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Krumbach

20.05.2019

Craft Bier in Krumbach: Wuide Hehna, Don Limone und Sir Hops

Schaubrauen, genießen und sich durch die Vielfalt der Aromen der Craft Biere verkosten: Beim Krumbacher Craft Beer-Festival zeigte Brauereimeister und Biersommelier Marcus Worsch auch, wie Bier gestachelt wird. Der Krumbacher Gastwirt Georg Ringler und der Babenhauser Brauereimeister und Biersommelier Marcus Worsch veranstalteten die erste Krumbacher Bieriade.
Bild: Peter Wieser

Bei der 1. Bieriade in Krumbach zeigen sich Brauereien und Biermanufakturen mit den verschiedensten Craft Bieren. Ein Spaziergang mit „bierigen“ Genüssen.

Wer am Samstag beim Krumbacher Craft Beer-Festival im Biergarten des Gasthauses Ringler Bierzeltatmosphäre erwartet hatte, der hatte sich getäuscht. Kein typisches Biertischfeeling, im Vordergrund standen Braukunst, Geschmack und vor allem das Bier – handgemacht und in einer Vielfalt unterschiedlichster Aromen. Veranstaltet hatten die Erste Krumbacher Bieriade der Krumbacher Gastwirt Georg Ringler und Marcus Worsch, Brauereimeister und Biersommelier aus Babenhausen.

Was steckt hinter der Bezeichnung Craft Beer? In jedem Fall kein Einheitsbier, sondern ein Bier, das mit Kreativität, Liebe zum Handwerk und unter Verwendung natürlicher und hochwertiger Zutaten entstanden ist. Am Stand der Bierakademie Babenhausen findet ein Schaubrauen statt. Am Abend soll der Sud fertig sein. Anschließend wird er zuhause fertig vergoren, abgefüllt und gelagert. Entstehen soll ein Weizendoppelbock. „High and mighty“ – stark und kräftig, nennt es Dirk Göller. Was das Reinheitsgebot angehe, sei man dabei in der Gestaltung ein bisschen freier. „Die Belgier machen von Haus aus starke und gehaltvolle Biere“, fährt Göller fort. Wenn er ein belgisches Bier braue, greife er damit auch auf Kandis oder Honig zurück, aber nicht auf Wildkräuter. Wichtig sei die Qualität der Rohstoffe.

Am Stand schräg gegenüber schenkt Marcus Worsch einen „Sir Hops“, ein Weizen India Pale Ale mit einem Alkoholgehalt von etwa acht Prozent ein. Klassisches Weißbieraroma mit einem Hauch Banane und Nelke, der direkt in die Nase dringt. Warum braut man Craft Biere? Es gehe darum, dass die Leute einfach wieder ein bisschen weg vom Einheitsbrei wollen, definiert es Worsch. Nicht mit möglichst günstigen Rohstoffen etwas herzustellen, damit es dann das sein dürfe, was es solle. Wenn in einer Brauerei nicht mehr der Braumeister, sondern der Buchhalter entscheide, sterbe die Vielfalt weg, fügt er hinzu. Dadurch, dass „Sir Hops“ die vierfache Menge an Malz und die fast sechsfache an Hopfen enthalte, entstehe ein außergewöhnliches Geschmacksvolumen.

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„Ein Steak ist nur dann ein gutes Steak, wenn es dick ist und einen ordentlichen Fettrand hat“, vergleicht es Worsch. Er setzt noch einen drauf, reicht Blauschimmelkäse zum gestacheltem „Alms Hüttenzauber“: Christkindlesmarkt-Feeling pur und eine wahre Geschmacksexplosion.

Vier bis fünf Mal in die Hand

Etwas exotischer geht es bei Bastian und Tobi Merches von Zombräu aus Mirskofen bei Landshut mit „Motoroil oder „Macumba“ zu. Leidenschaft und viel Handarbeit, nennen sie es. Jede einzelne Flasche nehme man vier bis fünfmal in die Hand. Nicht jedes Craft Beer müsse stark sein. Das „Voodoo“ mit amerikanischen Amarillohopfen überzeugt frisch-fruchtig und mit gerade einmal nur 3,7 Prozent Alkohol. Wie überhaupt ist das mit dem Reinheitsgebot? „Man kann mit Wasser, Malz, Hopfen und Hefe ganz tolle Getränke machen,“ erklärt Biersommelière Margit Hirle von der Schwarzbräu aus Zusmarshausen. Es hänge davon ab, welche Zutaten man wann und wie verwende. „Die Vielfalt mit regionalen Zutaten präsentieren und zeigen, dass es nicht nur Pils und Helles gibt“, erläutert Martin Meier, Braumeister bei der Giesinger Bräu aus München, die neben klassischen Bieren auch Craft Biere braut. Bayerische Biere gelten als die besten Biere, aber es geht noch mehr, fügt Alexander Schönbach von Hoppebräu aus Waakirchen im Landkreis Miesbach hinzu. Mit anderen Malzsorten und stärkerer Hopfung bietet auch Hoppebräu Craft Biere an – mit Namen wie „Wuide Hehna oder „Vogelwuid“, nicht aufdringlich und für den bayerischen Gaumen kreiert.

Eine sehr große Vielfalt

Was die Rohstoffe angehe, gebe es eine unheimliche Vielfalt, mit der man die verschiedensten Sachen schaffen könne, sieht es auch Niklas Zerhoch von der Munich Brew Mafia. Er verweist auf die allein 350 Hopfensorten, sowie die unterschiedlichsten Malze und Hefen. Eben klassische Biertrinker auch einmal zu Neuem zu inspirieren. Umso schwungvoller schmeckt das „Don Limone“, ein zart-herbes Sommerpils mit Noten von Zitrone und Mirabelle. Und was sagen die Besucher am Samstag dazu? „Craft Biere sind etwas Neues, geschmacklich etwas anderes und nichts für den Durst, sondern etwas zum Genießen“, bemerken Leo Menasch aus Bellenberg und Silke Mader aus Nersingen. Lukas und Johannes aus Thannhausen, die mit Nikolaj, einem Besuch aus Dießen am Ammersee, zum Craft Beer-Festival gekommen waren, bringen es auf den Punkt: „Sich einfach durchprobieren und etwas entdecken, was man in keinem Supermarkt findet.

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