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Zehn Jahre Legoland

11.05.2012

Die Neuheiten 2013 stehen schon fest

Seit 10 Jahren gibt es das Legoland Deutschland in Günzbur.
Bild: dpa

Auf dem Weg zum Freizeitressort sollen ein großer Indoor-Bereich im Park und eine Burg beim Feriendorf entstehen. Das Geld für die Investitionen ist bereits zugesagt.

Chef eines Freizeitparks zu sein, ist ein schöner Beruf: Überall Familien in Urlaubsstimmung, lachende Kinder. Ein kreativer Job mitten im Paradies von Tausenden Legosteinen. Er kann aber auch ganz schön hart sein. Wie viel von einem Geschäftsführer von Legoland Deutschland in Günzburg verlangt wird, lässt sich an zwei Tatsachen ablesen: In den zehn Jahren seit Eröffnung des Parks am 17. Mai 2002 gab es schon sechs Leute an der Spitze. Aktuell ist es Hans Aksel Pedersen. Der 48-Jährige lenkt seit November 2008 die Geschicke des Klötzchenparks. Er ist damit der Chef mit der längsten Amtszeit auf diesem Posten.

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Pedersen weiß, dass die riesige Merlin Entertainments Gruppe mit mehr als 17000 Mitarbeitern all sein Tun aufmerksam verfolgt. Sie ist der Eigentümer der fünf Legoländer der Welt und will nachhaltig wachsen. Das Ziel ist ebenso klar ausgegeben wie ehrgeizig: Merlin will der größte Betreiber von Besucherattraktionen weltweit werden. Dazu muss der Anbieter von Familienunterhaltung den Disney-Konzern überholen, der auf Platz 1 steht.

Die englische Merlin-Gruppe, die 17 Sealife-Parks betreibt, ist finanzstark. Hinter ihr steht die amerikanische Investmentgruppe Blackstone. Anteile hat auch der Lego-Gründer Kristiansen. Doch Geld gibt es nur, wenn es gut läuft. Das ist in Günzburg offensichtlich der Fall.

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Pedersen sprach vor geraumer Zeit beim Wirtschaftsforum der Stadt Günzburg davon, dass der Freizeitpark im vergangenen Jahr seine beste Saison seit Bestehen gehabt habe. Etwa 1,2 Millionen Gäste seien gekommen. Das Feriendorf mit seinen 612 Betten habe mit 81 Prozent eine Spitzenauslastung erzielt und ein Plus an Übernachtungen von 29 Prozent verzeichnet. „Es ist schön zu sehen, wie sich der Park entwickelt hat“, sagt der Geschäftsführer nicht ohne dieses für Dänen so bekannt smarte, ansteckende Lächeln im Gesicht.

Die Geburt sei schwierig gewesen, schließlich musste etwa die Hälfte des 140 Hektar großen Muna-Waldes entmunitioniert werden. Das kostete Millionen. Die Fachleute entsorgten 62000 Kleinbomben, 6600 Granaten und 335 Tonnen Schrott. Ein Sprengmeister kam bei den Arbeiten ums Leben. „Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten hat der Eigentümer immer mehr Geld investiert. Das hat sich gelohnt“, stellt Pedersen fest. Die Zahl der Gäste sei stetig gewachsen, die Umsätze auch. „Wir haben ein besseres Produkt bekommen.“

Regelrecht eingeschlagen hat das Legoland-Feriendorf, das 2008 eröffnet wurde. Es wird stark nachgefragt. Am Rande des Parks ist ein kleines Dorf mit Restaurants, See, Bowlingcenter, Hochseilgarten, Spielplätzen und einer Minigolfanlage entstanden. Dank der frühzeitigen Buchungen kann Legoland nun längerfristig planen und fest mit den Einnahmen kalkulieren – unabhängig vom Wetter. Es ist eine der beiden großen Herausforderungen, denen sich der Parkchef mit seinem Team stellen muss. Einerseits sind die Möglichkeiten für Familien mit Kindern, bei Regen oder sengender Hitze einen kurzweiligen Tag im Legoland zu verbringen, eingeschränkt. Andererseits weiß der Manager, dass man sich anstrengen muss, dass die etwa 600000 Menschen, die in der Region pro Jahr übernachten, länger bleiben als nur ein bis zwei Tage. Aktuell beträgt die Verweildauer im Schnitt 1,7 Nächte. „Das ist ein riesiges Potenzial. Wenn man rechnet, dass jede der etwa 150000 Familien circa 150 Euro ausgibt, dann fließen jährlich mehr als 22 Millionen Euro in die Region“, so der 48-Jährige.

Pedersen hat Pläne, um dieses Potenzial besser zu nutzen. Er will den laut Umfrage kinderfreundlichsten Park zu einem Freizeitressort entwickeln. 2013 soll eine große Indoor-Attraktion gebaut werden, ein sogenanntes „Dark Ride Inn“ mit Laserpistolen und Infrarotlicht. Außerdem entsteht auf dem Feriendorf-Gelände Pedersens Lieblingsprojekt – eine exklusive Burg mit 28 Fünf-Sterne-Zimmern.

„Das Geld für diese Investitionen habe ich schon zugesagt bekommen“, verkündet der Parkchef erfreut. Und da ist wieder dieses smarte Grinsen eines dänischen Günzburgers.

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