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Krumbach

13.06.2018

Die Kult-Euphorie der Gründerzeit ist immer noch da

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Gründung „unterm Matterhorn“ sozusagen: Im Gasthof Diem fand am 23. Juni 1993 die Gründungsversammlung des Krumbacher Kulturvereins Kult statt. Unser Bild zeigt den damaligen Vorstand mit (von links) Simone Göser-Wagner, Andrea Kaeuffer, Lila Fogelstaller, Astrid Bauer und Conny Bühler.
Bild: Sammlung Kult

In 25 Jahren hat der Kulturverein Kult das Kulturleben in Krumbachmaßgeblich geprägt. Wie die Anfänge aussahen und welche besonderen Akzente gesetzt wurden.

Das sei mitunter schon ein mulmiges Gefühl gewesen. „Der Verein hatte doch kein Geld damals“. Und dann 20000 Mark Investitionen für ein Open-Air-Konzert? Was passiert, wenn die Veranstaltung ein Flop wird? Da hätten dann die Vorstandsmitglieder mit ihrem Privatvermögen geradestehen müssen, erinnern sich Lila Fogelstaller und Andrea Kaeuffer. Dies beiden sind Gründungsmitglieder der Krumbacher Kulturvereins Kult. Open-Air-Konzerte haben sie nach der Gründung des Klubs zahlreiche organisiert. Die meisten wurden zu beeindruckenden Erfolgen, teilweise kamen bis zu 2000 Besucher. Dies steht am Anfang der 25-jährigen Geschichte des Vereins, die sich zu einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte entwickelt hat.

Die heute 56-jährige gebürtige Stuttgarterin Lila Fogelstaller war mit ihrem Mann und drei kleinen Kindern über Würzburg nach Krumbach gekommen. Die 57-jährige Andrea Kaeuffer stammt aus Esslingen, auch sie kam ihrer Familie (Mann und zwei Kinder) über Würzburg nach Krumbach.

Außer Blasmusik sei das kulturelle Angebot in der Stadt damals eher dürftig gewesen, erzählen sie. Literatur, Kabarett, Jazzmusik, spezielle Kinoabende: Hier sahen die Kult-Gründungsmitglieder Simone Göser-Wagner, Andrea Kaeuffer, Lila Fogelstaller, Astrid Bauer und Conny Bühler (sie bildeten den ersten Vorstand des Vereins) große kulturelle Entwicklungsmöglichkeiten für Krumbach.

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Zur Keimzelle des Kulturvereins Kult wurde ein Kinder- und Kulturcafé, das im Krumbacher Wiedemannskeller untergebracht war. Open Airs auf dem Waldsportplatz: Das war die heute fast schon legendäre Anfangszeit des Vereins. „Wir haben die Bühne selbst gebaut, die Plakate gemalt, wir standen an der Kasse“: Als Andrea Kaeuffer (sie arbeitet heute als Sonderschullehrerin in Hochwang) und Lila Fogelstaller (sie ist Gesundheits- und Sozialwirtin im Dominikus-Ringeisen-Werk) über diese Zeit sprechen, geraten sie auch nach 25 Jahren noch regelrecht ins Schwärmen. Es ist ein Enthusiasmus, der den Verein durch seine ganze Geschichte getragen hat.

Rasch wurde das Programm facettenreicher und breiter angelegt. Es gab Kino-Matineen im Krumbacher Filmtheater, im Jahr 2000 folgte die erste Jugendkunstausstellung im Hürbener Wasserschloss, 2001 die erste Jahreskunstausstellung im neu eingerichteten Mittelschwäbischen Heimatmuseum.

Thomas Heitele kam damals als Museumsleiter nach Krumbach. Die Zusammenarbeit zwischen Kulturverein und Museum entwickelte sich zu einem regelrechten Glücksfall für beide Seiten. Die bildende Kunst ist bis heute ein wesentlicher Eckpfeiler der Arbeit des Kulturvereins Kult. Von Dienstag, 19. Juni bis Sonntag, 24. Juni, findet in Krumbach ein großes Bildhauer-Symposium statt. Sechs Künstler arbeiten in diesen Tagen im Stadtpark an ihren Skulpturen, sie möchten dabei das intensive Gespräch mit Passanten suchen. Finale ist dann die Vernissage am Sonntag, 24. Juni, ab 11 Uhr im Krumbacher Stadtpark. Diese Vernissage ist auch das Jubiläumsfest des Kulturvereins. Federführend bei der Organisation des Symposiums ist der heimische Künstler Andreas Birkner (Wabato Movement). Doch es ist nicht nur die bildende Kunst, bei der der Kulturverein Kult bleibende Akzente gesetzt hat. Mit Jazzkonzerten, Literaturherbst und Poetry Slam seien nur einige Stichworte genannt.

Die Zeit, in der Plakate selbst gemalt wurden, ist inzwischen Vergangenheit. Der Künstler Wolfgang Mennel gestaltet den Auftritt des Vereins vom Plakat bis hin zum Online-Auftritt auf professionelle Weise. Vor rund vier Jahren stieß die Kulturorganisation Subkult offiziell zum Verein. „Das war ein Riesengewinn“, sagt Lila Fogelstaller. Derzeit zählt der Verein rund 75 Mitglieder, davon rund zehn Aktive. Viele Sponsoren und fördernde Mitglieder haben die Aktivitäten des Vereins intensiv unterstützt. Und die Euphorie ist immer noch da – wie damals bei den ersten Open Airs.

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