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Kreisversammlung

28.07.2012

Die Nöte sind vielfältig

Sanierung oder Rekultivierung ehemaliger Bauschuttdeponien? Für die Bürgermeister ein großer Unterschied: Das eine zahlt der Landkreis, für die erneute Nutzbarmachung sind aber finanziell sie zuständig. Auf dem Bild, der Wertstoffhof mit Grünsammelstelle in Aletshausen, für den diese Frage derzeit nicht relevant ist.
Bild: Bosch

Bürgermeister lassen sich im Aletshauser Sportheim auch neue Möglichkeiten der Imagewerbung zeigen

Aletshausen/Landkreis Dreimal im Jahr treffen sich in der Regel die Bürgermeister der 34 Kreisgemeinden zur Aussprache und Diskussion aktuell anstehender Probleme. Ausrichter der Veranstaltung sind gemeinsam das Landratsamt mit Landrat Hubert Hafner und der Kreisverband Günzburg im Bayerischen Gemeindetag mit seinem Vorsitzenden Bürgermeister Anton Birle (Ziemetshausen). Der stets wechselnde Tagungsort war diesmal das neu erweiterte Sportheim in Aletshausen und so stellte zu Beginn Bürgermeister Georg Duscher kurz seine Gemeinde vor, die mit 1100 Einwohnern zu den kleineren Kommunen gehört, aber doch finanziell und wirtschaftlich gut dasteht.

Um was es diesmal ging? Da stellten Anja Mühlegger und Ute Rotter von Tourismusverband Allgäu/Bayerisch Schwaben in Augsburg ihre Tätigkeit vor, deren Schwerpunkte sich um die Bereiche Familie, Radfahren, Städtekultur und Naturerlebnis im Regierungsbezirk ranken. Neue Broschüren, Karten und Prospekte mit Freizeit-Tipps werden herausgebracht, in denen Schwaben für Kurzurlauber und Mehrtages-Ausflügler interessant gemacht werden soll. Hinzu kommen Informationen, Ausstellungen und Imagewerbung sowie touristische Produkte, die vom Erlebnispass bis zu Sonderaktionen reichen. Bedauert wurde, dass sich bisher im Landkreis nur die Stadt Krumbach zur Mitgliedschaft entschlossen hat. Das sollte sich ändern.

Verbunden damit ist naturgemäß ein je nach Größe der Kommune gestaffelter Beitrag, was auch für die Ausweitung von Freiwilligenzentren im Landkreis gilt, die von der Caritas beziehungsweise Diakonie Günzburg/Neu-Ulm in enger Zusammenarbeit mit dem „Stellwerk“ am Landratsamt Günzburg geleitet werden. Bisher waren diese Einrichtungen lediglich im nördlichen Landkreis aktiv, was sich in naher Zukunft ändern soll. Carmen Schüller und Inge Schmidt vom Landratsamt sind hierfür die Anlaufstelle für alle Kreisbürger, beraten einzelne Organisationen, initiieren neue Projekte und sind auch zu Außensprechstunden bereit. Erste Erfolge ihrer Tätigkeit zeigen sich in einem Besuchsdienst der evangelischen Gemeinde Ichenhausen, der Nachbarschaftshilfe Burtenbach und dem Nachhilfeprojekt Jettingen-Scheppach. Was die Gemeinden hier tun können? Den speziell eingerichteten Förderverein finanziell unterstützen.

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Kostenlos erhalten dagegen die Kommunen junge Einsatzkräfte für Tätigkeiten, die im Rahmen der Jugendgerichtshilfe Arbeitsauflagen zu absolvieren haben. Die Bürgermeister wurden gebeten, für solche jungen Straftäter entsprechende Möglichkeiten bereitzuhalten, die in der Regel vom Rasenmähen bis zu Hilfsarbeiten in den Bauhöfen reichen und bis zu 150 Arbeitsstunden dauern können. Ihr Kollege Hans Reichhart (Jettingen) berichtete von „besten Erfahrungen“, könnten die Jugendlichen durch konstruktive Arbeit doch am ehesten wieder auf die „gerade Bahn“ gebracht werden.

Rekultivierung von Bauschuttdeponien

Um die Sanierung beziehungsweise Rekultivierung der ehemaligen Bauschuttdeponien in den einzelnen Gemeinden ging es beim nächsten Punkt. Ersteres ist nach Meinung des Landrats Sache der Kreisbehörde; Letzteres aber obliegt den Gemeinden, die vom Landkreis für die Wieder-Nutzbarmachung der Areale pro Quadratmeter zwei Euro erhalten. Vielen Bürgermeistern ist das zu wenig oder aber sie sind unglücklich über die bisher gehandhabte Pauschalierung, da die Kosten sehr unterschiedlich seien. Vor einer Entscheidung wird auf Vorschlag von Anton Birle der Kreis-Gemeindetag eine Neuberechnung ausarbeiten.

Nichts halten die Ortsoberhäupter von einer EU-weiten Ausschreibung vor dem Kauf neuer Feuerwehrfahrzeuge. Das könne zum „bürokratischen Monster“ (Hans Klement-Ichenhausen) werden, da neben einem „riesigen Aufwand“ ständig Neuerungen bei den Förderanträgen zu berücksichtigen seien. Es gehe den Bürgermeistern nicht um die Art der Zuschüsse, vielmehr um das „Wie, diese zu bekommen sind“. Einmütigkeit bestand dagegen, dass der seit 20 Jahren bestehende Beitrag an den Landesverband von 2,60 Euro pro aktiven Feuerwehrmann um einen Euro angehoben werde. Ohnehin verbleiben davon 20 Cent beim eigenen Kreisverband.

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