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Krumbach

28.01.2019

Dem Artensterben entgegenwirken

Um den Schutz der Artenvielfalt in Bayern geht es den Initiatoren des Volksbegehrens. Die Biene dient als Leittier – und steht stellvertretend für viele andere Arten im Pflanzen- und Tierreich.
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Um den Schutz der Artenvielfalt in Bayern geht es den Initiatoren des Volksbegehrens. Die Biene dient als Leittier – und steht stellvertretend für viele andere Arten im Pflanzen- und Tierreich.
Bild: Sven Hoppe/dpa (Symbolfoto)

In Krumbach hat sich ein Aktionsbündnis gegründet. Vogelexpertin nennt Gründe für die Initiative. Warum sie auch den Papst als „ideellen Bündnispartner“ betrachtet.

Wie der Klimawandel ist gegenwärtig auch das drohende Insektensterben in aller Munde. So will die Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP) in Bayern mit einem von mehr als 150 Partnern getragenen Bündnis das Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen“ den Insektenschutz verbessern und die Artenvielfalt erhalten.

Um auch in der Region möglichst viele Wahlberechtigte zu mobilisieren, lud der Kreisverband Neu-UlmGünzburg der ÖDP mit ihrer Vorsitzenden Gabriela Schimmer-Göresz zur Gründung eines Aktionsbündnisses im Landkreis Günzburg in den Gasthof Munding in Krumbach ein. Die Kreisvorsitzende führte eingangs die Gründe für das bevorstehende Volksbegehren aus und sagte, es sei eine einmalige historische Chance für die Bürger, mit ihrer Stimme zur Rettung der Artenvielfalt in Bayern beizutragen. Ferner gab sie Hinweise zum organisatorischen Prozedere zur Gründung des Aktionsbündnisses. Neben der Vorsitzenden erklärten sich fünf weitere Personen aus dem Kreis der Anwesenden bereit, als namentliche Ansprechpartner aktiv mitzuwirken.

Durch einstimmiges Votum wurde folgende Personen mit ihren Aufgaben: Gabriela Schimmer-Göresz (ÖDP), Bernhard Lohr (Faszination Regenwald), Heike Benz (Die Linke), Ulrich Hoffmann (KAB Iller-Donau), Rita Jubt und Bernd Kurus-Nägele (beide Bund Naturschutz). Schimmer-Göresz bedauerte, dass die örtlichen Imkervereine auf ihre Einladung zu dieser Versammlung nicht reagiert hätten.

Auf wesentliche Inhalte des Volksbegehrens ging anschließend die Ornithologin Maiken Winter aus München ein. „Bayerns Natur ist wunderschön, aber sie ist stark gefährdet“, überschrieb sie ihre Bildpräsentation und zeigte, wie die einheimische Flora und Fauna stark in ihrem Bestand zurückgeht. Diese Annahme sei seit Jahrzehnten dokumentiert und habe inzwischen dramatische Ausmaße angenommen. Deshalb möchte das Volksbegehren den Stopp dieses Rückgangs, den Erhalt der Naturschönheit und der bäuerlichen Landwirtschaft erwirken.

Es sei ein idealer Zeitpunkt für das Volksbegehren, denn das mediale Interesse an den globalen Themen sei riesig und rüttle die Menschen auf. Mit einer „Warnung an die Menschheit“ traten bereits im Jahr 1992 der US-Physiker und Nobelpreisträger Henry Way Kendall und 1575 weitere Wissenschaftler an die Öffentlichkeit, doch bis heute habe sich nicht viel verändert, obwohl der Erhalt der Biodiversität und Stopp des Artenschwundes vielleicht die wichtigsten Aufgaben unserer Zeit seien. Die Vielfalt des Lebens sei Grundlage für Stabilität und Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme und damit nicht zuletzt Grundlage unserer eigenen Existenz. „Wenn allein die Masse aller Fluginsekten, die 80 Prozent aller Nutzpflanzen in Deutschland bestäuben, um drei Viertel zurückgegangen ist und über die Hälfte aller Bienen auf der Roten Liste stehen, ist das alarmierend“, warnte Winter.

Seit 1965 seien in Deutschland auch 65 Prozent aller Vögel verschwunden und nicht besser sehe es bei Kleinsäugern wie Igel, Feldhase und weiteren Arten aus. Es gelte, die Ursachen zu bekämpfen und ein Umdenken in der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen herbeizuführen. Darauf bezogene Eckpunkte sollen durch das Volksbegehren im Bayerischen Naturschutzgesetz verankert werden.

Bei mehreren Volksbegehren Erfolge erzielt

Obwohl dadurch nur ein Gesetz betroffen ist, kein Eingriff in den Finanzhaushalt erfolgt und es nur Belange sind, die der Landtag entscheiden kann, sind die Hürden hoch, resümierte Winter. Doch man habe bereits bei mehreren Volksbegehren, wie Nichtraucherschutz oder Abschaffung des Senats große Erfolge erzielt und rechne auch dieses Mal, dass die erforderliche Stimmenzahl erreicht wird. Abschließend zitierte die Vogelkundlerin aus der „Laudato si“, der Umwelt-Enzyklika von Papst Franziskus und bezeichnet ihn als „ideellen Bündnispartner“.

In der folgenden Diskussionsrunde gab es Fragen und Meinungen zu den Forderungen des Volksbegehrens, wobei sich Landwirte teilweise kritisch zu den Themen äußerten. Die Versammlungsleiterin bat die zahlreichen Zuhörer, in ihrem Verwandten und Freundeskreis für das Volksbegehren zu werben.

Eintragungsfrist für das Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ ist vom 31. Januar bis 13. Februar. In aller Regel sind die Rathäuser der Gemeinden im Landkreis der Eintragungsort.

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