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Krumbach

19.02.2018

Dem Geheimnis des Blutbrunnens auf der Spur

Zwölf Schülerinnen und Schüler des Krumbacher Simpert-Kraemer-Gymnasiums sind dieses Jahr bei „Jugend forscht“ in den Fachgebieten Chemie und Biologie dabei. Unser Bild zeigt von links: Michaela Kreuzer, Dominik Kanzler, Daniel Csiszar-Kappel, Vincent den Besten Rodà, Lukas Wagner, Adem Yavuz, Valentina Brückner, Stefanie Tröbelsberger und David Haney. Auf dem Bild fehlen Noah-Manuel Heim, Eric Böller und Felix Schindler.
Bild: Alexander Schury

Zwölf Jungforscher des Krumbacher Simpert-Kraemer-Gymnasiums sind mit sieben Projekten beim Wettbewerb vertreten. Eines beschäftigt sich mit einem ungewöhnlichen Phänomen.

Zwölf Jungforscher und sieben Projekte, damit geht das Krumbacher Simpert-Kraemer-Gymnasium beim diesjährigen Regionalwettbewerb Jugend forscht in Augsburg an den Start. Dreimal ist das Fachgebiet Biologie vertreten und vier Mal Chemie. Den zwölf Schülern war es gelungen, nach einer bis zu einjährigen Phase praktischer Arbeiten an ihren jeweiligen Themen, auch die schriftlichen Ausarbeitungen bis zum Abgabetermin Mitte Januar fertigzustellen. Damit treten sie nun am 21. und 22. Februar im MAN-Museum in Augsburg an und müssen die Fachjurys von der Qualität ihrer Arbeiten überzeugen.

Im Fachgebiet Chemie ging es dieses Mal um Mineralwasser, ein selbst gebautes Spektralphotometer, Rotkohlsaft und die Herstellung von Wasserstoff.

Betreuungslehrer Thomas Lichtenberger musste im vergangenen Jahr ziemlich oft erklären, warum sich in der Chemie-Sammlung Dutzende Mineralwasserflaschen ansammelten. Noah-Manuel Heim (15) ging dem „lacken“ Geschmack von abgestandenem Mineralwasser auf die Spur. Hierbei unterstütze ihn seine Klasse durch zahlreiche Geschmackstests. Außerdem führte er umfangreiche Experimente durch, um die Ursachen für das Verhalten von Gasblasen auf der Wasseroberfläche zu ergründen.

Daniel Csiszar-Kappel (15) und Vincent den Besten Rodà (15) wollten die Gefahren bei der Herstellung von Wasserstoff in Schülerexperimenten verringern. Üblicherweise löst man bei der Herstellung im Labor ein unedles Metall in einer Säure auf.

Sie fanden heraus, dass bei Zugabe nur weniger Tropfen einer ungefährlichen Kupfersulfat-Lösung die Konzentration der Säure erheblich verringert werden könnte und sich somit die Gefahr von Verätzungen deutlich verringern ließe.

Adem Yavuz (15) und Lukas Wagner (15) entwickelten zwei verbesserte Methoden, die pH-Werte von Lösungen mithilfe von Rotkohlsaft zu bestimmen. Sie entdeckten, dass die Zugabe von Eisen(II)-Sulfat die Messgenauigkeit verbessern kann und entwickelten ein Verfahren, mithilfe eines Messgeräts – eines sogenannten Spektralphotometers – den pH-Wert der Lösung herauszufinden.

Ein solches Spektralphotometer bauten Eric Böller, Felix Schindler und David Haney (alle drei 14 Jahre alt) mit einfachen Materialien aus dem Baumarkt. Sie waren unzufrieden, da man als Schüler selten die Gelegenheit bekommt, mit teuren Messgeräten experimentieren zu können.

Ihnen gelang es tatsächlich, einen Apparat mit Materialien im Wert von unter 15 Euro zu entwickeln, mit dem sich die Konzentration von manchen Farbstofflösungen fast ebenso genau bestimmen lässt, wie mit dem mehrere Tausend Euro teuren Gerät aus der Schule.

Die biologischen Arbeiten handeln von Pflanzen, Flechten und geheimnisvoll rot gefärbtem Wasser.

Der 14-jährige Dominik Kanzler untersuchte die Herkunft der Pflanzenarten im Mindeltal. Hierfür war er letztes Jahr in der Region südlich von Thannhausen unterwegs und stellte eine Artenliste mit über 300 Pflanzen zusammen, von denen er durch Recherche in Datenbanken die ursprüngliche Herkunft erkundete. Nach seinen Recherchen sind fast ein Viertel aller wild wachsenden Pflanzenarten, welche man im Mindeltal findet, durch menschliche Aktivität zu verschiedenen Zeiten dorthin gelangt.

Michaela Kreuzer (18), die letztes Jahr schon erfolgreich (3. Platz im Fachgebiet Biologie 2017) teilgenommen hatte, ist wieder mit einer biologischen Arbeit am Start. Aktuell gilt ihr Interesse sogenannten Anthrachinonfarbstoffen, die beispielsweise in Flechten und im Faulbaum vorkommen. Sie erprobte, mit welchen Methoden sich diese am besten aus Flechten isolieren lassen, und untersuchte die Funktion dieser Farbstoffe in den jeweiligen Lebewesen.

Die beiden 14 Jahre alten Schülerinnen Stefanie Tröbelsberger und Valentina Brückner gingen dem Geheimnis um den Schulbrunnen im Innenhof des Simpert-Kraemer-Gymnasiums auf die Spur. Dieser hatte sich im vergangenen Sommer kräftig blutrot gefärbt. Es gibt zahlreiche infrage kommende Ursachen für ein derartiges Phänomen. Mithilfe eines Mikroskops und der Untersuchung des roten Farbstoffes gelang es den beiden, die Grünalge Haematococcus pluvialis als Auslöser zu identifizieren, welche unter bestimmten Umweltbedingungen eine rote Färbung entwickelt. pm

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