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Ursberg

20.02.2018

Die Lust am Original: Volksmusik ohne Fremdzutaten

Der musikalische Nachwuchs eroberte die Herzen aller im Sturm. Beim „Bunten Abend“ der Rucksackmusikanten im Bräuhaussaal von Ursberg traten Jakob und Sofie auf, die Enkel von Winfried Konrad, dem Sprachrohr und Organisator acht Volksmusiker. 

Die Rucksackmusikanten wissen im Bräuhaussaal zu begeistern. Das Publikum darf ratschen und mitsingen. Die Stimmung im Saal ist bombastisch. Wer noch alles auftrat.

Die Bedingungen waren widrig: Wintereinbruch, unsichere Straßenverhältnisse, prognostizierter Schneefall bis spät in die Nacht. Aber die Fangemeinde der „Rucksackmusikanten“ ließ sich davon wenig beeindrucken. Der Bräuhaussaal in Ursberg füllte sich restlos zum „Bunten Abend“ und ohne die witterungsbedingten Absagen hätten viele Interessierte wohl gar keinen Einlass gefunden. Woher Popularität und Beliebtheit dieser Formation kommen, das konnte man leicht erfahren, wenn man ins Publikum hineinhörte. Endlich einmal wieder eine Blasmusik ohne Verstärkung und ohne Schlagzeug, meinten die einen. Volksmusik ganz echt und natürlich, sozusagen ohne Fremdzutaten und Geschmacksverstärker, das erklärten die anderen.

Schon beim zweiten Stück „A Böhmischer für da Lechner Franz“ klatschten die meisten mit. Es gehe ganz ungeniert zu, man dürfe auch ratschen, wenn die Musik spiele, erklärte Winfried Konrad, das Sprachrohr der „Rucksackmusikanten“. Und vor allem dürfe und solle das Publikum mitsingen. Dazu ließ er an alle Tische die Mitsinghefte austeilen. Bei insgesamt zwölf Musiktiteln war eine sängerische Unterstützung aus dem Saal vorgesehen und das erwies sich erneut als eine Trumpfkarte der „Rucksackmusikanten“.

Und hoch die Bratpfanne

Zu den beliebten Titeln wie „Böhmerwald Walzer“, „Kleiner Harmonika Spieler“ und „Dem Land Tirol“ zeigte Winfried Konrad mithilfe einer hoch gehaltenen Bratpfanne die Seite im Heft an und dann kam Bewegung unter die rund 250 Sänger und sofort stieg die Stimmung im Saal jedes Mal spürbar an. Wie im vergangenen Jahr durfte auch der Nachwuchs ran. Für Sofie und Jakob, die Enkel von Winfried Konrad, ist das Musizieren im häuslichen Umfeld die natürlichste Sache der Welt. Nach dem Motto „Früh übt sich“ gewöhnen sich die beiden an den Auftritt vor großem Publikum und erobern mit kindlichem Charme die Herzen der Hörerschaft im Handstreich.

Als weitere Zutaten zum „Bunten Abend“ in Ursberg waren Mundartdichter Theo Span aus dem unteren Illertal und das Gesangs-Duo Christine und Hans Wagner aus Tödtenried engagiert worden. Sie lieferten Witze und skurrile, teils auch derbe Begebenheiten aus dem Alltag gewissermaßen am laufenden Band. Alle drei passten nahtlos zum Erfolgsrezept der „Rucksackmusikanten“: Nähe zum Publikum, Mundart, ungekünsteltes Auftreten, Qualitätsbewusstsein ohne Perfektionismus. Und auch hier war Mitmachen angesagt. Die Frauen konnten sich im Mitsing-Refrain über die Dummheit der Männer auslassen, die Männer anschließend durch kräftiges Nachäffen dagegenhalten. Nähme man die Lautstärke als Kriterium, hätten die Männer hierbei den Wettkampf der Geschlechter gewonnen.

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