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Ziemetshausen

25.05.2016

Der Zauber handbemalter Nähmaschinen in Ziemetshausen

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2 Bilder
Der Name "Singer" steht als Synonym für Nähmaschinen, viel mehr noch für alte Geräte - hier ein Modell aus 1875, damals schon mit Kofferabdeckung.
Bild: Peter Voh

Warum das neue Projekt des Ziemetshauser Heimatvereins eine besondere Zeitreise ist. Von Kindernähmaschinen und ungewöhnlichen Familiengeschichten.

Dazu kommen eigene Nähmaschinen aus dem Fundus des Heimatvereins. Joachim Böck wies auf die Anfänge der industriellen Fertigung von Nähmaschinen im Jahr 1866 hin, erwähnte aber, dass bereits Ende des 18. Jahrhunderts erste Maschinen auf dem Markt waren. So erhielt ein Engländer bereits im Jahr 1790 das Patent für eine Kettenstichnähmaschine für die Schuhproduktion.

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Ein gewisser Isaac Singer, Sohn einer deutschen Einwandererfamilie, hat nach dem vergeblichen Versuch, eine Maschine zum Herstellen von Holzbuchstaben für Drucker zu kreieren, die Situation der Zeit erkannt und sich mit Nähmaschinen befasst.

So hat er mit der Doppel-Steppstich-Technik die Nähmaschine populär gemacht und so zu einem breiteren Absatz verholfen. Sein Name ist wie vielleicht kein anderer mit Historie und weiterer Entwicklung von Nähmaschinen verbunden.

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Prachtstücke der Ausstellung im Webereimuseum sind neben vielen anderen eine Handkurbelmaschine aus Dresden aus dem Jahr 1855, ein Gerät aus Connecticut in den USA von 1860 (beide mit einfachem Kettenstich) und das älteste Exponat, eine handbemalte Säulennähmaschine aus dem Jahr 1853 aus England.

Bei einem Rundgang durch das Obergeschoss des Webereimuseums stellte Joachim Böck den Besuchern die ausgestellten Exemplare vor. Kopfschütteln dabei immer wieder beim Betrachten der für die Jüngsten hergestellten Kindernähmaschinen, funktionieren die doch in ihren äußerst geringen Ausmaßen heute noch.

Der Internationale Museumstag brachte dem Heimatverein mit seinen musealen Einrichtungen einige Hundert Besucher, deren Interesse sich nicht allein auf die Sonderausstellung „Nähmaschinen aus verschiedenen Epochen“ beschränkte. Es kamen viele Gäste aus dem Augsburger Raum und aus Baden-Württemberg. Sie waren fasziniert von dem, was sich ihnen hier in der Marktgemeinde bot. Neben Nähmaschinen konnten sie eine Schneiderin oder eine Schuhmacherin bei der Arbeit beobachten, zusehen, wie Bandelteppiche auf dem großen Webstuhl angefertigt werden.

Reges Interesse fand auch das Schreinereimuseum „bei de´ Hölzerne“, wo Vorsitzender Joachim Böck aufzeigte, wie ein Melkschemel ohne Leim und ohne Nägel angefertigt wird. Denn die kannte man früher nicht. Ob beim Hoigarta nach dem offiziellen Programm oder zwischen Webereimuseum und Stegmannhaus: Die vielen freiwilligen Helfer des Heimatvereins haben sich wieder rührend um die vielen Gäste gekümmert und mit Speis und Trank versorgt.

Für Joachim Böck und seine Mannschaft wird es jetzt aber eine nur kurze Pause geben, bietet man seinen Gästen doch am 5. Juni auf dem Gelände rund um die Museen einen weiteren Höhepunkt, nämlich eine große Oldtimerschau.

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