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Balzhausen

20.04.2018

Die Balzhauser müssen weiteres Jahr mit Schwerlastverkehr leben

Die Anlieger der St.-Leonhard-Straße (unser Bild) und der Hauptstraße von Balzhausen haben nun schon über ein Jahr den Lkw-Verkehr durch die Anfuhr von Ton und Lehm zu ertragen. Nun soll ein weiteres Jahr hinzukommen.
Bild: Karl Kleiber

Gemeinderat genehmigt mit Auflagen weiteres Lager für Ton und Lehm des Ziegelwerkes Staudacher. Straßenanlieger sind entsetzt.

Seit Anfang April 2017 schlängelt sich eine Karawane von täglich 80 bis 100 Sattelschleppern durch Balzhausen in Richtung Kirrberg. Die Laster transportieren Ton und Lehm zu der östlich des Balzhausener Ortsteils ausgebeuteten Grube der Ziegelei Staudacher. Geplant war die Anfuhr von rund 270000 Tonnen. Dem aktuellen Antrag Staudachers zufolge soll nun zusätzlich etwa die gleiche Menge nach Kirrberg transportiert werden und auf einer anderen Fläche auf Halde zwischengelagert werden. Dies bedeutet für die Anlieger der Haupt- und der St.-Leonhard-Straße nochmalige Lärmbelastung für gut ein weiteres Jahr. Deren Begeisterung hält sich nachvollziehbarerweise in Grenzen, denn dies bedeute nicht nur weitere Lärmbelästigung, sondern berge auch erhebliche Gefahren.

Staudacher bekomme, so Bürgermeister Daniel Mayer bei der jüngsten Sitzung, den Rohstoff vom Tunnelbau im Zuge des Projekts „Stuttgart 21“ umsonst. Inzwischen hat er eine weitere Material-Charge erhalten, die er auch nutzen wolle. Da die vom Landratsamt Günzburg im Mai 2017 baurechtlich genehmigte Lagerfläche nicht ausreicht, stellte die Firma einen weiteren Antrag zur Zwischenlagerung auf dem benachbarten Flurstück.

Das Landratsamt teilte im März mit, dass die ausgedachte Lagerfläche im Flächen-Nutzungsplan der Gemeinde Balzhausen als „für die Gewinnung von Bodenschätzen“ dargestellt ist. Eine Lagerung von Fremdgewinnung sei darin nicht vorgesehen. Eine Privilegierung ist laut Baugesetzbuch nicht möglich. Zudem sei die aktuelle Lagerung nur bis Ende 2027 genehmigt. Beim Antrag für die weitere Lagerfläche könne man aus den Antrag-Unterlagen ersehen, dass die Lagerdauer 20 bis 25 Jahre betragen werde. Dafür sei eine Bauleitplanung erforderlich, die der Antragsteller beibringen müsse. Nachdem Staudacher den Antrag diesbezüglich geändert habe, sieht das Landratsamt das Vorhaben als rechtlich genehmigungsfähig an, heißt es in dem Schreiben weiter.

Wie beginnt die erneute Verfüllung und wie lange soll sie dauern, war eine der dringlichsten Fragen bei der allgemeinen Diskussion. Die aktuelle Anfuhr werde bald beendet sein. Nach etlichen Wochen soll die erneute Lagerung beginnen, erklärte der Bürgermeister. Diese soll rund ein Jahr dauern. Auf die Frage, ob die Gemeinde den Antrag auch ablehnen können, erklärte Mayer, dass der aktuell vorliegende Plan rechtlich genehmigungsfähig sei. Zweite Bürgermeisterin Adelinde Baur verdeutlichte den Sachverhalt: „Wenn wir nein sagen, sagt das Landratsamt ja“. Durch den weiteren Lkw-Verkehr sei die Ökologie gestört, meinte Michaela Leinweber und kündigte ihre Ablehnung an. Der Gemeindechef erwiderte, dass bisher Lehm aus dem Odenwald hergefahren wurde. Das sei wesentlich weiter als vom Projekt Stuttgart 21. Die Räte Wolfgang Bollinger, Wolfgang Neu und Herbert Wieser meinten unisono, der Firma soll man weiter ihre Produktion ermöglichen. Durch den günstigen Rohstoff schone man die heimischen Ressourcen, zudem sei Staudacher auch ein wichtiger Steuerzahler in der Gemeinde, was auch berücksichtigt werden sollte. Mit 10:3 wurde dann dem Bauantrag Staudachers zugestimmt. Als Auflage erging, dass der Antragsteller dafür sorgen müsse, die Straßenverschmutzung, besonders im Dorfbereich so gering wie möglich zu halten. Zudem sollen die festgelegten Anfuhrzeiten auch eingehalten werden. Hier gab es mit 12:1 Zustimmung.

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