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Neuburg

17.01.2019

Die Orgel in Neuburg muss für 90.000 Euro erneuert werden

Die Orgel in der Neuburger Pfarrkirche muss umfassend saniert werden. Chorleiter und Organist Wolfgang Härtl (Mitte) und der stellvertretende Organist Markus Dopfer (links) stehen mit Pfarrer Michael Kinzl vor der Orgel mit rund 600 Pfeifen. Die Sanierungskosten liegen bei rund 90.000 Euro. Patenschaften für die Pfeifen sollen die Kosten weitgehend decken.
Bild: Dieter Jehle

Die Renovierung soll über Patenschaften für die Orgelpfeifen finanziert werden.

Die Orgel in der Neuburger Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ muss erneuert werden. „Eine geringfügige Reparatur führt nicht zum Ziel, das Instrument befindet sich in technisch schlechtem Zustand“, sagt Chorleiter Wolfgang Härtl. Die Kosten belaufen sich auf rund 90.000 Euro. „Von der Diözese gibt es keinen Zuschuss“, betont Pfarrer Michael Kinzl. Eine Spendenaktion und „Pfeifenpatenschaften“ sollen der Kirchenorgel zu „neuem Klang“ verhelfen.

Die Orgel stammt aus dem Jahr 1901

Die Neuburger Kirchenorgel stammt von der Orgelbauwerkstätte Maerz aus München. Sie wurde im Jahre 1901 errichtet. Bei der Erweiterung der Kirche in den Jahren 1972 bis 1974 erhielt das Instrument ein neues Gehäuse und wurde auf der damals errichteten Westempore leicht verändert.

„Das Orgelwerk stellt ein schönes Zeugnis seiner Zeit dar und steht unter Denkmalschutz“, teilt das Bistum Augsburg mit. Die Substanz sei grundsätzlich gut und klanglich schön. Das Instrument befinde sich allerdings in einem technisch schlechten Zustand. Rund zwei Drittel der Pfeifen sind aus Metall, der Rest aus Holz. Der Spieltisch sei aus Altersgründen technisch verbraucht und funktioniere viel zu langsam. Problematisch seien auch die verwendeten PVC-Schläuche für die pneumatische Traktur: Sie machen die Spieltraktur zäh und träge.

Als Traktur bezeichnet man bei einer Orgel das Übertragungssystem von den Betätigungselementen des Spieltischs am einen Ende zum Ventilsystem in der Windlade am anderen Ende. Die Tasten selbst betätigen nur kleine Steuerventile. Diese lassen oder entlassen die Luft durch lange, dünne Bleirohre. Durch den Tastendruck strömt Luft in ein aufblasbares Membran. Hierdurch werden ein oder mehrere weitere Ventile betätigt, die schlussendlich den Pfeifenwind in die Pfeifen strömen und diese erklingen lassen.

Zudem zeige das Instrument, insbesondere an den PVC-Schläuchen, Schimmelbefall. Wolfgang Härtl stellte noch mehrere Unzulänglichkeiten fest. „Der Klang hat sich verändert, die Membrane gehen kaputt, ein Teil der Holzpfeifen ist vom Holzwurm befallen und eine massive Zeitverzögerung beim Ton ist feststellbar.“

Bisher konnten die Organisten beim Klangbild einiges kaschieren oder die Membrane selbst austauschen. „Das ist aber keine Dauerlösung“, stellt Härtl klar. „Wir wollen das Historische an der Orgel erhalten“, ergänzt Pfarrer Kinzl. Gespräche habe man mit mehreren Orgelbauern geführt. Es müssen die bisherigen Steuerventile aus Membran durch Elektroventile ersetzt werden. Der Spieltisch muss ebenso elektrisch sein. „Geplant ist außerdem, in diesem Zusammenhang eine kleine Erweiterung der Orgel“, so Härtl. Die Register können dann mehr Klangvolumen und Vielfalt erzeugen.

Das Geld soll zum größten Teil aus Spenden kommen

Die Sanierung soll weitgehend über Spenden finanziert werden. „Ich denke dann an Patenschaften für die Pfeifen“, sagt Pfarrer Kinzl. Interessierte können je nach Größe der Pfeife zwischen 50 und 1000 Euro einbringen. Genügend Pfeifen wären vorhanden. Wolfgang Härtl spricht von rund 600 Stück. „Natürlich nehmen wir auch Spenden ohne Patenschaften an“, ergänzt Pfarrer Kinzl.

Bis Ende des Jahres sollen 50 Prozent der Reparatukosten finanziert sein. Dann könnte es zu Beginn 2020 losgehen. Der Markt Neuburg beteiligt sich gemäß seinen Förderrichtlinien mit 3680 Euro. Dies hatten die Markträte in der letzten Sitzung gebilligt.

In Neuburg ist seit 1980 Wolfgang Härtl Chorleiter und Organist. Er ist damit seit 1850 der „dienstälteste“ Organist im Kammelmarkt. Mit ihm wurde in Neuburg eine lange Tradition beendet. Bis 1980 übten in Neuburg die hier wirkenden Schulleiter diese Funktion aus. Ihm zur Seite steht mittlerweile seit 21 Jahren Markus Dopfer als weiterer Organist

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