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Edenhausen

11.11.2017

Die Küchenschlacht geht weiter, aber bitte vegan

Hier ist sie die Chefin: Ramona Kuen leitet das vegan-vegetarische Bistro im Reformhaus Glück.
Bild: Silvia Maurer

Ramona Kuen aus Edenhausen ist ab Montag wieder im Fernsehen zu sehen. Wie die 27-Jährige über den Marienhof und einen Horrorfilm in eine Kochshow und zum Reformhaus Glück kam.

„Die kann vegan kochen. Die brauchen wir!“, sagte Brigitte Johannes zu ihrem Sohn Wolfgang Johannes 2015 und legte ihm einen Zeitungsartikel der Mittelschwäbischen Nachrichten auf den Tisch. Dieser handelte von Hobbyköchin Ramona Kuen aus Edenhausen, die sich mit ihren veganen Gerichten bei der ZDF-Sendung „Die Küchenschlacht“ den Sieg holte.

Heute, gut zwei Jahre später, leitet Ramona Kuen das Bistro im neu eröffneten Reformhaus Glück am Marktplatz und hat mit Wolfgang Johannes als Partner auch ihr privates Glück gefunden. „Ohne die ,Küchenschlacht’ wäre ich nicht dort, wo ich heute bin“, stellt Ramona Kuen fest.

Alle sechs Kandidaten haben dadurch den Sprung ins professionelle Kochen geschafft

Und sicherlich spielte diese persönliche Bedeutung der Kochshow eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung, erneut teilzunehmen, als sie zu einem Ehemaligen-Spezial eingeladen wurde. Ab kommenden Montag, 13. November, werden die fünf Sonderfolgen täglich um 14.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Das Besondere: Alle sechs Kandidaten haben bereits einmal teilgenommen und haben dadurch den Sprung ins professionelle Kochen geschafft.

Dabei ist die Biografie der 27-jährigen Ramona Kuen alles andere als ein geradliniger Weg Richtung vegan-vegetarischer Berufsküche. Im Gespräch mit ihr wird schnell deutlich: Vieles von dem, was sie heute liebt und lebt, spielte zu unterschiedlichen Zeitpunkten in ihrem Leben schon einmal eine kleinere oder größere Rolle. Mit viel Mut, ihren ganz eigenen Weg zu suchen und dabei auch Umwege in Kauf zu nehmen und aus diesen einen Gewinn zu erzielen, ist es ihr nun gelungen, ihr persönliches Puzzle zusammenzufügen. „Ich kann heute alles, was mir Spaß macht, leben“, sagt sie stolz.

Zu diesem „alles“ zählt auch das Metier Film und Fernsehen. Denn das Spiel mit der Kamera ist für Ramona Kuen nichts Neues: Ihren ersten TV-Auftritt hatte Ramona Kuen bereits 2002 im Alter von zwölf Jahren. Mit ihren Lamas war sie im KiKa zu sehen.

„Ich wollte immer schon irgendwas anderes machen“, erzählt sie über sich. Nach dem Realschulabschluss 2008 in Krumbach bewarb sie sich an einer Schauspielschule in München und wurde nach einem harten Auswahlverfahren angenommen. Danach wurde sie bei einer Münchner Agentur aufgenommen und bekam Auftritte in TV-Formaten wie „Sturm der Liebe“, „Marienhof“ oder „K11“. Auch einen Sparten-Horrorfilm drehte sie, der 2012 sogar im Krumbacher Cine Park zu sehen war.

Bald danach fasste Ramona den Entschluss, aus dem hauptberuflichen Schauspielbusiness auszusteigen. Leicht war diese Entscheidung nicht, auch wenn es triftige Gründe dafür gab: Untertags nahm sie Schauspielunterricht, stand auf der Theaterbühne oder machte TV-Aufnahmen, nachts arbeitete sie bei McDonald’s, dazu die tägliche Pendlerei von Edenhausen nach München oder Ulm. „Ist eben erst mal brotlose Kunst, die Schauspielerei“, sagt sie heute. „Und wenn du dann feststellst, dass das eventuell wirklich richtig was werden könnte, dann bleibt nicht mehr viel Zeit für Familie und Freunde.“ Auch die Tatsache, dass es als professionelle Schauspielerin schwer geworden wäre, irgendwann wirklich sesshaft zu werden, bewegte sie dazu, einen anderen Weg einzuschlagen, der sie letztlich zurück ins kulinarische Geschäft führte.

Kochen war neben der Schauspielerei Kuens große Leidenschaft

„Zurück“ deshalb, weil Ramona sich bereits direkt nach der Realschule um eine Ausbildung als Köchin beworben hatte. „Ich hab mich damals aber nur bei den besten Hotels in München beworben.“ Schon vor knapp zehn Jahren war das Kochen neben der Schauspielerei ihre große Leidenschaft, die Ramona, wie sie es selbst ausdrückt, „richtig“ erlernen wollte: Keine Fertigprodukte, alles frisch. Mit dem Ausbildungsplatz wurde es damals jedoch nichts.

Nachdem Entschluss, die hauptberufliche Schauspielerei zu beenden, machte Ramona eine vierjährige Ausbildung zur Kinesiologin und eröffnete im Anschluss ihre eigene Praxis in Edenhausen, die sie auch heute noch betreibt. Die berufliche Neuorientierung brachte es mit sich, dass sie sich mehr und mehr dafür interessierte, „wo und wie was im Körper passiert“. Irgendwann kam in diesem Zuge das Thema vegane Ernährung auf den Tisch: Sie hörte vieles über die angeblich positiven Auswirkungen veganer Ernährung auf Körper und Geist. „Aber ich glaube Sachen, die irgendwo stehen oder die irgendwer sagt, nicht einfach so“, erzählt Ramona.

Zusammen mit ihrer Familie begann sie kurzerhand den Selbstversuch, gab jedoch nach einem Monat wieder auf. „Wir kannten uns einfach viel zu wenig aus. Vegan macht nur dann Spaß, wenn man das gesamte Spektrum kennt.“

Und so hätte es vermutlich ihrer eigenen Lebensphilosophie des Nie-Auslernens widersprochen, hätte sie das Thema „vegan“ damit abgehakt. Ramona hängte an ihre ersten beiden Ausbildungen eine Schulung zur veganen Ernährungsberaterin bei einer renommierten Einrichtung in Norddeutschland dran. Und das, was sie macht, macht sie richtig: Nebenbei hospitierte sie bei Köchen wie Sebastian Copien in München und Nico Rüttenau in Berlin, beides Koryphäen im Bereich der veganen Küche.

Ramona Kuens Geheimrezept ist die Würze

2015 startete sie dann den ersten Versuch, ihre beiden Standbeine miteinander zu verbinden und bewarb sich bei der „Küchenschlacht“. Und es war prompt ein Erfolg: Sie setzte sich mit ihren veganen Leckereien gegenüber ihren Konkurrenten durch und überzeugte selbst Juror Alfons Schuhbeck. Und was ist ihr Geheimrezept: „Ich denke die Würze“, schmunzelt Ramona. Oft fehle veganem Essen der gewisse Pepp.

Heute hat alles eine gewisse Selbstdynamik entwickelt: „Inzwischen rufen die mich an, wenn sie eine passende Sendung haben“, erzählt sie. Und mit „die“ meint sie nicht nur das ZDF-Team der „Küchenschlacht“. Auch vom Sat.1-Format „The Taste“ bekam sie bereits eine Anfrage, die sie jedoch bewusst ablehnte: „So etwas mache ich nicht mehr. Auf jeden Löffel Fleisch und Fisch drauf hauen, das ist nicht meins“, erklärt sie. Es wird klar, die junge Edenhauser Küchenchefin hat ihr eigenes Profil geschärft, sie weiß, wo sie hin möchte und versteht es, sich selbst entsprechend zu präsentieren.

Auch dieses Mal trat Ramona Kuen bei der „Küchenschlacht“ mit rein veganen Rezepten an. Das Motto lautete passend zur Jahreszeit „winterlich“. Zwar darf sie vor der Aufzeichnung nicht darüber sprechen, wie weit sie gekommen ist, aber eines ist bereits offiziell: Die Gagen der Kandidaten dieser Spezialsendung werden gespendet. „Sollte ich gewinnen, geht das Geld an die Krumbacher Tafel, da ich sehr regional spenden wollte und denke, dass zu viele Lebensmittel weggeworfen werden“, verrät sie.

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