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20.06.2009

Dankbarkeit wiegt schwerer als 80 Tonnen

Ziemetshausen/Alba Julia Der von Pfarrer Karl B. Thoma Sonntagmittag an die Fahrtteilnehmer des Hilfstransportes in das rumänische Alba Julia gespendete Reisesegen hat seine Wirkung nicht verfehlt. Die mit drei Lastzügen und zwei Kombis gestarteten Fahrer und freiwilligen Helfer sind am Donnerstagmittag zwar übermüdet, aber wohlbehalten wieder zu Hause angekommen. Der Dank aber, den die Gruppe für ihre Leistung und die wichtigen Hilfsgüter mit nach Hause nehmen konnte, war großartig, die Freude darüber hat sich auf jeden Einzelnen sichtbar übertragen.

VON PETER VOH

Montagmittag hat der Transport das rumänische Kloster in der 70 000 Einwohner zählenden Stadt nach etwa 22 Stunden Fahrzeit erreicht. Es wurde unverzüglich mit dem Abladen der vielfältigen Hilfsmaterialien begonnen. Unterbrochen wurden die Arbeiten für eine Schulfeier, die Sr. Maria mit Schülern der neunten bis elften Klasse ihres Gymnasiums für die Besucher aus Deutschland initiiert hatte, obwohl die Sommerferien in Rumänien bereits am Freitag begonnen hatten. In der voll besetzten Aula der Schule brachten die Jugendlichen mehrere Flötenstücke dar, spielten deutschsprachige Sketche und brachten Friedrich Dürrenmatts "Physiker" in einer bühnenreifen Art dar. Tränen der Rührung kamen einigen der Helfer, als "Horch was kommt von draußen rein" oder "G'scheit sein ist eine Gab'n", gar in bayerischer Mundart, vorgetragen wurden. Heftiger Beifall aller Besucher war der Lohn für Schüler und Schwester Maria.

Rumänische Schüler beherrschen jetzt auch Bayerisch

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Anton Böck, Mitorganisator und Fahrer im Hilfstransport, bedankte sich für die Darbietungen und freute sich darüber, dass die Schüler am dortigen Gymnasium neben der Muttersprache nicht nur Deutsch und Englisch als Fremdsprache, sondern auch noch Bayerisch beherrschen. Zwei Monate haben die Schüler, von denen die ersten im kommenden Jahr ihr Abitur ablegen, auf diesen Nachmittag hingearbeitet. Die Eltern loben insbesondere das Sozialverhalten und gemeinschaftliche Zusammenleben, das ihren Kindern im Kloster von Maria Hausner geboten wird.

Zusatzfutter für Rinder wird besonders benötigt

Am Dienstag wurde der Rest der etwa 80 Tonnen Hilfsgüter in Alba Julia und der auswärts liegenden Landwirtschaft des Klosters abge- laden. Dort wird vor allem Zusatz- futter für die Rinder benötigt, ist doch aufgrund lang anhaltender Trockenheit im dortigen Gebiet mit neuerlich schlechten Ernten zu rechnen. In einer Holzhütte nahe des Klosters erlebten die Helfer, wie einer der beiden Patres Kleidung und andere Gegenstände aus Lieferungen aus Mittelschwaben an den Mann bringt. Der Erlös hieraus dient zum Lebensunterhalt des Klosterpersonals.

Schwester Maria Hausner hat in ihrem Dank an Karl Miller und Anton Böck für die neuerliche Hilfe darauf verwiesen, dass von den mitgebrachten gespendeten Lebensmitteln täglich etwa 70 Menschen ernährt werden können und müssen. Umso höher ist die Spendenbereitschaft von Firmen aus der Region einzuschätzen.

Müde nach den Strapazen: 24-stündige Heimfahrt

Neben einem Abend in gemeinschaftlichem Zusammensein mit Sr. Maria, Sr. Gratia, Sr. Jazintia und den Patres hat die Gruppe des Hilfs- transportes nach vollbrachter Arbeit die imponierende Burganlage von Alba Julia und auch das malerisch in den Bergen gelegene Kloster Rimet der griechisch-orthodoxen Kirche besucht. Nach letzten Aufräumarbeiten am Vormittag ging es dann am Mittwoch auf die 24-stündige Heimfahrt. Müde von den Strapazen, aber glücklich darüber, anderen wieder geholfen zu haben, ist man Donnerstagnachmittag wieder in Ziemetshausen eingetroffen.

Anton Böck (Langenneufnach) war bereits zum 20. Mal in Alba Julia, für Peter Böck war es die 15. Fahrt und Karl Miller, der Ziemetshauser Mitorganisator für die Hilfe für Sr. Maria, absolvierte seinen zehnten Hilfstransport nach Siebenbürgen.

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