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Schönebach

23.04.2015

Der Laubholzbock gibt noch nicht auf

So sieht der asiatische Laubholzbockkäfer aus. Offenbar hat sich der Baumschädling auch ein Stück weit außerhalb Schönebachs festgesetzt.
Bild: Landesanstalt für Landwirtschaft

Jetzt wurde der Asiatische Laubholzbock auch außerhalb Schönebachs entdeckt. Wenn die Richtlinien streng ausgelegt werden, drohen erstmals Fällungen in einem Nutzwald.

Noch immer treibt der Asiatische Laubholzbockkäfer im Umfeld von Schönebach sein Unwesen. Der gefährliche Baumschädling wurde in einer Gruppe Weidenbüsche unweit eines kleinen Wäldchens südlich des Ortes an der B 300 entdeckt. Mitarbeiter des Forstamtes Krumbach und der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) fanden in dem Laubgehölz Eiablagestellen des Käfers. Die eingesetzten Spürhunde und die anschließende Untersuchung des gefällten Holzes bestätigten den Verdacht. Den Krumbacher Forstdirektor Peter Birkholz überrascht das nicht: „Es war zu erwarten, dass mehr gefunden wird, als wir anfangs gedacht haben.“ Vor allem durch den Einsatz der Spürhunde hätten sich mehr Befunde ergeben, als durch den ersten Augenschein ermittelt worden war.

Weiteres Vorgehen soll besprochen werden

Damit rückt nun auch das im Privatbesitz befindliche Wäldchen in den Blickpunkt der Schädlingsbekämpfer. Im Umkreis von 100 Metern um einen befallenen Baum müssen gemäß der Richtlinien der Landesanstalt alle potenziellen Wirtsbäume gefällt werden. Im Außenbereich hatte die Behörde diese Zone sicherheitshalber auf einen Radius von 200 Metern ausgeweitet. Im konkreten Fall in Schönebach würde damit aber dem kleinen Wäldchen ein deutlicher Holzeinschlag drohen, sagt Birkholz.

In der kommenden Woche will er mit Vertretern der Landesanstalt für Landwirtschaft das weitere Vorgehen besprechen und erörtern, ob die Fällungen in diesem Bereich tatsächlich notwendig sind. Birkholz bezweifelt das: „Bei der bisherigen Kontrollsuche wurden acht Bäume gefällt, die waren alle negativ“, sagt Birkholz. Für den eigentümer würden die Fällungen je nach Zahl der Bäume einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Mögliche Entschädigungszahlungen laufen über die Gemeinde, erklärt Birkholz. In den Gärten sei das überschaubar, doch wenn einmal Wälder von dem Schädling betroffen sind, die der Holznutzung dienen, kann sich das zu einem ernsthaften Problem auswachsen. „Spannend wird es, wenn das Geld nicht reicht“, prophezeit Birkholz.

Birkholz: Eigentümer tragen ein "gewisses Risiko"

Zuletzt haben sich Leser und Freie Wähler darüber beklagt, dass keine Mittel für die Entsorgung der Wurzelstöcke, die nach den Fällungen in den Gärten verbleiben, fließen. Birkholz hat für solche Klagen wenig Verständnis. „Der Staat kann nicht alles omnipotent absichern“, sagt er. Ein Wurzelstock verrotte im Lauf der Zeit, alternativ kann auch daneben wieder ein Baum gepflanzt werden. Für Birkholz ist das eine ästhetische Frage. „Ästhetik wird nicht bezuschusst.“ Er verweist darauf, dass Eigentum verpflichtet. Damit sei auch ein gewisses Risiko verbunden. „Das kann im Zweifel blöd sein.“ In außerordentlichen Fällen könne sich der Staat wie etwa bei den Opfern der jüngsten Hochwasserkatastrophe dazu entschließen, eine besondere Zahlung zu leisten. Daraus leite sich aber kein Rechtsanspruch ab.

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