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Tokio 2021

27.03.2020

Das sagen Olympia-Kandidaten Weishaupt und Egger zur Verschiebung

Georg Egger beim vorerst letzten Rennen des Jahres im Februar auf Zypern.
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Georg Egger beim vorerst letzten Rennen des Jahres im Februar auf Zypern.
Bild: Armin Küstenbrück/Ego-Promotion

Plus Springreiter Weishaupt aus Jettingen und Mountainbiker Egger aus Obergessertshausen haben gute Chancen auf eine Olympia-Teilnahme. Wie es weitergeht.

Nach zähem Ringen hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) gemeinsam mit der Regierung von Japan beschlossen, die Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr zu verschieben. Zuletzt hatten viele Sportler angesichts des Ausmaßes der Corona-Pandemie auf diesen Schritt gedrängt. Auch die Olympia-Kandidaten aus dem Landkreis Günzburg befürworten den Schritt.

Springreiter Philipp Weishaupt betont: „Ich denke, das ist das beste, was man aus dieser Situation hatte machen können. Die Spiele 2020 durchzuführen, wäre so gut wie unmöglich gewesen. Die Verschiebung ist ein sehr guter Kompromiss.“ Sorgen um seine Chancen auf einen Startplatz bei den Spielen macht sich der 34-Jährige nicht. „Ich war vor der Krise einer von sechs Reitern, die sich Chancen ausmalen konnten. Daran ändert sich nichts. Es ist nächstes Jahr noch nicht zu spät, meine Pferde haben alle noch ein gutes Alter. Und wir werden weiter hart trainieren.“

Philipp Weishaupt trainiert auf der heimischen Anlage

Aktuell gibt zwar auch auf der Reitanlage von Ludger Beerbaum im westfälischen Riesenbeck, wo der Jettinger lebt, Einschränkungen. Im Stall, sagt Weishaupt, sei das Programm auf das Nötigste heruntergefahren. „Aber die Pferde müssen natürlich trotzdem bewegt und versorgt werden. Und auf dem Außenplatz gibt es ja keinen Kontakt mit anderen.“ Auf Turniere wird der Reiter aber vorerst verzichten müssen.

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Viele wurden vorerst nur verschoben, darunter der CHIO in Aachen, den Weishaupt 2016 auf LB Convall gewann. Er soll nun im Herbst ausgetragen werden. „Die Veranstalter kaufen sich Zeit“, sagt Weishaupt. „Der Verband muss sich jetzt entsprechend beweglich zeigen und das ermöglichen. Es sind jetzt alle gerade irgendwie in einem Loch drin. Aber das wird schon wieder.“

Georg Egger: Radsportler können gut weiter trainieren

Zuversichtlich zeigt sich auch Georg Egger. Der Mountainbiker, der einer von drei Kandidaten für den deutschen Startplatz im olympischen Cross-Country-Rennen ist, kann mit der Entscheidung des IOC gut leben. „Ich finde es eigentlich ganz cool“, sagt der Obergessertshauser. „Selbst wenn es in diesem Jahr noch funktioniert hätte, wären alle nicht optimal vorbereitet gewesen. Schließlich sind viele Sportler auch auf öffentliche Anlagen angewiesen, die momentan alle geschlossen sind. So ist es die fairste Lösung.“

Die Radsportler, so der 25-Jährige, befänden sich in Sachen Training in einer vergleichsweise angenehmen Situation. Sie können nahezu normal weitertrainieren. „Das meiste mache ich ohnehin alleine zu Hause, an der Intensität ändert sich nichts. Aber natürlich vermisse ich es, mit meinen Teamkollegen unterwegs zu sein.“

Georg Egger mit Freundin Clara und Tochter Nora.
Bild: Alexander Sing

Egger will viel Zeit mit der Familie verbringen

Mindestens bis Juni sind alle Rennen abgesagt, neben der Bundesliga-Premiere auf Eggers Hausstrecke in Obergessertshausen traf es auch die Europameisterschaft und den Weltcup-Auftakt. Wie hält man die Motivation hoch, wenn es kein Ziel gibt, auf das man hinarbeiten kann? „Natürlich ist es schwierig. Alles war darauf ausgelegt, im Sommer richtig Gas zu geben. Wir müssen jetzt einfach darauf warten, dass klar wird, wann und wie es weitergeht. Aber es geht schließlich allen so und jeder muss sehen, dass er das beste draus macht.“

Georg Egger möchte die gewonnene Zeit nun auch nutzen, um Zeit mit der Familie zu verbringen. Tochter Nora wird im Sommer ein Jahr alt. Das Thema Olympia geht er gelassen an. Zuletzt war er im Kampf um den Startplatz gegenüber seinem Teamkollegen Max Brandl ein wenig ins Hintertreffen geraten. Dieser Zweikampf ist nun ausgebremst, die Karten für Olympia 2021 könnten noch einmal neu gemischt werden. Für die Sportler heißt es nun: Abwarten.

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