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02.07.2010

Die Erinnerungen kommen ins Museum

Prof. Karl Kling (rechts) übergibt Unterlagen über die Ukrainerin Olga Schewtschenko an Landrat Hubert Hafner (Mitte) und den Museumsleiter Thomas Heitele. Schewtschenko wurde in Krumbach zur Zwangsarbeit gezwungen. Foto: Schmid
Bild: Schmid

Krumbach/Landkreis Durch Zufall wurde der frühere Landtagsabgeordnete Prof. Karl Kling bei einem Bummel 1999 auf einem Flohmarkt in Buchloe auf eine alte Postkarte aus dem Jahre 1943 aufmerksam. Die Karte stammte aus Krumbach aus dem damaligen Ostarbeiterlager Frucht, adressiert war sie nach Kiew. In dem Lager waren damals Menschen zur Zwangsarbeit gezwungen worden. Darunter auch Olga Schewtschenko. Kling war an dem Schicksal der jungen Frau interessiert und wollte mehr über das damals 16-jährige Mädchen Olga Schewtschenko erfahren.

Mithilfe des Generalkonsuls Georgij Kosykh gelang es ihm tatsächlich, den Aufenthaltsort von Schewtschenko zu erfahren - sie lebte wieder in der Ukraine. Seit damals blieben die Ukrainerin und Kling in Verbindung. Kling stand ihr menschlich und auch finanziell bei. In diesem Jahr starb Olga Schewtschenko.

Die gesammelten Brief-Unterlagen, in der Zeit über elf Jahre ordentlich in Ordnern verpackt, mit einer Rose und eine Kosakenkeule (ein Symbol der Kämpfer für Freiheit und Unabhängigkeit) übergab Karl Kling nun an das Mittelschwäbische Heimatmuseum Krumbach. Die Geschichte von Olga Schewtschenko berührte viele und war Anlass, über das Thema Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg nachzudenken. Dies führte übrigens auch zum Buch "Zwangsarbeiter" im Altlandkreis Krumbach 1939-1945 von Monika Losher und Michael Schwindel. (liss)

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