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Ichenhausen

14.05.2015

Der Hirsch soll jünger werden

Sybille Ehlers hat den Hirsch in Ichenhausen gepachtet, das Restaurant und der Biergarten sind schon geöffnet.
Bild: Irmgard Lorenz

Das Restaurant in Ichenhausen ist wieder offen. Pächterin Sybille Ehlers will ins Hotel noch investieren.

Einen Tag nach der Eröffnung hat Sybille Ehlers morgens beim Bäcker schon einen der Gäste vom Stammtisch getroffen. Das ist es, was die 61-Jährige mag: die kurzen Wege und die unkomplizierten Kontakte in einer Kleinstadt. Sie hat den seit einem Vierteljahr geschlossenen Gasthof Hirsch in Ichenhausen gepachtet und ist begeistert: „Das Haus ist einfach unheimlich schön“, sagt sie. „Solcher Charme!“

Über Umwege ist Sybille Ehlers Wirtin geworden. Die Braunschweigerin hat zwei Jahre an der Hotelfachschule gemacht, aber auch ein Jurastudium samt der beiden Staatsexamen absolviert. Es folgten Jahre bei Apple und Microsoft und eine eigene IT–Firma. Aber irgendwann wollte sie nicht mehr nur vor dem Computer sitzen. „Das war alles so leblos. Man hat alles nur noch auf Distanz bearbeitet.“

Durch Zufall ist sie dann wieder zur Gastronomie gekommen, mit einem Ausflugslokal an der Olympia-Regatta in München-Oberschleißheim. Das wird Sohn Alex ab Herbst weiterführen, Sybille Ehlers und ihr Ehemann Harald kümmern sich um den Hirsch in Ichenhausen. Die 61-Jährige hat schon die Pächterwohnung in dem stattlichen Gebäude gegenüber der Kirche bezogen, ihr Ehemann wird im September nach Ichenhausen kommen.

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„Ein sehr junges, neues Team“ soll die neuen Pächter unterstützen, lediglich zwei Zimmermädchen ihres Vorgängers Markus Brida hat Ehlers übernommen. Insgesamt will sie das Haus „ein bisschen verjüngen“ und „vielleicht ein bisschen mehr Chic“ reinbringen, sagt Ehlers. Aber der Hirsch soll ein Traditionshaus „mit sehr viel schwäbischer Gemütlichkeit“ bleiben.

Im Hotelbereich gebe es noch zu tun, einige Zimmer müssten renoviert und die schönen Holzböden gerichtet, außerdem Bettzeug, Lampen, Fernseher, Bilder und viele Kleinigkeiten besorgt werden. Investiert hat Ehlers auch in elektronische Kassen, eine Hotelreservierungssoftware und in die Küchenausstattung. Im Biergarten gibt es neue Möbel. Wie viel das alles gekostet hat? „Betriebsgeheimnis“, sagt die neue Pächterin.

Das Restaurant ist schon geöffnet, moderne deutsche Küche will Ehlers bieten. Dazu gehören für sie die handgeschabten Spätzle und der Zwiebelrostbraten ebenso wie Wok-Gemüse, vegetarische Gerichte und wöchentlicher Wechsel auf der regional und saisonal ausgerichteten Speisekarte. Das Jägerstüble wurde gerichtet, und in das Haus sollen Stammgäste ebenso kommen wie Touristen und Firmengäste. Jüngeres Publikum sei auch willkommen, sagt die Pächterin, die das Haus „zum alten Glanz führen“ will.

Geträumt hat die neue Hirsch-Wirtin allerdings nicht von einem Restaurant mit Hotel, sondern von einem kleinen Café mit Stammgästen. Als der Münchner Augustiner-Bräu sie dann aber auf den Hirsch in Ichenhausen aufmerksam machte, sagte Ehlers doch zu. Der Hirsch gefiel ihr einfach. Die kleine Stadt, Geschäftspartner und die ersten Gäste: Die neue Wirtin fühlt sich wohl. Und für die Stadtverwaltung hat sie ein dickes Lob: „Ich hab’ nie gedacht, dass man so schnell eine Gastro-Genehmigung bekommen kann“, sagt sie. In München hätte das nicht so flott geklappt.

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