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Corona-Krise: Warum auch die Wahl der Worte so wichtig ist

Corona-Krise: Warum auch die Wahl der Worte so wichtig ist
Kommentar Von Peter Bauer
14.05.2020

Plus Die Proteste gegen die staatlichen Beschränkungen in der Corona-Krise werden lauter. Da können Freundschaften können zerbrechen. Warum gerade jetzt auch eine angemessene Wortwahl so wichtig ist.

Viele von Ihnen kennen das vermutlich. Denn viele von Ihnen sind ja seit Langem Mitglied in einer Whatsapp-Gruppe. Die sind längst so etwas wie ein Zentralforum für die Organisation des Lebens geworden. Arbeitskollegen tauschen Neuigkeiten aus, Wander- und Radelgruppen verabreden sich für einen gemeinsamen Ausflug, Eltern geben sich gegenseitig Tipps, Klassentreffen werden organisiert. Mit solchen Treffen ist das in Zeiten der Corona-Krise bekanntlich etwas schwierig geworden.

Und auch in den Whatsapp-Gruppen ist das alles gerade etwas anders als sonst. Es geht um Themen wie Impfpflicht, Begriffe wie „Ermächtigungsgesetz“ (das war 1933 die Grundlage für die Errichtung der Hitler-Diktatur) tauchen wieder auf, immer wieder auch der Name Bill Gates, der im Hintergrund „die Fäden zieht“. Videos werden verschickt. „Das musst Du Dir anschauen, das ist DIE WAHRHEIT!“ (natürlich mit Großbuchstaben und Ausrufezeichen). Einer schreibt zurück, das Video stamme doch aus einem rechten Portal. Der Kritisierte postet weitere Videos. Andere verlassen die Gruppe, der eine oder andere schreibt noch, dass er all dieses Gefasel von dunklen Mächten oder Ähnlichem nicht mehr hören könne.

So können Freundschaften zerbrechen. Und nicht nur die vielgenutzten Whatsapp-Gruppen sind ein Spiegelbild für eine gesellschaftliche Stimmung, die sich immer mehr aufheizt.

Corona-Krise: Warum auch die Wahl der Worte so wichtig ist

Die Sorgen vieler, etwa der Menschen, die in Kurzarbeit stehen, oder der Wirte, die um ihre Existenz bangen, sind berechtigt und nachvollziehbar. Aber „die Medien“ pauschal als „gleichgeschalteten Einheitsbrei“ zu bezeichnen (wie zuletzt auch bei der Demo in Krumbach) und demokratisch gewählte Politiker mit Diktatoren gleichzusetzen – das wirft, wie es Theo Waigel in unserem Interview zurecht formuliert, „ein gespenstisches Licht auf die Verfasser solcher Parolen“.

Der Weg zurück in die Normalität ist ein schwieriger. Allein schon eine Wortwahl mit Augenmaß wäre für diesen Weg sehr wohltuend.

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