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14.10.2009

Dem Traumberuf ein großes Stück näher

Günzburg (zg) - Vier junge Auszubildende haben kürzlich ihre Ausbildung in der neuen Tischler-Werkstatt von "ProArbeit", der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Arbeitsförderung und Berufsbildung in Günzburg, begonnen. Alle vier haben das Berufsgrundschuljahr Holz erfolgreich abgeschlossen. Zwei der Azubis hatten schon zuvor eine Maßnahme bei "ProArbeit" besucht.

"Hier habe ich das Material Holz kennengelernt, meine Fähigkeiten erlebt und meinen Berufswunsch endlich gefunden. Mit Unterstützung des Sozialpädagogen konnte ich meine persönliche Situation so stabilisieren, dass ich mir eine Ausbildung zutraue", beschreibt Jerome Menhoum seinen bisherigen Weg. "Ich bin total erleichtert, dass ich noch einen Ausbildungsplatz gefunden habe. Zwei Jahre habe ich mich um eine Ausbildungsstelle als Schreiner bemüht, jedoch nur Absagen erhalten", so Benjamin Kähn.

Integration in den Arbeitsmarkt in Kombination mit persönlicher und sozialer Stabilisierung praktiziert "ProArbeit" seit vielen Jahren erfolgreich im Landkreis Günzburg. Bereits 1988 hat die Einrichtung benachteiligten jungen Menschen die Möglichkeit einer Berufsausbildung geboten. "Jahrelang erlebten wir, dass junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Holzwerkstatt trotz guter Vorbereitung auf dem Ausbildungsmarkt nur geringe Chancen hatten", erklärt die Leiterin Hildegard Brunhuber.

Durch die Kofinanzierung mit Geldern des Europäischen Sozialfonds, Landesmitteln und einem Zuschuss des Landkreises Günzburg wurde das Ausbildungsprojekt möglich. "ProArbeit" übernimmt die verbleibenden, nicht gedeckten sowie die nicht förderfähigen Kosten, so Hildegard Brunhuber.

Dem Traumberuf ein großes Stück näher

Lange Vorarbeit

"Der Beginn mit vier von acht Ausbildungsplätzen ist das Ergebnis langer Vorarbeit und Erfahrung aus der Jugendwerkstatt Holz und Wunsch der Kooperationspartner Jugendamt, der Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigung Günzburg, der Agentur für Arbeit, der Handwerkskammer, der Innung und der Berufsschule", betont Geschäftsführer Martin Hannig.

"Enge Vernetzung und kontinuierlicher Erfahrungsaustausch mit unseren Partnern sind wichtiger Bestandteil unserer Arbeit", berichtet die Leiterin des Ausbildungsprojektes, Karin Weishaupt.

Durch finanzielle Unterstützung der Bürgerstiftung in Höhe von 5000 Euro und der Stiftung "Ein Herz für Günzburg" in Höhe von 2500 Euro sowie mit Eigenmitteln konnte Ausbilder Markus Machauf nötige Erstinvestitionen in Höhe von etwa 35 000 Euro in der angemieteten Schreinerei tätigen.

"Wir vermitteln bereits Fachtheorie und Praxis im Rahmen unseres ersten Kundenauftrags, eine Einbauschrankwand für das Heimatmuseum Günzburg. In den Werkstätten werden sämtliche typischen Tischlerarbeiten ausgeführt, von Holzfertigteilen montieren über Einzelmöbelanfertigungen bis hin zu Umbau- und Einbauarbeiten", ergänzt der Ausbilder.

Den pädagogischen Anteil deckt die Sozialpädagogin Stefanie Lecheler in Einzelgesprächen und Gruppenarbeit ab. "Unsere Wege sind kurz, sodass wir bei Problemen schnell intervenieren können. Der Unterricht beinhaltet berufs- und lebensweltorientierte Themen, die anhand von vielen praktischen Übungen vermittelt werden, so Stefanie Lecheler.

Die Mitarbeiter freuen sich schon auf Anfragen und Aufträge, damit die Kompetenz und Fachlichkeit der Auszubildenden in der Praxis wachsen und die Kunden überzeugen kann. Als Ausbildungsbetrieb werden gewerbliche und private Aufträge gleichermaßen ausgeführt.

Das Ausbildungsprojekt ist in Günzburg, Violastraße 18, während der Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 17 Uhr und Freitag von 7.30 bis 12.30 Uhr oder unter 0176- 96925898 erreichbar.

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