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22.10.2007

Der Landkreis verliert eine große Wohltäterin

Ichenhausen-Autenried (kai) - Im Alter von 84 Jahren ist am Donnerstag nach kurzer und schwerer Krankheit Martha Ott, die frühere Gesellschafterin und Aufsichtsrätin der Firma Creaton, gestorben. Der Ichenhauser Bürgermeister Hans Klement und der frühere Landrat Dr. Georg Simnacher, der Vorsitzende der Ernst und Martha Ott-Stiftung, würdigten die Verstorbene als herausragende Unternehmerin und als große Wohltäterin.

Martha Ott wurde am 29. März 1923 in Schramberg im Schwarzwald geboren. Ihre Eltern betrieben dort ein kleines Lebensmittelgeschäft. Auch Martha Ott machte an der Höheren Handelsschule in Calw eine kaufmännische Ausbildung.

Am 12. Februar 1944 heiratete sie Ernst Ott, der 1941 das Ziegelwerk Ernst Ott GmbH gegründet hatte. 1945 baute das junge Ehepaar den durch die Kriegswirren darnieder liegenden Ziegeleibetrieb in Autenried wieder auf. Unter schwierigsten Bedingungen gelang es Ernst und Martha Ott in den Folgejahren, den kleinen Betrieb zu einem florierenden mittelständischen Unternehmen zu machen.

In den 70er Jahren begann die Zusammenarbeit mit der Wertinger Firma Berchtold, die 1992 in den Zusammenschluss beider Firmen und die Gründung der Firma Creaton mündete. Nach dem Tod von Ernst Ott 1987 hatte Martha Ott den Betrieb zunächst weitergeführt und ausgebaut, mit der Fusion der beiden Firmen 1992 zog sie sich aus dem aktiven Geschäftsleben zurück und wechselte in den Aufsichtsrat der Firma Creaton. Nicht nur als Unternehmerin, vor allem als in hohem Maße sozial engagierte Wohltäterin, so der frühere Landrat Dr. Georg Simnacher, werde Martha Ott über ihren Tod hinaus weiterleben. 1994 gründete sie die Ernst und Martha Ott-Stiftung, deren Vorsitzender Simnacher ist. Diese Stiftung bildete den Schwerpunkt des sozialen Engagements von Martha Ott.

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Modellprojekte gefördert

Die Stiftung unterstützt Menschen, die persönlich oder wirtschaftlich in Not sind - vor allem schwangere Frauen, alleinerziehende Mütter und sozial schwache Familien. Aber auch zahlreiche Modellprojekte - etwa der Kinderbetreuung - wurden von der Stiftung gefördert.

Durch eine großzügige Spende ermöglichte Martha Ott 1994 den Bau des Ernst Ott-Sozialzentrums in Ichenhausen - eine gerontopsychiatrische Pflegeeinrichtung, die inzwischen Plätze für 22 Bewohner und sieben Kurzzeitpflegegäste bietet. In seiner Würdigung hebt Bürgermeister Hans Klement das Sozialzentrum ebenso hervor wie das finanzielle Engagement von Martha Ott für die Autenrieder Kirche und die örtlichen Vereine. Dabei, so Hans Klement, habe sie stets im Stillen und im Hintergrund gewirkt. Klement: "Sie war sehr, sehr bescheiden."

Für ihr herausragendes Engagement wurde Martha Ott, deren großes Hobby der Garten, vor allem die Pfingstrosen, war, mehrfach ausgezeichnet: 1991 mit der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Ichenhausen, 1995 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 1998 mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Ichenhausen und der Verdienstmedaille des Landkreises Günzburg und 1999 mit dem Bayerischen Verdienstorden.

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