1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Das erwartet Besucher auf der Rakel-Ausstellung in Krumbach

Krumbach

25.06.2019

Das erwartet Besucher auf der Rakel-Ausstellung in Krumbach

Alle seine Werke bilden eine Einheit. Sigurd Rakel will mit seiner neuen Ausstellung den Fluchtpunkt seines künstlerischen Schaffens aufzeigen.
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Was die Bilder von Sigurd Rakel seit den 1960-er Jahren verbindet.

Die Bilder einer Ausstellung sind immer mit einer bestimmten Wirkungsabsicht arrangiert und positioniert. Doch die neue Ausstellung von Sigurd Rakel in der Galerie Rakel auf dem Lettenberg übertrifft diesen Standard bei Weitem. Sorgsam komponiert sind die Exponate, sodass der ganze Raum ein Kunstwerk zu sein scheint.

Man kann den Blick über den Raum schweifen lassen, ohne ein Gemälde genauer zu fixieren, und man spürt sofort diesen Kunstwillen, Farben, Formen und Formate zu einem stimmigen Ganzen zu fügen. Sigurd Rakel verfolgt dabei eine doppelte Absicht, als Künstler und gleichsam als Autobiograf. Der Atelierraum, der ihn in den letzten Jahren zu immer neuen künstlerischen Entwicklungen inspiriert hat, soll und darf als kompositorisches Ganzes erscheinen. Zudem aber geht es dem Künstler darum, zu zeigen, dass sein ganzes Werk letztendlich durch alle Phasen hindurch eine Einheit darstellt. Die neue Ausstellung präsentiert Werke von 1965 bis 2019.

In der Gesamtschau wird alles kompatibel

Frühe Arbeiten von Rakel hängen zwischen den neuen, viele Arbeiten stehen unter den gehängten Exponaten. Nicht die Chronologie war hier das ordnende Prinzip – bezogen auf die Entstehung der Werke herrscht das Durcheinander. Und doch, alles wirkt stimmig und passt zueinander. Die Bilder mögen einzeln betrachtet disparat und miteinander unverträglich scheinen. Doch in der Gesamtschau wird alles kompatibel. In dieser Retrospektive werde deutlich, dass alle seine Arbeiten eine Handschrift hätten, meint der Künstler selbst. Es ist Sigurd Rakel wichtig, diese Einheit vorzuführen. Es ist gleichsam für ihn ein Akt der Selbstbestätigung, dass all die verschiedenen Wege, die er künstlerisch beschritten hat, einen Fluchtpunkt hatten und, perspektivisch gesehen, zusammenführen.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Ein Ringen um die elementarsten Formen

Sigurd Rakel blickt auf eine lange künstlerische Wegstrecke zurück. Beim Malen gehe es immer auch darum, sich der Grundlagen der Malerei zu versichern, diese absolut zu verinnerlichen, erklärt er. Das tagelange Aktzeichnen, das man im Studium zu absolvieren habe, schule beispielsweise das Gefühl für die Proportion und die Komposition. Seine kubistische Phase in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts sei gleichfalls ein Ringen um die elementarsten Formen gewesen, auf die jede Darstellung sich zurückführen lasse. Über die Jahrzehnte hinweg stelle sich eine Souveränität ein, die den Maler immer freier werden lasse. Sigurd Rakel verweist zur Vergewisserung auf eine ganz neue Arbeit. Hier sind nur ein paar Blüten und ein paar andeutende Pinselstriche zu sehen, ansonsten ist die Leinwand weiß und leer. Ein Maler traue sich so etwas nur, wenn er gleichsam eine letztgültige Sicherheit für Farbe und Proportion erreicht habe, kommentiert Rakel. Und dennoch bezeichnet er sich als einen immer noch Suchenden. Das Universum und seine Formen seien das eigentliche Repertoire für den Maler, die kosmische Ordnung müsse der finale Fluchtpunkt aller Bemühungen des bildenden Künstlers sein.

Die Galerie Rakel zeigt „Wege der Malerei. Sigurd Rakel 1965 – 2019“ vom Sonntag, 30. Juni bis zum Mittwoch, 31. Juli, sonntags und mittwochs von 15 bis 17 Uhr.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren