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Krumbach

22.11.2019

Das letzte von einem Apostel geweihte Gebäude Deutschlands

Blick ins Innere der Apostelkirche in der Burgauer Straße in Krumbach, die im neogotischen viktorianischen Stil erbaut ist.
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Blick ins Innere der Apostelkirche in der Burgauer Straße in Krumbach, die im neogotischen viktorianischen Stil erbaut ist.

Die Apostelkirche in Krumbach muss renoviert werden. Dafür haben viele Frauen Spüllappen gestrickt. Wo diese nun am Wochenende verkauft werden.

Wie bereits berichtet, steht die evangelische Kirchengemeinde Krumbach vor dem Problem, zwei desolate Kirchengebäude renovieren zu müssen. Verschiedene Aktionen sollen in den nächsten Monaten und Jahren helfen, Gelder für die Renovierungsarbeiten zu gewinnen.

Während für die Evangeliumskirche in der Jochnerstraße die Kirchengemeinde zusammen mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in München Sorge trägt, hat sich für den Erhalt der Apostelkirche in der Burgauer Straße ein Freundeskreis gebildet. Diese „Zweitkirche“ der Evangelischen in Krumbach ist von ihrer Geschichte und Architektur etwas ganz Besonderes. Gebaut wurde sie vor über 150 Jahren von der katholisch-apostolischen Glaubensgemeinschaft Hürben. Es war die erste katholisch-apostolische Gemeinde Süddeutschlands. Weil diese Glaubensrichtung ihren Ursprung in England hat, wurde das Kirchengebäude im englischen Stil seiner Erbauungszeit, der viktorianischen Neugotik, erstellt. Das Gebäude wurde nach einem Beschluss der sich in Auflösung befindlichen katholisch-apostolischen Gemeinde 1965 an die örtliche evangelische Kirchengemeinde übergeben, mit der Maßgabe, dass dort auch in Zukunft (nunmehr evangelische) Gottesdienste stattfinden sollten. Die Kirche mit ihrer originalen Innenausstattung wurde 1975/76 durch die evangelische Gemeinde noch einmal renoviert und auf den Originalzustand zurückgeführt.

Außergewöhnlicher Grad der Erhaltung des Gebäudes

Dieser Grad der Erhaltung ist ganz außergewöhnlich und zeigt beispielhaft, wie apostolische Kirchengebäude im 19. Jahrhundert aussahen und liturgisch „funktionierten“. Nach Auskunft des Netzwerkes Apostolische Geschichte ist das Gebäude wohl das letzte von einem Apostel der katholisch-apostolischen Gemeinden geweihte Gotteshaus in Deutschland. Heute weist das Gebäude Schäden in Mauerwerk und Elektrik auf, die eine Sanierung unausweichlich machen. Die Renovierungskosten werden auf mindestens 250 000 Euro geschätzt.

Für alle Freunde der Apostelkirche und diejenigen, die es noch werden wollen, hat der Freundeskreis ein Fotobuch aufgelegt, das auf 32 Seiten zahlreiche Detailaufnahmen zeigt und die Geschichte der katholisch-apostolischen Gemeinde Hürben und ihres Kirchengebäudes knapp beschreibt. Etwa zwei Drittel des Kaufpreises gehen als „Baustein“ auf das Sonderkonto „Apostelkirche“ bei der evangelischen Kirchengemeinde. Das Büchlein ist ab sofort in der Krumbacher Buchhandlung Abc-Büchershop in der Karl-Mantel-Straße erhältlich oder kann beim evangelischen Pfarramt unter der E-Mail-Adresse pfarramt.krumbach@elkb.de bestellt werden.

Stricken für die Renovierung der Apostelkirche Krumbach

Eine weitere Aktion zugunsten der Apostelkirche startet mit dem Plätzlesmarkt am 24. November in Krumbach.

Ab diesem Tag werden im Krumbacher Weltladen Spüllappen aus 100 Prozent Baumwolle zum Verkauf angeboten. Der Grundgedanke eines nachhaltigen Textils, robust und immer wieder waschbar, wird von ehrenamtlichen Strickerinnen in freiwilliger Handarbeit ausgeführt. In verschiedenen Farben und Designs soll der Spendenbeitrag von zehn Euro pro Stück gute Laune beim Abspülen und langlebige Verwendbarkeit in Einklang bringen. Der Erlös kommt komplett der Renovierung der Apostelkirche zugute. (zg)

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