Newsticker

USA: Fünf Millionen gemeldete Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Die Nöte der Christen in Westafrika

Vortrag

21.08.2019

Die Nöte der Christen in Westafrika

Pfarrer Victor Mordi aus Nigeria hat in Breitenthal die Urlaubsvertretung für Dekan KIaus Bucher übernommen.
Bild: Sigrid Lecheler

Pfarrer Victor Mordi aus Nigeria gibt im Pfarrheim Breitenthal Einblicke in dramatische Geschehnisse

Ein besonderer Vortrag fand vor Kurzem im Pfarrheim Breitenthal statt. Pfarrer Victor Mordi, der zur Zeit die Urlaubsvertretung von Pfarrer Klaus Bucher in der Pfarreiengemeischaft ist, erzählte über die „Kämpfe und Hoffnungen“ der Christen in seinem Heimatland Nigeria. Mehr als 80 Menschen konnten an diesem Abend über den „heimischen Tellerrand“ hinausblicken und von den Sorgen und Nöten der christlichen Kirchen in Westafrika erfahren.

Der Pastoralrat der Pfarreiengemeischaft war von dem großen Andrang der Menschen überrascht, denn es fanden bei Weitem nicht alle einen Sitzplatz. Pfarrer Victor Mordi stammt aus der Diözese Sokoto im Nordwesten Nigerias, wo verhältnismäßig wenige Christen leben. Der Islam ist dort die vorherrschende Religion mit einem Anteil von weit über 70 Prozent.

Obwohl Nigeria ein weltlicher und demokratischer Staat mit Religionsfreiheit ist und vor allem im Süden des Landes überwiegend Christen leben, kommt es seit ein paar Jahren im Norden vermehrt zu Konfrontationen mit radikalisierten Moslems. Über die Massaker an der Zivilbevölkerung im Nordosten wurde und wird oft berichtet, vor allem weil die dort operierende „Boko Haram“-Bewegung offiziell als Terrororganisation eingestuft und sogar militärisch bekämpft wird.

Die Nöte der Christen in Westafrika

Weniger Beachtung erfährt aber der Konflikt im Nordwesten Nigerias, in der die Diözese Sokoto liegt. Victor Mordi erklärte, dass die Situation dort eine andere sei. Hier diene der Islam eher als Vorwand für Übergriffe auf christliche Dörfer. Die muslimisch geprägten Stämme der Fulani wollten dort die Weidegründe ihrer Herden vergrößern und nähmen oftmals den Tod eines Rindes zum Anlass, ganze Dörfer niederzubrennen und deren Bewohner zu töten. Der Konflikt mit den Fulani-Stämmen sei deswegen von besonderer Brisanz, weil der derzeitige Staatspräsident Nigerias ein Fulani ist und die Polizei und das Militär nicht gegen die Fulani-Stämme vorgingen. Die christliche Bevölkerung sei somit völlig schutzlos.

Trotz all dieser Gewalt und der fast aussichtslos erscheinenden Situation sei es laut Victor Mordi ein Wunder, dass der christliche Glaube dort so starken Zulauf erfahren habe. In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Anzahl an Christen in der Diözese Sokoto fast verdoppelt. Die Menschen dort fänden im Glauben die Grundlage für ihre Hoffnung.

Er kümmert sich um Waisenkinder

Zum Schluss stellte Pfarrer Mordi sein persönliches Hilfsprojekt vor. Er kümmere sich um die Schulausbildung von Waisenkindern. „Eine gute Ausbildung ist in Afrika die einzige Chance auf Verbesserung“, sagte er, „nur durch starke Kinder lässt sich dieser Konflikt überwinden.“ Er sammle Spenden dafür, und wenn jemand die Patenschaft für ein Kind übernehmen möchte, dann stelle er den Kontakt her. Im vergangenen Jahr spendete die DJK Breitenthal den Erlös der Weihnachtstombola an dieses Projekt, wofür Pfarrer Victor nochmals allen seinen herzlichen Dank aussprach. Wenn man sein Hilfsprojekt unterstützen möchte, könne man ihn über das Pfarrbüro Breitenthal erreichen.

Der Abend fand seinen Ausklang mit einem Büffet von lokalen und afrikanisch-inspirierten Speisen, die die Frauen der Pfarreiengemeinschaft Breitenthal und Pfarrer Victor selber zubereitet haben. (zg)

Wegen der großen Nachfrage wird der Vortrag am Mittwoch, 28. August, um 19.30 Uhr in der Alten Schule in Oberwiesenbach wiederholt werden. Davor findet um 19 Uhr in der Pfarrkirche Oberwiesenbach eine Messe statt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren