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Corona im Kreis Günzburg: Was die Politik noch besser machen muss

Kommentar Von Peter Bauer
23.10.2020

Plus Die Corona-Pandemie greift auch im Kreis Günzburg um sich. Manches, was an Regeln bekannt gegeben wird, erschließt sich nicht. Dabei müssen Menschen sie verstehen, um mitzumachen.

Was war das für eine Woche. Corona-Zahlen? Lange schien es so, als würde die so- genannte zweite Welle den Kreis Günzburg nicht mit dieser Wucht erfassen wie andere Regionen und Länder. Doch die Entwicklung der vergangenen Tage erinnert auf eine durchaus beklemmende Weise an das Frühjahr. Das stellt die Verantwortlichen in der Politik vor große Herausforderungen. Und so manches muss noch besser werden.

Die Corona-Zahlen? Anhaltend steigend. Zahlreiche Schulklassen und Lehrer – in Quarantäne. Veranstaltungen? Reihenweise abgesagt. Darunter sind Bürgerversammlungen oder auch Lesungen wie die mit Bundesentwicklungsminister Gerd Müller beim Literaturherbst. Die Arbeit im Gesundheitsamt und anderen Stellen des Gesundheitswesens – sie gleicht einmal mehr einem Hochdruckkessel und diese Leistung verdient hohen Respekt.

Die Diskussionen in der Öffentlichkeit, zwischen den Menschen, dominieren seit Tagen Begriffe wie Sieben-Tage-Inzidenz, Rahmen-Hygienekonzept, Allgemeinverfügung, Dreistufenplan, bayerische „Corona-Ampel“ und und und ... Und da ist auch eine durchaus nachdenklich stimmende Entwicklung der Diskussion: All- gemeinverfügung, Stufenplan, „Corona-Ampel“? „Wie? Wer darf jetzt was?“, „Ich versteh es nicht mehr“, „Kannst Du mir das erklären?“ oder „Ich les das gar nicht mehr“: Solche und ähnliche Kommentare häufen sich.

Ein Hallenbad im Kreis Günzburg würde geschlossen, andere nicht

Ob Hallenbäder offen oder geschlossen sind? Es ist ohne Frage nicht das wichtigste Thema in dieser so allumfassenden Krise. Aber wenn dann ein Hallenbad wie Thannhausen bei einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von 80 wohl geschlossen werden soll, andere wiederum nicht und es für Bäder laut Landratsamt keine Vorgabe des Kreises gibt, dann trägt das wohl auch nicht gerade zur Klarheit bei.

Das Bestreben des Staates, einen Total-Lockdown wie im Frühjahr zu verhindern und Detaillösungen zu finden, die örtlich verschiedenen Situationen und Entwicklungen gerecht werden: Das ist fraglos prinzipiell der richtige Weg. Aber in diesen Tagen spürt man auch: Wenn es an Details zu viel wird, dann führt dies immer wieder zu Unverständnis, Frust, Abwinken. Das ist anders als im Frühling, als viele wohl auch hofften, mit dem Lockdown könnte das Problem Corona ein für alle mal gelöst werden, zumal der Sommer bevorstand.

Das staatliche Handeln muss prägnant und einfühlsam erklärt werden

Doch jetzt kommen Herbst und Winter und bei so manchem ist eine Art Corona-Ermüdung fühlbar. Das stellt die Politiker in unserer Region wie in ganz Deutschland vor große Herausforderungen. Der konstruktive Dialog zwischen Staat und Gesellschaft, der auch Raum für Kontroverse lässt, wird eine Schlüsselrolle spielen.

Wird es gelingen, die Menschen bei dem, was jetzt wieder nötig wird, „mitzunehmen“? Dabei wird es nicht reichen, Dinge einfach zu verordnen. Vielmehr muss staatliches Handeln prägnant und einfühlsam erklärt werden.

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