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16.03.2015

Der Wald soll bunter werden

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Gute Aussichten für Waldbauern: Für Stammholz zahlen Sägereien gegenwärtig Höchstpreise.
Bild: Bernhard Weizenegger

Forstbetriebsgemeinschaft: Für Stammholz werden von den Sägereien Höchstpreise bezahlt. Aber die Privatwaldbesitzer schlagen trotzdem weniger ein. Es gibt ein „Sorgenkind“

 Einig sind sich Waldbauern, Forstamt und die Forstbetriebsgemeinschaft Günzburg-Krumbach (FBG) im wohl wichtigsten Punkt: Der Preis mit 100 Euro pro Festmeter für Fichtenstammholz, den heute die Sägereien der Region bezahlen, ist der Höchste seit Jahren. Dieser positive Trend werde auch in naher Zukunft anhalten, da viele private Waldbesitzer beim Einschlag sehr zurückhaltend agieren. Die Folge: Die Sägewerke suchen dringend Stammware, allerdings zu einem vernünftigen Preis. Dies mache schon jetzt den Import von Fichte notwendig; von einem Export nach Österreich wie bisher sei dagegen kaum noch die Rede. FBG-Vorsitzender Wilhelm Baumeister hat an seine über 1150 Mitglieder deshalb die Bitte: „Schlagt mehr ein, denn die Säger in der Region brauchen wir auch künftig als Kunden.“

Weit über 100 private Waldbesitzer hatten sich zur FBG-Jahresversammlung im Gasthof Bischof in Edelstetten eingefunden. Die Stimmung war gut, auch wenn Forstdirektor Peter Birkholz vom Krumbacher Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gleich zu Beginn ein „Sorgenkind“ aufzeigte: Das Auftreten des asiatischen Laubholzbocks, der sich zwar noch nicht in den Wäldern, vielmehr bisher lediglich in Schönebacher Hausgärten gezeigt habe. Trotzdem sei große Vorsicht geboten, was ihn zu dem Aufruf veranlasste: „Er muss ausgerottet werden.“ Wie? „Kein Gartenbesitzer sollte eigenmächtig Bekämpfungsmaßnahmen vornehmen, vielmehr den Befall am Forstamt melden, denn nur gemeinsam haben wir Erfolg.“

Dann waren es Baumeister und die FBG-Geschäftsführerin Ulrike Riepel, die sich speziell mit der Bewirtschaftung und dem Verkauf des Einschlags in den Privatwäldern beschäftigten. Was die Käfergefahr betrifft, so der Vorsitzende, seien die Wälder im südlichen Landkreis an 2014 „noch mit einem blauen Auge davon gekommen“. Dagegen gab es im nördlichen Bereich einen größeren Befall durch den Borkenkäfer. Er sprach sich deshalb für die verstärkte Pflanzung von Laubbäumen aus und mehr Vielfalt bei den Baumarten. „Bringt Farbe in unseren Wald“, lautet seine Devise.

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Ulrike Riepel nannte als wichtige Aufgaben ihres Verbands die Holzvermarktung, forstliche Dienstleistungen unterschiedlichster Art, den Betrieb des Ladens für Forstbedarf in Ettenbeuren und die Fortbildung der Waldbauern in Form von Motorsägekursen und Fachveranstaltungen. Die FBG verkaufte im vergangenen Jahr 40305 Festmeter Fichtenstammholz, deren Abnehmer größtenteils Sägewerke in Schwaben und dem nahen Württemberg waren. Die anderen Baumarten spielen lediglich eine untergeordnete Rolle: Bei Eiche, Buche, Ahorn und Lärche liegen die Festmeter im dreistelligen Bereich, auch bei Papierholz sowie Hackgut wurden lediglich 3800 Ster beziehungsweise 3600 Kubikmeter veräußert. Ihre Bitte: Die Waldbauern sollten ihren Einschlag noch stärker bündeln, denn „nur größere Mengen bringen auch höhere Erlöse“.

Speziell mit dem Holzmarkt beschäftigte sich Peter Schaffner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und beklagte ebenfalls den von vielen Waldbesitzern praktizierten „Minimaleinschlag“, was angesichts der guten Preise und des großen Holzbedarfs nicht gerechtfertigt sei. Gut verkäuflich seien ebenso Brennholz, für das 35 bis 40 Euro (Fichte) und 45 bis 65 Euro für Hartholz bezahlt werden. Papierholz erbringt derzeit 38,50 Euro. Für Schaffner außerdem von Bedeutung: „Der Holzeinschlag in Bayern betrug 2007 noch 21 Millionen Festmeter. Bis 2013 ging er auf 17 Millionen zurück.“

Interessant auch, dass im Freistaat inzwischen lediglich noch 51 Prozent als Stammholz eingeschlagen werden; dagegen der Energiesektor (Heizungen) sich auf 34 Prozent erhöht habe. Die Regularien der Versammlung waren bei ausgeglichenem Kassenbestand rasch abgewickelt und auch die Satzungsänderung sowie Neuwahlen des Vorstands brachten keine Überraschung.

Die nach Baumeister erheblich jüngeren Nachfolgekandidaten wurden jeweils mit über 90 Prozent gewählt (siehe Info-Kasten). Ausgeschieden Johann Zahler und Anton Zech, die seit 1975 beziehungsweise 1989 im Vorstand aktiv waren.

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