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Deisenhausen

26.05.2015

Deisenhausen packt die Dorferneuerung an

Angeregt diskutiert wurde bei der Auftaktveranstaltung zum "Gemeindeentwicklungskonzept Deisenhausen".
Bild: Emil Neuhäusler

Die Arbeitskreise für das Gemeindeentwicklungskonzept wurden eingerichtet. In der Diskussion wurde schnell klar, dass es nur einen vernünftigen Weg gibt, dem Leerstand zu begegnen.

Die Auftaktveranstaltung zum Gemeindeentwicklungskonzept Deisenhausen am Donnerstagabend im Vereinsheim Bleichen verlief äußerst erfolgreich. 115 interessierte Bürger nahmen teil. Bürgermeister Norbert Weiß und die Moderatoren Julia Geiger vom Amt für ländliche Entwicklung und Städteplaner Franz Arnold beantworteten die durchaus kritischen Fragen sachlich, aber auch mit Humor und am Ende fanden sich ausreichend engagierte Personen, die sich für eine Mitarbeit in den Arbeitskreisen entschieden.

Die Strukturen in Landwirtschaft, Handel und Gewerbe hätten sich verändert. Deshalb müssten, so Bürgermeister Weiß, alle mitanpacken, dass die Gemeinde Deisenhausen in allen Ortsteilen auch in Zukunft liebens- und lebenswerte Heimat bleibt. Bedauernd nahm Weiß zur Kenntnis, dass der Hauptort Deisenhausen an diesem Abend so wenig vertreten war.

Die Gemeindeentwicklung sei ein bürgerorientierter Prozess, hob Geiger hervor. Wenn die Bürger in den nächsten Monaten in den Arbeitskreisen konkrete Entwicklungsprojekte erarbeiten, könne die Umsetzung staatlich gefördert werden. Das Amt für ländliche Entwicklung, bekräftigte Geiger, unterstütze die Gemeinde, indem es Zuschüsse vermittle und Struktur und Fachwissen zur Verfügung stelle.

Zwei ganze Tage hatte sich Städteplaner Arnold im Vorfeld für eine Bestandsaufnahme in der Gemeinde aufgehalten. Besonders in Oberbleichen stünden viele Gebäude leer: „Da gehen die Lichter aus!“ Von 70 leer stehenden Gebäuden im gesamten Gemeindebereich entfallen 35 auf diesen Ortsteil. Unterbleichen hebe sich hervor, weil es dort Einrichtungen wie Kindergarten, Wirtshaus und Metzgerei gäbe. Ein besonderes Augenmerk müsse hier auf die Gestaltung des Kirchplatzes gelegt werden, wo vor allem das Trafohäuschen vor der Kirche als störend empfunden wird. Der kleinste Ortsteil Nordhofen ist geprägt von den Höfen der Milchviehbauern. Von den fünf, die es in der Gemeinde noch gäbe, hätten drei dort ihren Bestand. Das Ortsbild leide jedoch an den „Umbauten“ der Höfe. Auf den Einwurf eines Bürgers: „Wollen wir essen oder schön sein?“, konterte Arnold mit dem entwaffnenden und humorvollen Argument, dass er viele Frauen kenne, die „sowohl schön seien als auch kochen könnten“. Schönheit und Landwirtschaft seien durchaus miteinander vereinbar. Einiges an Entwicklungspotenzial sieht Arnold auch in Deisenhausen. Obwohl sehr viele Baulücken im Ortsinneren vorhanden wären, gäbe es viel Bauland um das Dorf herum, was auf Dauer zu einem Verfall des Innenbereiches führen wird, befürchtet der Städteplaner. Positiv bewertet Arnold den Dorfladen, gleichzeitig vermisst er eine Dorfwirtschaft.

In der sich anschließenden Diskussion stellten einige Bürger klar, dass man ohne finanzielle Anreize mit einer Umnutzung und einem Umbau des Gebäudeleerbestandes nicht rechnen dürfe. Die Frage, mit welcher Zuschusshöhe zu rechnen sei, wurde nicht beantwortet. Stattdessen wurden die Versammlungsteilnehmer aufgefordert, mit der Einschreibung in die Arbeitskreise und mit der Erarbeitung konkreter Maßnahmen zuerst einmal die Voraussetzungen für Fördermittel zu schaffen.

Folgende Arbeitskreise werden angeboten: Infrastruktur/Versorgung/Energie/Arbeit, Dorfleben/Vereine/Freizeit/Naherholung sowie Bauen/Wohnen/Ortsbild. Weiterhin gibt es einen vierten Arbeitskreis, der koordiniert und Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Da alle Arbeitskreise ausreichend besetzt sind, kann am 25. Juni um 20 Uhr im Vereinsheim Bleichen eine erste gemeinsame Sitzung aller Arbeitskreise stattfinden. Die Arbeitskreise, so Arnold, treffen sich bis Weihnachten vier bis sechs Mal.

Die Diskussion ist geschlossen.

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