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Günzburg

16.05.2015

Das Ziel: die Kässpätzleregatta

Zeitungsente Paula Print traute sich in Annas Segelboot, das Opti genannt wird. Anna macht mit anderen Kindern bei der Skipper Gilde Schwaben in Günzburg gerade ihren ersten Segelschein.
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Zeitungsente Paula Print traute sich in Annas Segelboot, das Opti genannt wird. Anna macht mit anderen Kindern bei der Skipper Gilde Schwaben in Günzburg gerade ihren ersten Segelschein.
Bild: Felicitas Macketanz

Neun Kinder machen in Günzburg ihren ersten Segelschein. Paula Print hat sich ins Boot getraut.

Etliche kleine Boote schippern auf dem Mooswaldsee der Skipper Gilde Schwaben in Günzburg. Die Segler sind aber keine Erwachsenen, sondern Kinder zwischen acht und 14 Jahren. Sie machen derzeit ihren ersten Führerschein im Segeln. Paula Print hat sie dabei begleitet und durfte sogar mitsegeln.

Der Jugendleiter der Skipper Gilde, Stefan Theer, steht am Ufer und gibt den Kindern Kommandos. Acht Buben und ein Mädchen nehmen an den Kursen für den Jüngstenschein teil. Ihr Segelboot heißt umgangssprachlich „Opti“. Das bedeutet Optimist und ist die „Kiste, in der jeder das Segeln lernt“, erklärt der Jugendleiter.

In so einem Opti sitzt Anna aus Ichenhausen. Sie ist alleine unter acht Jungs, was sie manchmal seltsam findet. Trotzdem könne sie sich gut behaupten, erzählt ihre Mutter Katrin. Sie ist sichtlich stolz auf Anna. Paula Print ist neugierig, wie es in einem Opti wohl aussieht und wie Anna das alleine steuern kann, ohne zu kentern. Die Zeitungsente springt ins Wasser und schwimmt zum Segelboot. Mit einem Satz hüpft sie hinein. Sie schaut Anna jetzt genau zu.

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Anna ist zehn Jahre alt und segelt seit Herbst. „Ich habe beim Schnuppersegeln in den Sommerferien mitgemacht“, erzählt sie. Außerdem möchte sie unbedingt den Jüngstenschein, damit sie endlich an Regatten teilnehmen darf. „Regatten sind die Wettrennen beim Segeln“, sagt Theer.

Darauf freut sich auch der elfjährige Dario. Er segelt schon seit er acht Jahre alt ist und ist auch im Segelverein. „Mein Opa ist schon gesegelt“, sagt er. Für Paula Print hat er deshalb wichtige Segeltipps: „Du solltest dir ein Tütchen mitnehmen, wenn du seekrank bist.“ Seine Segelfreunde Ferdinand, Julian und Benedikt wissen genau wie er, auf was es beim Segeln ankommt: „Paula sollte viel üben und lieber eine Schwimmweste tragen“, sagen sie.

Anna steuert das Boot, in dem Paula sitzt, und nimmt Fahrt auf. Dabei ist Segeln gar nicht so einfach, wie es für die Zeitungsente aussieht. Neben dem praktischen Teil müssen nämlich alle Kinder erst mal viele Fachbegriffe lernen. Dazu zählen Wörter wie Bug, Heck, Mann über Bord oder halsen. „Halsen bedeutet umdrehen über das Heck“, erklärt Stefan Theer.

Er segelt seit 25 Jahren und ist begeistert von seinen kleinen Seglern. „Jede Trainingsstunde kommt dann noch mehr dazu, was sie lernen. Zum Beispiel müssen sie zickzack fahren, weil sie nicht gegen den Wind fahren können. Das geht nicht und das müssen sie erst noch üben“, sagt er.

Stefan Theer erklärt: „Es gibt zwei offizielle amtliche Scheine zum Segeln. Aber der Jüngstenschein ist der erste Führerschein, mit dem die Kinder dann auch auf Regatten segeln dürfen.“ Jeweils eineinhalb Stunden Theorie und eineinhalb Stunden Praxis absolvieren die Nachwuchssportler pro Kurstag an insgesamt neun Tagen.

Zum Abschluss segeln die Kinder bei der Kässpätzleregatta in Wangen im Allgäu mit und müssen später eine mündliche und praktische Prüfung bestehen. Dafür üben sie in Günzburg. Paula Print ist inzwischen wieder sicher am Ufer angekommen. Etwas schwummerig ist ihr schon vom Segeln. Toll war es aber trotzdem.

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