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Ziemetshausen

04.07.2019

Die Idee zum Singen entstand beim Nachmittagskaffee in Ziemetshausen

Christine Liebhaber (links) und Inge Schmitt haben den beliebten und erfolgreichen Chor Common Voices initiiert und gegründet.
Bild: Sammlung Liebhaber

Der Chor Common Voices blickt auf 20 Jahre zurück. Das Gründungsmitglied Christine Liebhaber berichtet aus der Anfangszeit der Ziemetshauser Sänger.

Der weit über die Region hinaus bekannte Chor Common Voices, ursprünglich als Gospelchor ins Leben gerufen, kann sein 20-jähriges Bestehen feiern. Er tut dies in unmittelbarer Nähe der Stätte, wo er im Sommer 1999 bei einem Kaffeeklatsch von Christine Liebhaber und Inge Schmitt aus dem Nichts entstanden ist. Im Hof des Webereimuseums in der Friedhofstraße in Ziemetshausen wird mit einem Open-Air-Konzert gefeiert. Wir haben mit Gründungsmitglied Christine Liebhaber gesprochen.

Wie kam es zur Gründung der Common Voices?

Christine Liebhaber: Inge Schmitt und ich äußerten bei einer Tasse Kaffee bei ihr in der Friedhofstraße im Sommer 1999 den Wunsch, wieder zu singen. Ich hatte während meiner Internatszeit im Kloster in Wettenhausen viel Kontakt mit moderner Musik, mit Musik mit Pep. Neben meinem Faible für Klassische Musik begeisterten mich dort die Jugendgottesdienste mit Gospels ebenso wie der Gemeinschaftssinn unter den Chormitgliedern. Ja, so etwas schwebte uns beiden vor. Auf dem Nachhauseweg bin ich bei der jungen Musiklehrerin Natalija Volk vorstellig geworden und habe sie gefragt, ob sie willens und bereit wäre, einen neu zu gründenden Gospelchor zu leiten. Frau Volk war begeistert und sagte spontan zu.

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Mit zwei Leuten und der Chorleiterin habt ihr angefangen?

Liebhaber: Natürlich nicht, wir haben uns in unserem Bekanntenkreis umgehört und auf die Schnelle sind wir fünf Frauen und ein Mann gewesen, mit denen Natalija Volk nach den Sommerferien 1999 im alten Pfarrheim in Ziemetshausen Gospels einstudiert und uns mit dem Keyboard begleitet hat. Im Lauf der Zeit stießen immer mehr gleichgesinnte sangesfreudige Menschen aus Ziemetshausen, Thannhausen und auch aus dem Nachbarkreis Augsburg zu uns.

Wann habt ihr euren ersten Auftritt gehabt?

Liebhaber: Nach einigen privaten Auftritten sind wir erstmals im Festzelt beim Musikfest in Ziemets-hausen 2002 aufgetreten – ohne Notenblätter! Dazu hat uns Natalija Volk angehalten. Das haben wir bis heute so gehalten.

Bestand euer Repertoire nur aus Gospelsongs?

Liebhaber: Nein, das Programm wurde auf Rock und Pop ausgeweitet. Selbst in der voll besetzten Pfarrkirche in Ziemetshausen seinerzeit haben wir damit einen für uns überwältigenden Erfolg eingeheimst.

Seid ihr nur zuhause öffentlich aufgetreten?

Liebhaber: Auf Vermittlung eines Chormitgliedes haben wir eine viertägige Konzerttour an der Ostsee unternommen, anlässlich von Workshops im Allgäu oder am Chiemsee haben wir dort auch Konzerte gegeben. Dann waren wir Teil einer Benefizveranstaltung mit dem bekannten Entertainer Chris Crazy und der Profisängerin Elisabeth Haumann in der Kongresshalle in Augsburg. Einen ebenfalls großen Auftritt hatten wir im Foyer des Augsburger Stadttheaters. Der große Erfolg wurde leider gedämpft dadurch, dass dies zugleich auch das Ende der Zusammenarbeit mit Natalija Volk bedeutete und das sozusagen das Abschiedskonzert für sie war.

Und wie ging´s dann weiter?

Liebhaber: Nach der Übergangslösung mit der Musikstudentin Daniela Pfannenstiel, die gerne mit unserem Chor gearbeitet und dabei für ihr Studium profitiert hat, haben sich die Common Voices mit Mark Poppe einen Leiter geangelt, der vielerlei Neues einbrachte und alle begeistert hat. Zu Gospels kamen Rocksongs dazu, Mark hat viel Instrumentalbegleitung geleistet, ist er doch ein vielseitiger Instrumentalist gewesen. Es folgten Konzerte auf der Dilldapper-Bühne in Ichenhausen, mit Auftritten im Harrington in Günzburg begann unsere Open-Air-Ära, mit einem eigenen Konzert im Stadtsaal wollten wir mit Poppe zusammen „Krumbach rocken“. Unsere Workshops endeten stets mit viel beachteten Konzerten, zum Abschluss des Probenwochenendes am Chiemsee haben wir gar auf dem Hochfelln ein Konzert geben dürfen. Der Gemeinschaftssinn stand bei den Common Voices stets im Vordergrund, so haben wir auch gemeinsame Wanderungen unternommen und dann in familiärer Atmosphäre auch gefeiert.

Wie sind die Common Voices auf Elisabeth Haumann gestoßen?

Liebhaber: Ersten Kontakt hatten wir mit ihr völlig wertneutral bei der Benefizgala in der Kongresshalle in Augsburg. Die Gesangspädagogin Elisabeth Haumann lebte seinerzeit noch in Ziemetshausen, man kannte sich nicht nur vom Sehen. Außerdem hatten wir sie schon als Gastdozentin bei einem Stimmbildungs- Workshop erleben können. So haben wir nach Beendigung des Engagements von Mark Poppe eigenständig weitergesungen und gearbeitet. Und Elisabeth Haumann war bereit, zu ihrer bisherigen alleinigen Einzelstimmenausbildung mit ganz jungen Leuten auch mit erwachsenen Chormitgliedern zu arbeiten.

Wie hat sich dieser Wechsel für den Chor ausgewirkt?

Liebhaber: Frau Haumann wirkt mit ihrem ausgeglichenen Wesen menschlich und musikalisch souverän. Sie hat neue a-cappella-Stücke in den Vordergrund gerückt und mit uns eingeübt. Die Chorstimmen hat sie dabei wesentlich gestärkt. Unsere letzten Chorproben vor den Sommerferien – von Mark Poppe initiiert – im Rahmen eines Open-Air-Konzertes beim Webereimuseum in Ziemetshausen wurden immer erfolgreicher. Die Besucherzahlen sind ständig gewachsen, 250 und mehr Zuhörer sind keine Seltenheit. Ein Herzensanliegen von mir war es, den Förderverein des Klosters in Wettenhausen mit einem Benefizkonzert zu unterstützen. Den zahlreichen Besuchern im Kaisersaal dort wurde bei herausragender Akustik ein großartiger Genuss geboten. Aber auch in Augsburg haben die Common Voices mit ihrem souveränen, vor Lebensfreude sprühenden Auftreten und dem derzeitigen Repertoire nicht erst nach dem Auftritt im prall gefüllten Stadtwerke-Saal einen Namen.

So schließt sich jetzt der Bogen zu eurem 20-jährigen Jubiläum?

Liebhaber: Ja, so kann man es ausdrücken. Was vor zwei Jahrzehnten in der Friedhofstraße in Ziemets-hausen bei einer Tasse Kaffee begann, findet kommenden Mittwoch im Hof des Weberei-museums, nur einen Katzensprung davon entfernt, mit unserer weiteren „letzten Chorprobe“ einen neuerlichen Höhepunkt. Wir alle freuen uns schon darauf und dürfen den Besuchern einen herrlichen Abend versprechen.

Interview: Peter Voh

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