnelt dem bundesweiten Durchschnitt. Einer im Rückblick eher glimpflich verlaufenen ersten Welle im März und April folgte ein ruhiger Sommer mit kaum Neuinfektionen über drei Monate hinweg. Zum Ende der Sommerferien nahm die Pandemie dann wieder an Fahrt auf, teils wohl verursacht durch Reiserückkehrer. Ein starker Anstieg folgte dann Mitte Oktober, in der Folge blieben die Zahlen konstant hoch. Erst seit Mitte Januar scheint sich die Lage nun einigermaßen zu beruhigen.

Das bestätigt auch ein Blick auf die Situation in den Kreiskliniken. Erstmals seit langer Zeit wird am Krumbacher Krankenhaus kein Covid-Patient mehr auf der Intensivstation behandelt (Isolierstation: 7). In Günzburg werden aktuell vier Patienten intensivmedizinisch betreut, alle müssen beatmet werden (Isolierstation: 4).

323 Menschen mussten im Kreis Günzburg wegen einer Covid-Erkrankung in die Klinik

Insgesamt wurden in den Kreiskliniken im Jahr 2020 323 Menschen wegen einer Covid-Erkrankung behandelt, 172 in Günzburg und 151 in Krumbach. Ein Fünftel von ihnen lag dabei zeitweise auf der Intensivstation. Und betroffen waren hier nicht nur die Alten. 31 Intensivpatienten waren nach Angaben der Kreiskliniken unter 70 Jahre alt.

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