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Krumbach

10.10.2019

Das Juze Krumbach feiert Jubiläum

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Das Juze in der Hans-Lingl-Straße wird zehn Jahre alt, 1974 – vor 45 Jahren – wurde das erste Jugendzentrum in Krumbach eröffnet. Am 12. Dezember gilt es damit zwei Jubiläen zu feiern. Treffpunkt ist um 17 Uhr am Postkeller. Ab 19 Uhr spielen Grandmothers Groove und Support im Jugendzentrum.
Bild: Manfred Marquard

Das Jugendzentrum in der Hans-Lingl-Straße wird zehn Jahre alt, den Verein gibt es schon viel länger. Wie die beiden Jubiläen jetzt gefeiert werden sollen.

Die kirchliche Jugendarbeit war zu Beginn der Siebzigerjahre in Krumbach sehr aktiv. Darüber hinaus machte sich aber der Wunsch nach einem außerverbandlichen Treffpunkt breit. Ein Gedanke, der in einer doch noch sehr konservativen Gesellschaft auch kritisch wahrgenommen wurde, erinnert sich Diakon Friedemann Götzger, der später den ersten Juze-Vorstand stellen sollte.

Dank konsequenter Arbeit, der Unterstützung des Stadtrates unter Bürgermeister Georg Winkler und womöglich auch der Tatsache, dass ein Kaplan und ein Diakon den Vorsitz innehatten, wurde im Jahr 1973 der Schritt zu einem selbst verwalteten Jugendzentrum gewagt und der Jugendzentrum Krumbach gegründet.

Die Krumbacher Band Skaos probte im Musikraum

Bald wurde auch ein passendes Gebäude gefunden und von den Jugendlichen selbst hergerichtet, sodass am 6. Dezember 1974 die Eröffnung des ersten Jugendzentrums im Postkeller gefeiert wurde. Diakon Götzger denkt gerne an die Anfangszeiten zurück. Themenabende mit Diskussionen und Discoabende machten das Juze aus und entgegen der Erwartung mancher Kritiker lief alles rund. Nun ja, die ein oder andere Beschwerde wegen der Lautstärke bleib nicht aus, aber die Jugendlichen suchten das Gespräch zu den Nachbarn und man wurde sich stets einig.

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Das Jugendzentrum war anfangs im Postkeller untergebracht. Es wurde am 6. Dezember 1974 eröffnet.
Bild: Manfred Marquard

Nachdem das Lokal Postkeller verkauft wurde, stand zum zweiten Mal die Suche nach einem geeigneten Gebäude an. Die nächste und bislang längste Behausung fand der Verein zwischen 1980 und 1995 in einem alten Bauernhaus an der Nassauer Straße 28, das mit Unterstützung der Vereinsmitglieder hergerichtet wurde. Nachmittags öffnete das Café und abends war Thekenbetrieb und Disco angesagt.

1980 wurde das Juze in der Nassauerstraße eröffnet. Das Bild entstand bei der Eröffnungsfeier.
Bild: Manfred Marquard

Es gab auch einen Musikraum, in dem die Krumbacher Kult-Band Skaos probte und sich später die Band „Crashbones“ formierte. Das Jugendzentrum hatte viele treue Stammgäste und bis auf das alte Thema mit der Lautstärke der Musik war es gut etabliert. Diese Ära endete mit der sogenannten „Abbruch-Party“, denn das Haus musste mit dem Bau der Südstraße abgerissen werden. Wieder musste ein neues Gebäude her.

2003 war die Krumbacher Juze-Geschichte am Tiefpunkt

Die Jugend blieb hartnäckig bei dem Wunsch nach einem neuen Treffpunkt. Mit Unterschriftenlisten für ein neues Jugendzentrum waren sie schließlich erfolgreich und renovierten und bezogen im Januar 1997 ein altes Gebäude in der Schlachthausstraße 5. Musik und Konzerte, unter anderem die Open Airs am Jugendzentrum, waren ein Schwerpunkt des Juze-Vereins. Kreativ ging es zu, was schon an der Wandgestaltung zu erkennen war und sich auch beispielsweise in Schnitzworkshops zeigte. Im Jahr 2002 beschädigte ein Hochwasser das Gebäude stark, sodass es 2003 abgerissen wurde. Ein Tiefpunkt in der Juze-Geschichte.

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Das Jugendfest in Krumbach wurde zur großen Feier für alle

Für einige Zeit wurde es ruhig um den Verein. Obwohl zwischenzeitlich Initiativen aufkamen, die eine Wiederbelebung anvisierten, dauerte dies noch einige Jahre. 2006 folgte ein neuer Aufschwung. Zahlreiche neue Mitglieder wurden gewonnen und es entstanden erste Planungen für ein neues Gebäude. Grundlegende Bedingung für den Bau eines Jugendzentrums war, dass sich die Jugendlichen wie schon in früheren Juze-Zeiten aktiv am Bau beteiligen. In den Pfingstferien 2008 war es so weit, die Grundsteine des Gebäudes wurden gesetzt und etwa drei Dutzend Jugendliche verbrachten ihre Pfingstferien auf der Baustelle.

Was wäre ein Juze ohne laute Musik?

Von da an wurde fleißig weiter gearbeitet. Insgesamt leisteten die Jugendlichen etwa 6500 Stunden freiwillige Arbeit. So konnte das Jugendzentrum nach etwa eineinhalb Jahren Bauzeit am 9. Oktober eingeweiht werden. Neuer Raum für Konzerte, Filmabende und wie schon immer ein Platz mit Freiraum für junge Menschen. Und ja, das Thema mit der Lautstärke taucht immer noch hin und wieder auf. Aber es wurde immer ein diplomatischer Weg gefunden und ganz ehrlich, was wäre ein Juze ohne laute Musik?

Das Selbermachen wird auch heute großgeschrieben. Dieses Jahr wurde gemeinsam mit Jugendlichen aus aller Welt bei einem internationalen Workcamp ein Grillplatz gebaut und 2020 geht für viele Skater ein lang gehegter Traum in Erfüllung: Am Juze wird ein Skatepark entstehen. Die nächsten Jahre Jugendzentrum können kommen.

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Das tut sich in Krumbacher Jugendzentrum

Diese Geschichte möchten ehemalige und aktuelle Juze-Vorstände am 12. Oktober feiern. Ab 17 Uhr gibt es eine gemeinsame Tour entlang der ehemaligen Juze-Standorte. Treffpunkt ist der Postkeller an der Ortsausfahrt Richtung Nattenhausen. Abends gibt es im Jugendzentrum Musik aus allen Juze-Zeiten mit Grandmothers Groove und Support. Aber Vorsicht: Es könnte laut werden.

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