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Krumbach

20.01.2018

Das Spiel kann beginnen...

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Laienspiel hat in Krumbach Tradition: Der Liederkranz Krumbach führte 1914 im Wiedemann-Saal die Operette „Die Brautschau“ auf.
Bild: Stadtarchiv

In der Region hat das Laienspiel eine lange Tradition. Im Jahr 1898 wurde in Krumbach der Katholische Gesellenverein gegründet, der sich dem Theater widmete

„Vorhang auf – das Spiel kann beginnen!“ Hierorts feiern Laienspieler schon ihre ersten Premierenerfolge, andernorts stecken die Amateurmimen noch mitten in den Proben für die in der laufenden Saison geplanten Inszenierungen. Tatsächlich erweist sich die Region um Krumbach und drumherum als Nährboden fürs Theaterspiel aus Lust an der Freud und dem Feierabend-Spaß am Rollenspiel.

Beredte Beispiele liefern etwa der Theaterverein Wiesenbach, die Theaterfreunde Münsterhausen. Auch in Niederraunau, in Breitenthal und Balzhausen gehört das Spiel auf den Bühnenbrettern längst traditionell zum „lokalen Kulturgut“. Und übrigens: Im Thannhauser Stadtteil Burg hat sich gar eine Freilichtbühne („Burgstalltheater“) etabliert. Und es gibt noch weitere Spielorte mit Theateraktivitäten. Die Anfänge eines organisierten Laienspiels in Krumbach gehen wohl auf das Jahr 1856 zurück. Für dieses Datum jedenfalls ist in der Ortschronik des damaligen Marktes die Bildung einer „Theater-Liebhabergesellschaft“ notiert. Über ein daraus sich entwickelndes lokales Laienspiel finden sich zwar keine weiteren Hinweise, gleichwohl ist davon auszugehen, dass das „zarte Pflänzlein Theaterspiel“ vor Ort in spielfreudigen Formationen innerhalb des schon immer rege gewesenen Vereinsgeschehens gepflegt wurde.

Im Jahre 1898 gründet sich auf Initiative von Stadtpfarrer Jakob Hopp in Krumbach ein „Katholischer Gesellenverein“, der in den folgenden Jahren viel zum gesellschaftlichen Leben in der Stadt beitragen sollte. Der damalige Stadtkaplan Karl Schilcher wird zum Präses gewählt. Die Versammlungen fanden zuerst im Lokal „Kreuz“ statt, wo das dort etablierte Liederkranzzimmer den Gesellen jeweils am Sonntagnachmittag zur Verfügung stand. Hier durften sie „die von Gönnern in liebenswürdigster Weise geschenkten Spiele und Bücher sowie die aufliegenden Zeitungen benützen – ohne Bier trinken zu müssen…“.

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Neben der „religiös-sittlichen Unterweisung“ wurden dort auch Vorträge gehalten und Kurse zur beruflichen Bildung (wie etwa Stenografie, Buchführung und Wechsellehre) durchgeführt. Und der „Katholische Gesellenverein“ übte sich vermehrt in der Aufführung „durchaus anspruchsvoller Theaterstücke“.

In der Chronik hervorgehoben sind etwa Vorstellungen der historischen Schauspiele „Agnes Bernauer“, „Der schwarze Ritter“ und „Der Freischütz“. Die Kritik konnte sich durchaus sehen lassen: „Die Schauspieler, lauter Mitglieder des Vereins und fast ausschließlich Söhne hiesiger Stadt, hatten ihre Rollen gut erfasst und boten ein wohl abgerundetes zusammenstimmendes Spiel“. Die Lust am Laienspiel ist auch dokumentiert durch Archivaufnahmen mit Szenenbildern von „Der Störenfried“ (Mitte der 1920er Jahre), „Die Tochter des Falschmünzers“ (gespielt 1931) „Pension Schöller“ (aufgeführt unter der Regie von Stadtkaplan Dippl im Jahr 1931).

Im Laienspiel übten sich Theaterfreudige auch in anderen Vereinen und gesellschaftlichen Formationen. Zuvorderst dabei der „Liederkranz“ der unter Leitung von Max Reiser in 1914 die Operette „Die Brautschau“ im Wiedemann-Saal aufführte.

Herausragender Vorstellungen in der Kategorie Musik-Theater sind in die Chronologie eingebunden: Zum Beispiel ein Märchensingspiel nach einer Textvorlage von Josef Forstner, das der von 1928 bis 1937 in Krumbach tätige Kapellmeister, Singschulleiter und Chorregent Friedrich Gleitsmann vertont und im Dezember 1930 im Stadtsaal aufgeführt hat. Und auch der Frauengesangverein vom Roten Kreuz brachte im November 1932 die Theaterfassung „Sturm über Schilda“ auf die Stadtsaalbretter.

Die „historische“ Krumbacher Theater-Geschichte verläuft sich wohl in den 1930-er Jahren. Es sind nicht zuletzt die unguten Zeitumstände und die folgenden Kriegsjahre für das sich verändernde Gemein- und Gesellschaftswesen verantwortlich.

Aber unmittelbar nach dem Krieg erfährt auch das organisierte Theaterspiel zu Krumbach eine Wiederbelebung: Anno 1946 gründen Alfons Schmid, Karl Bader und die später so erfolgreich agierenden Mimen Klaus Frieß, Josef Prokopetz und Otto Brunninger den „Theaterverein Krumbach“. Und seither wird die lokale „Theatergeschichte der Neuzeit“ kontinuierlich fortgeschrieben - und so gut wie jedes Jahr wird ein neues Kapitel aufgeschlagen.

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