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Musik

01.12.2018

Die Ola-Welle beim Herbstkonzert

Entgegen der bekannten „Löffelpolka“ servierte Thomas Streicher als Koch verkleidet in der „Löffelmeister-Polka“ ein musikalisches Menü beim Konzert der Musikvereinigung Gaismarkt-Niederraunau-Winzer.
Bild: Werner Glogger

Konzert mit Überraschungen der Niederraunauer Musiker und der Jugendkapelle

Dass es in einem Konzert mit ausschließlich böhmisch-mährischer Musik nicht langweilig wird, bewiesen am Wochenende die knapp 70 Musiker in der aktiven Kapelle und in der Jugendkapelle der Musikvereinigung Gaismarkt-Niederraunau-Winzer im Verlauf ihres mit „böhmisch-mährisch“ betitelten Herbstkonzertes.

Neben selten gehörten Leckerbissen beinhaltete das Programm einige Überraschungen, sowohl bei den Aktiven, wie bei den Junioren, die zum dritten Mal das Programm bereicherten. Die Entscheidung, erstmals im Krumbacher Stadtsaal zu musizieren, erwies sich durchaus als richtig, denn die bisherigen Lokalitäten hätten den Besucherandrang nicht aufnehmen können, zudem bot die geräumige Bühne mehr Platz.

Über die vielen Besucher freute sich der 1. Vorsitzende Fabian Horn und hieß sie mit zahlreichen Ehrengästen, unter ihnen eine Abordnung der Musikfreunde aus Proveis in Südtirol, willkommen. Zuvor ließen jedoch 20 junge Musici unter Leitung ihrer Dirigentin Carolin Blösch mit dem Marsch „The Washington Post March“ von Philip Sousa aufhorchen. Dass man auf einem Dachziegel eine Polka spielen, oder zumindest begleiten kann, bewies danach Leopold Graf in der „Dachziegel-Polka“ von Freek Mestrini. Die Zuhörer honorierten den Vortrag mit stürmischem Beifall, ist so eine Soloeinlage doch selten zu sehen und zu hören.

Karl Vacek schuf die immer wieder beliebte und „unsterbliche“ „Fuchsgraben-Polka“. Lässig und ohne Anzeichen von Lampenfieber glänzte Konstantin Brandner auf seinem Tenorhorn mit dem Solostück „Der Junior“, bevor sich die Jungmusiker mit der weniger bekannten Polka „Jugendträume“ offiziell verabschiedeten. Doch die beiden humorvoll durch das Programm führenden Ansagerinnen Svenja Dirnagel und Lena-Maria Graf kündigten zwei Zugaben an. Zu Beginn des zweiten Programmteils erklang schwungvoll vom knapp 50 Musiker zählenden Orchester der Aktiven der in der Oberstufe angesiedelte, von Ernst Mosch komponierte „Veteranenmarsch“. Die Polka „Gedankensprünge“ stellte an die Musiker große Anforderungen an Dynamik und Rhythmik, gemischt mit Solopassagen der Klarinetten und hohem Blech und leitete über zur „Kasan-Polka“. Peter Brandner brachte dieses Solostück auf seiner Tuba professionell und ausdrucksstark zum Vortrag. Ebenfalls aus der Oberstufe stammt die Bravour-Polka „Regentropfen“ und stellt technisch hohe Anforderungen an alle Register. Temporeich und flüssig erklang der Marsch „Starparade“ und in „Böhmerwälder Lieder“ kam erstmals das Gesangsduo Lara Alstetter und Thomas Streicher zum Einsatz. Ein zackiges Basssolo markiert die Bravour-Polka von Franz Watz, der bekannt ist für anspruchsvolle Blasmusikliteratur, „Das ist mein Leben“. Die Polka „Ein Strauß Melodien“ eignet sich für eine dreistimmige Gesangsbegleitung, die Lara Alstetter, Tobias Geywitz und Thomas Streicher gefühlvoll und in harmonischer Einheit darbrachten. Hier wie in der gesamten Leitung seines Orchesters wuchs Dirigent Geywitz geradezu über sich hinaus, dirigierte sicher und in vieler Hinsicht hat sich ein Probentag mit dem Profidirigenten und Komponisten Wilfried Rösch bemerkbar gemacht. Die vielen hilfreichen Tipps des Experten setzte die Kapelle in der weiteren Probearbeit ein, um den „Böhmischen Groove“ zu erlangen. Das brachten die hochmotivierten Musici in allen Vorträgen zum Ausdruck.

So durften sich die Zuhörer auch beim Walzer „Böhmisches Gold“ zurücklehnen und die weichen Passagen von Tenorhorn und Flügelhorn genießen, um darauf mit der „Löffelmeister-Polka“ Können mit Humor gepaart zu erleben. Thomas Streicher, als Koch verkleidet, zelebrierte mit seinen Holzlöffeln den Solopart leichtfüßig und mit viel Pfeffer. Was die souverän agierende Moderatorin Anna Zell dann ankündigte, nahm das Publikum begeistert auf und ließ bei „Böhmisch Ola“ die Welle durch den Saal rauschen. Gepaart mit einem eindrucksvollen Klangerlebnis brachten die Musikanten ihre Gemeinschaft in Verein und Kapelle mit der Polka „Wir sind wir“ deutlich zum Ausdruck. Die stürmisch geforderten Zugaben erfüllten die Musiker mit der „Osterpolka“ und der Polka Nr. 37 (weiterer Bericht folgt).

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