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19.06.2009

"Die Sache muss jetzt ein Ende haben"

Neu-Ulm/Burgau Es soll nicht mehr darüber geredet werden. Dazu haben sich der Vorstand der Raiffeisenbank Burgau und die 49-jährige Betriebsrätin am Mittwoch verpflichtet. Kein Wort mehr über die drei Versuche, die Frau zu kündigen. Auch nicht über die Gerichtsverhandlung, nach der die Kündigung wieder zurückgenommen werden musste. Vorwürfe, die Betriebsrätin habe Geld aus der Kasse genommen, Fahrtenbücher gefälscht oder Vorstandsmitglieder beleidigt - sie alle sind kein Thema mehr.

"Die Vergangenheit sollte ruhen", empfahl Richter Hubert Angstenberger gestern im Arbeitsgericht Neu-Ulm. Jetzt gehe es um die Zukunft der 49-Jährigen. An der waren offenbar so viele interessiert, dass die Sitzplätze im Verhandlungsraum nicht ausreichten. So wurde bei offener Tür um eine Einigung gerungen. Die Raiffeisenbank hatte sich dafür einen Anwalt aus München geholt. "Der war schweineteuer", bemerkte ein Beobachter am Rande.

Die Bank hatte vorgeschlagen, die Angestellte nach all den Vorfällen von ihrer ursprünglichen Bankfiliale in die Immobilienabteilung zu versetzen. Dagegen wehrte sich die 49-Jährige. Seit September 2008 ist sie freigestellt, als Mitglied des Betriebsrates aber erst einmal auch nicht kündbar. Sie sei keine Fachfrau für Immobilien, sagte sie vor Gericht. Vielmehr arbeite sie als Bankkauffrau gerne mit Kunden zusammen und im Servicebereich. Warum dürfe sie denn nicht zurück an ihren alten Arbeitsplatz? Dafür hatte der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Burgau, Adalbert Zimmermann, eine Erklärung: "Die Stelle ist nicht offen".

Nachdem der Wunsch nach einer Einigung auf beiden Seiten groß war, wurde bei diesem Gütetermin nach einem Kompromiss gesucht. Und er scheint gefunden. So machte die Bank nach einer kurzen Beratung ein weiteres Angebot: Die 49-Jährige wird in eine andere Filiale der Raiffeisenbank versetzt. Hier könne sie im Bereich Kundenberatung und Service arbeiten, versprach die Bank. Und zwar bei gleicher tariflicher Eingruppierung. Die Betriebsrätin willigte ein.

"Die Sache muss jetzt ein Ende haben"

Nach diesem Zwischenvergleich gestand sie, dass sie gern in ihrer alten Filiale gearbeitet hätte. Die neue Stelle nahm sie trotzdem an. Als "Herausforderung", wie sie sagte. "Es ist wichtig, dass jetzt Ruhe einkehrt".

Der Vorstandsvorsitzende Zimmermann sah es ähnlich: "Die Sache muss jetzt ein Ende haben", erklärte er am Mittwoch nach dem Gütetermin. Das sei immer schon das Ziel des Vorstands gewesen. "Wenn sie bei uns arbeiten will, werden wir ihr keine Steine in den Weg legen", versicherte er.

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