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Breitenthal

13.05.2019

Die Breitenthaler Kirche wird für 1,7 Millionen Euro renoviert

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4 Bilder
Dekan Klaus Bucher im Innenraum der Breitenthaler Kirche. Er freut sich, dass es mit der Renovierung wohl bald losgehen kann.
Bild: Peter Bauer

Plus Im Herbst soll es mit den Arbeiten losgehen. Was gemacht werden muss und wie der Zeitplan aussieht.

Der heilige Josef? Er ist, wie Pfarrer Klaus Bucher erklärt, ja auch der Patron der Bauarbeiter. Das erklärt, warum Bucher gerade jetzt auf die Hilfe des heiligen Josef hofft. Die Breitenthaler Kirche Heilig Kreuz soll umfassend saniert werden. Und nach vielen Vorgesprächen ist Bucher inzwischen zuversichtlich, dass es mit den Arbeiten im Herbst losgehen kann.

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Rund 1,7 Millionen Euro sind für die Kirchenrenovierung eingeplant. Nach Auskunft von Bucher, der seit einigen Monaten auch Dekan ist, beteiligt sich die Diözese mit 1,2 Millionen Euro. Die Zusage aus Augsburg liege mittlerweile vor und er sei sehr dankbar für diese umfassende Unterstützung. Die Gemeinde Breitenthal habe 170000 Euro in Aussicht gestellt. Sehr aktiv ist der vor Kurzem neu gegründete Förderverein und in der Pfarrgemeinde gibt es jede Menge ungewöhnlicher Ideen wie beispielsweise die gegen Spenden erhältlichen „Heilig-Kreuz-Rippla“, Schokoladentafeln aus fair gehandelten Rohstoffen. Inzwischen zählt der Förderverein laut Klaus Bucher rund 80 Mitglieder und so ist der Pfarrer optimistisch, dass die für die Renovierung benötigte Summe am Ende zusammenkommt.

Weitere Informationen zum Breitenthaler Förderverein lesen Sie hier:

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Heilig Kreuz braucht Hilfe

Die letzte Renovierung (1983/84) liegt bereits einige Zeit zurück und ein Blick auf die Außenwände der Kirche macht deutlich, dass bei früheren Sanierungen wohl nicht immer alles optimal gelaufen ist. Unter dem Anstrich sind hier und dort Umrisse von Malereien sichtbar, die, so Bucher, schlichtweg übermalt worden sind. Er hofft, dass es gelingt, die Malereien an der Außenfassade der Kirche weitgehend wiederherzustellen. Erneuert werden müsse im Außenbereich auch der Sockelputz. Saniert werden muss der Dachstuhl, der insbesondere an den Auflagepunkten zum Mauerwerk verfault ist.

Holzwurmbefall an vielen Stellen

An vielen Stellen gebe es Probleme mit Holzwurmbefall. Das „Tierleben“ in einer Kirche kann in der Tat mitunter sehr speziell sein. Bucher berichtet, dass sich vor einigen Jahren zahlreiche Asiatische Marienkäfer (die mit den vielen Punkten) in der Kirche niedergelassen hätten. Bekanntlich sorgt dieser Käfer, der große Schwärme bilden kann, bei Immobilienbesitzern immer wieder für Verdruss. Große bauliche Veränderungen seien im Innenraum der Kirche nicht geplant. Erneuert werden müssten aber die Elektrik, die Lautsprecheranlage und die Beleuchtung. Der Taufstein aus dem 19. Jahrhundert, der sich derzeit am Rand des Raumes befindet, soll aus seiner Ecke geholt und neu platziert werden.

In einem insgesamt offenbar noch relativ guten Zustand befinden sich die Gemälde. Bucher hofft, dass man es hier bei einer Reinigung belassen kann und keine weiteren umfassenden Arbeiten nötig sind. Im Chorbereich soll die farbliche Gestaltung besser aufeinander abgestimmt werden. Die Farbe Altrosa soll hier eine tragende Rolle spielen. Erneuerungsbedarf sieht Bucher auch in der Sakristei, die unter anderem mit neuen Möbeln ausgestattet werden soll.

Die Geschichte der Breitenthaler Kirche

Die Geschichte der Breitenthaler Kirche ist eng mit dem benachbarten Kloster Roggenburg verknüpft. Der Neubau der Kirche erfolgte ab 1785 unter Abt Gilbert Scheurle nach einem Entwurf des legendären Baumeisters Josef Dossenberger, der bereits 1770 den Pfarrhof gestaltet hatte. Die Breitenthaler Kirche (1791 geweiht) ist eine der letzten Arbeiten Dossenbergers, der am 17. Mai 1785 starb. Deutlich wird in der Baustruktur der Kirche eine Hinwendung zum Klassizismus. Die Fresken (1786 datiert) stammen von Konrad Huber. Eine markante optische Veränderung der Kirche gab es ab 1860, als der Kirche ein „spitzer Helm“ aufgesetzt wurde. Diese Haube wieder entfernen und den Turm in seiner ursprünglichen Fassung gestalten: Das wäre natürlich „ein Traum“, sagt Bucher. Aber dies sei derzeit nicht finanzierbar.

Doch der Dekan ist froh, dass es jetzt losgehen kann mit der Kirchenrenovierung. Im Sommer soll die Kirche eingerüstet werden und wenn es gut läuft, könnten die Arbeiten 2021 abgeschlossen sein – wenn es gelingt, nach der Ausschreibung rechtzeitig die entsprechenden Handwerker zu gewinnen. Das ist mit Blick auf die gegenwärtige Wirtschaftslage ja bekanntlich nicht immer einfach. Aber vielleicht hilft ja der Heilige Josef.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Breitenthaler Pfarrhof:

Ein neues Zuhause für Störche

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