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Krumbach

18.06.2019

Die Kita-Debatte bewegt Krumbach

Das Städtische Kinderzentrum wurde vor einigen Jahren umfassend modernisiert und erweitert. Doch der Bedarf an Kita-Plätzen ist in Krumbach weiter gestiegen.
Bild: Monika Leopold-Miller (Archivfoto)

Plus Wie groß ist der Bedarf an Kita-Plätzen in Krumbach tatsächlich? Warum dieses Thema in der Sitzung des Krumbacher Stadtrates eine zentrale Rolle spielen dürfte.

Kann in Krumbach eine ausreichende Zahl von Plätzen in Kindertagesstätten zur Verfügung gestellt werden? Dieses Thema bewegt in Krumbach seit Monaten viele Menschen. Bürgermeister Hubert Fischer hat auf Anfrage unserer Redaktion angekündigt, dass er in der Stadtratssitzung am kommenden Montag, 24. Juni (Beginn um 18.30 Uhr im Rathaus) entsprechendes Zahlenmaterial vorstellen wird. In der Stadtverwaltung sei von Eltern ein aktueller Bedarf für rund 30 Kinder gemeldet worden. Er ist zuversichtlich, dass für all diese Kinder bis September oder Oktober Plätze gefunden werden können.

Zum Thema Kita-Plätze hatte sich CSU-Stadträtin Gabriele Tuchel, die in engem Kontakt zur Elterninitiative steht, mehrfach, auch im Namen der CSU-Fraktion, schriftlich an den Bürgermeister gewandt. Sie hofft jetzt auf entsprechende detaillierte Informationen in der kommenden Stadtratssitzung. „Transparenz ist hier ganz wichtig“, betont sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Stadtrat sollte von Bürgermeister und Verwaltung umfassend informiert werden, „die Karten müssen auf den Tisch gelegt werden“. Gabriele Tuchel würde es auch begrüßen, wenn die Stadt eine Informationsveranstaltung für Eltern anbietet, dies würde in die Thematik „Ruhe“ hineinbringen und verhindern, dass Gerüchte entstehen.

Weitere Informationen zum Thema Kita-Plätze in Krumbach finden Sie hier:

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Bürgermeister Fischer hingegen hebt mit Nachdruck hervor, dass der Stadtrat zur Kita–Thematik umfassend informiert worden sei. Bereits in der zweiten Maihälfte habe er auf ein Schreiben von Gabriele Tuchel mit entsprechenden Informationen geantwortet. Fischer verweist zudem auf den umfassenden Bericht unserer Zeitung vom 21. Mai zum Sachstand. Am 3. Juni habe er den Bauausschuss zum Thema informiert. Zudem habe es eine Information in der Runde mit den Fraktionsvorsitzenden gegeben. Von mangelnder Information könne also keine Rede sein. Eine Info-Veranstaltung für Eltern hält der Rathauschef nicht für zielführend. Die Eltern sollten sich direkt an die Stadtverwaltung wenden.

In seiner jüngsten Sitzung hatte der Bauausschuss des Stadtrates einer „zeitweisen Umnutzung und Unterbringung einer Kindergartengruppe im evangelischen Pfarrheim“ (so die Formulierung der Stadtverwaltung) zugestimmt. Vorgesehen ist, dass rund 20 bis 25 Kinder kurzfristig im Gemeindehaus untergebracht werden. Fischer sieht dieses Projekt auf einem guten Weg und bald sollen 20 Eltern entsprechende Informationen erhalten, dass die Unterbringung ihrer Kinder gesichert ist. Rund zehn weitere Kinder könnten im Kinderzentrum und im Kindergarten Maria Hilf Platz finden. Diese seien dann „voll bis zum Anschlag“, aber die Plätze für den aktuellen Bedarf seien dann bereitgestellt. In Niederraunau soll ab Februar/März 2020 in einem Interimsbau eine zusätzliche Gruppe mit rund 25 Kindern untergebracht werden. Im Gespräch ist überdies eine Erweiterung des evangelischen Kindergartens um zwei Gruppen.

Gespräche mit dem Roten Kreuz

Die Stadt steht auch in Gesprächen mit dem Roten Kreuz (BRK) bezüglich eines Neubaus eines Kindergartens, der auf der freien Fläche zwischen dem Seniorenheim und dem Haus „Betreutes Wohnen“ entstehen könnte. Zuletzt hieß es auch, dass das BRK bis zur Fertigstellung eines Neubaus ab Herbst übergangsweise eine Kita-Gruppe (rund 25 Kinder) im bestehenden Seniorenheim unterbringen könnte. Doch hinter dieser Lösung steht jetzt, wie Fischer berichtet, wieder ein Fragezeichen, es gebe „eigentumsrechtliche Probleme“. Das BRK ist Mieter der Anlage, mit der Investorengemeinschaft seien noch Gespräche nötig, wie eine Lösung aussehen könnte. Fischer betont aber auch, dass das BRK gerne eine Lösung mit der Stadt finden möchte.

Bezüglich des tatsächlichen aktuellen Bedarfs wurden zuletzt immer wieder unterschiedliche Zahlen genannt. Fischer sprach von rund 30 aktuellen Meldungen bei der Stadt. Bei einem Treffen der Elterninitiative vor rund einem Monat war von 60 Kindern die Rede. Fischer sagt, dass es bezüglich der Meldelisten in den Kitas bislang kein standardisiertes Verfahren gegeben habe. Das soll für die Anmeldung zum Kindergartenjahr 2020/2021 auf Online-Basis eingeführt werden. Manche Eltern hätten sich zunächst gemeldet, dann aber doch keinen Bedarf. Wichtig sei die direkte Meldung bei der Stadt.

Gabriele Tuchel bemängelt, dass es in Sachen Bedarf offensichtlich bis heute keine belastbaren Zahlen gebe. Eine bessere Koordinierung wäre hier doch zwischen der Stadt und den einzelnen Kitas möglich gewesen, meint sie. Sie hofft, dass es am Montag in der Sitzung hier eine Klärung gibt.

Gabriele Tuchel kritisiert ferner, dass Eltern auf ihre E-Mail-Anfragen bei der Stadtverwaltung bisweilen monatelang keine schriftliche Rückantwort erhalten hätten. Sie verweist unter anderem auf eine Mutter, die ihren Sohn bereits im September 2018 im Städtischen Kindergarten und im Kindergarten Maria Hilf angemeldet habe. Und eine E-Mail habe sie auch direkt an die Stadt geschickt. Sie habe bis heute keine Rückmeldung erhalten. Fischer weist die Kritik von Gabriele Tuchel zurück. Es mache doch keinen Sinn, einfach nur zurückzuschreiben, dass man das Schreiben zwar erhalten habe, aber in Sachen Kita-Platz noch keine konkrete Antwort geben könne.

Schwierige Suche nach Trägern

Im Gespräch war zuletzt auch eine Nutzung der bisherigen FOS/BOS-Räume für Kita-Plätze (nach dem Umzug der FOS/BOS ins neue Gebäude an der Lichtensteinstraße). Die Räumlichkeiten hätten sich, so Fischer, als ungeeignet erwiesen, man hätte sehr viel umbauen müssen. Zuletzt wurden immer wieder auch die Stichworte Montessori-Kindergarten oder Waldkindergarten genannt. Aber Fischer sagt, dass es schwierig sei, entsprechende Träger zu finden. Diese Problematik werde von Eltern mitunter unterschätzt. Am kommenden Montag findet die Kita-Diskussion nun im Stadtrat ihre Fortsetzung. Es ist offensichtlich damit zu rechnen, dass an diesem Abend auch wieder viele Eltern anwesend sein werden.

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