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Krumbach

24.01.2015

Die Hüterin des Hürbener Schlosses

Ursula Rampp ist das neue Gesicht im Team der Volksmusikberatungsstelle des Bezirks Schwaben im Hürbener Wasserschloss. Sie kümmert sich um alle organisatorischen Angelegenheiten und die Verwaltung.
Bild: Stefan Reinbold

Ursula Rampp ist das neue Gesicht im Team der Volksmusikberatungsstelle in Krumbach. Ihre Liebe zum traditionellen Liedgut entdeckte sie vor 25 Jahren in Violau

Eine sanfte, freundliche Frauenstimme meldet sich am Telefon der Volksmusikberatungsstelle. Egal, mit welchen Anliegen die Menschen dort anrufen, ihr erster Ansprechpartner ist immer Ursula Rampp. Rampp ist so etwas wie die Hüterin des Hürbener Wasserschlosses in der Krumbacher Karl-Mantel-Straße. Während der Leiter der Volksmusikberatungsstelle, Christoph Lambertz und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Evi Heigl häufig auf Terminen in ganz Schwaben unterwegs sind, hält Rampp die Stellung in der Heimat.

Als Nachfolgerin von Brigitte Holinka, die in den Ruhestand verabschiedet wurde, ist Rampp künftig die gute Seele vom Dienst in der Außenstelle des Bezirks Schwaben. Sie nimmt Anrufe entgegen, organisiert Veranstaltungen wie den Nostalgieball im Krumbacher Stadtsaal an diesem Samstag. Für die Veranstaltungsreihe „Aufspielen beim Wirt“ kümmert sie sich um die Musiker. In die Volksmusik hat sie sich vor 25 Jahren bei einem Seminar in Violau verliebt. „Ich war beeindruckt von der Gemeinschaft und dem Zusammenhalt. Das ist ganz anders als in einer Blaskapelle“, erinnert sich Rampp. Zusammenzusitzen und zu musizieren – oft auch auswendig zu spielen: All das liebt Rampp an der Volksmusik. Mit dem Musikantenstadel hat das wenig gemein. „Das ist Kommerz und im Wesentlichen Schlagermusik“, erklärt Evi Heigl. Mit der überlieferten Musik habe das wenig zu tun. „Die tradierte Musik ist nicht immer nur heile Welt“, sagt Heigl. „Die Leute haben sich auch über die herrschenden Zustände beschwert und gegen die Obrigkeit aufgelehnt. Die Themen umfassen das ganze Spektrum menschlichen Lebens. Auch Lieder über Schmerz und Tod. Daneben gibt es natürlich die Spaß-, Tanz- und Trinklieder. Viele dieser Musikstücke wurden schließlich im Wirtshaus gespielt.

Rampp sitz in einem gemütlichen Büro im ersten Stock des Hürbener Wasserschlosses. Über ihr wölbt sich eine geschwärzte Holzbalkendecke. Seit Anfang des Jahres hat Rampp die Stelle in der Volksmusikberatung inne. Vieles ist noch neu für sie, wenn auch nicht ganz unbekannt. Bisher war die dreifache Mutter in der Trachtenberatung im Landauer-Haus beschäftigt. Neben der Volksmusik ist das Tragen und Nähen von Trachten Rampps zweite große Leidenschaft. Sie fühle sich in der selbst genähten Tracht einfach wohl, sagt sie.

Die Gelegenheit, sich beruflich noch einmal zu verändern, bot sich für Rampp, als sie erfuhr, dass Brigitte Holinka ihren Stuhl in der Volksmusikberatungsstelle räumen werde. Sie bewarb sich auf die Stelle und erhielt im Herbst vergangenen Jahres den Zuschlag. War sie in der Trachtenberatung nur halbtags beschäftigt, kümmert sie sich nun in Vollzeit für die Belange der Volksmusikberatungsstelle. Für Rampp kein Problem: „Es macht mir Spaß und ich habe Kontakt zu netten Menschen“, sagt sie. „Wenn die Arbeit Spaß macht, ist es egal ob man acht oder zehn Stunden arbeitet.“

Allerdings muss sie sich ihre Freizeit nun etwas besser einteilen. Zur Klarinette, Akkordeon, Blockflöte oder Saxofon wird sie nicht mehr so häufig greifen können. Als Mitglied des Edenhausener Musikvereins und mit ihrer eigenen Gruppe, dem „Billenhauser Klarinettentrio“, ist sie auch hin und wieder unterwegs.

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