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Landkreis Günzburg

06.03.2021

Corona: Was der Öffnungsplan für den Sport im Kreis Günzburg bedeutet

Wann werden die Bälle wieder rausgeholt? Auch mit dem neuen Öffnungsplan ist diese Frage für die Sportler im Landkreis Günzburg nicht leicht zu beantworten.
Foto: Bernhard Weizenegger

Plus Bei den Vereinen im Landkreis Günzburg überwiegt die Freude, dass es nun endlich einen Plan für die Rückkehr zum Sport gibt – vor allem für den Jugendbereich. Doch Unsicherheiten bleiben.

Monatelang spielte der Amateursport bei der Corona-Politik in Deutschland keine Rolle. Seit dem Lockdown im November sind auch die Sportvereine im Landkreis Günzburg zum Nichtstun verdammt. Wie es für sie weitergehen soll, darüber wurde bei den zahlreichen Besprechungen der Politiker nicht beraten. Nun ging es auf einmal ganz schnell. Im am vergangenen Mittwoch beschlossenen Öffnungsplan sind auch für den Sport erste Lockerungen ab der kommenden Woche vorgesehen. In einem ersten Schritt sollen kontaktlose Sportarten sowie Kinder- und Jugendtraining wieder möglich sein. Doch viele Fragen bleiben offen.

Damit reagiert die Politik auf anhaltende Kritik von Vereinen und Verbänden, die darauf pochten, wie wichtig Bewegung und Sport in der Gruppe für Kinder ist. Noch in der vergangenen Woche hatte Stefan Herold, Vorsitzender der TSG Thannhausen, in einer Online-Sprechstunde mit dem Landtagsabgeordneten Max Deisenhofer erklärt, die Folgen der Pandemie seien bei vielen Kindern bereits deutlich bemerkbar. Der studierte Sportwissenschaftler begleitet Jugendliche auch im Schulalltag und stellte dabei erste Bewegungsdefizite fest. Um den Bewegungsmangel bei Kindern sorgte sich auch Holger Ardelt. Der Jugendleiter des Bayerischen Fußball-Verbandes organisiert den Spielbetrieb im Kreis. Mindestens drei Mannschaften hätten sich nicht mehr zur Frühjahrsrunde gemeldet, sofern diese denn überhaupt stattfinden kann, so der Thannhauser.

Viele Vereine im Landkreis Günzburg wollen nicht sofort mit dem Training beginnen

Max Deisenhofer, sportpolitischer Sprecher der Grünen, begrüßt daher die Beschlüsse der Regierung. „Die getroffenen Regelungen helfen, sie sind jetzt aber auch überfällig. Die Staatsregierung muss jetzt liefern und präzisieren, wie corona-konformer Sport ganz praktisch aussehen kann. Es wäre unzumutbar, die Lösungskonzepte auf die ehrenamtlichen Helferinnen und Trainer abzuwälzen.“ Ähnlich äußert sich auch der Präsident des Bayerischen Fußballverbandes (BFV), Rainer Koch. Er sprach in einer Mitteilung von „leider nur überraschend kleinen Schritten“ zurück zum Sport. „Und für diese Schritte fehlen aktuell klare Regelungen für die Praxis. Die braucht es jetzt ganz dringend“, bemängelt Koch.

Tatsächlich zeigen sich die Vereine im Landkreis Günzburg überrumpelt von den Beschlüssen. Karsten Hahn, Vorsitzender und Jugendleiter Fußball beim VfR Jettingen, begrüßt zwar die aus seiner Sicht „überfälligen“ Lockerungen, betont aber gleichzeitig: „Wir wollen da jetzt keinen Schnellschuss machen. Das muss vorbereitet werden, wir müssen mit den Eltern sprechen, das Wetter muss auch mitspielen. Am 8. März werden wir definitiv nicht starten.“ Der Jettinger hofft, dass die Zahlen im Kreis Günzburg konstant bleiben, sodass ein Start mit Kontakt im Training am 22. März möglich sein wird. Dann sei auch ein Einstieg für die Herren interessant.

Corona: Wann dürfen die Handballer wieder in die Hallen?

Länger gedulden müssen sich die Handballer. Kontaktsport im Inneren ist frühestens ab 5. April möglich, und dann auch nur bei einer Inzidenz von unter 50. Trotzdem wollen die Handballer des TSV Niederraunau sich nun auf den Restart vorbereiten, sagt Abteilungsleiter Bernd Maisch. „Wir schauen, wie wir Schnelltests für das Training besorgen können. Aber wir haben noch Zeit, richtiges Handballtraining ohne Kontakt funktioniert ohnehin nicht. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass wir im Jugendbereich auch schon früher auf dem Freigelände in Niederraunau loslegen.“ So hoffnungsvoll das klingt, auch Bernd Maisch ist bewusst, dass die Lockerungen erneut zurückgenommen werden könnten. „Wir hoffen jetzt einfach, dass wir eine vernünftige Vorbereitung und im Herbst eine vernünftige Saison spielen können. Bei einem weiteren Rückschlag wird es auch für uns schwer.“

Immer mehr Vereine kämpfen wegen der Corona-Pandemie ums Überleben. Nach Angaben des Bayerischen Landessport-Verbandes (BLSV) haben im vergangenen Jahr knapp 100.000 Mitglieder ihrem Verein den Rücken gekehrt. Fritz Birkner kann rund 800 davon dem Landkreis Günzburg zuordnen. „Das sind 16.000 Euro, die fehlen“, so der Kreisvorsitzende des BLSV.

Der Plan für den Sport, er ist zwar nun da. Aber die Unsicherheit bei den Vereinen bleibt vorerst.

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