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Krumbach

02.05.2020

Die „Sieben Aufrechten“ von Krumbach

Sie leiten heute die 47 Aktiven der Jungpfadfinder: Gerlinde Hußlein und Amir Arbab.
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Sie leiten heute die 47 Aktiven der Jungpfadfinder: Gerlinde Hußlein und Amir Arbab.
Bild: Sammlung Hußlein

Den Krumbacher Stamm der St. Georgspfadfinder gibt es seit 70 Jahren. Warum das „Allzeit bereit“ die Jugend noch heute anspricht.

„Jeden Tag eine gute Tat“ hat für sie noch heute Gültigkeit – sei es als freundlicher Gruß für einen Fremden, die Handreichung für eine Mutter mit Kind und Kinderwagen beim Überqueren der Straße oder die kleine Hilfeleistung für einen Senior beim Einkauf. Es sind oft nur alltägliche Geschehnisse, die das Leben eines Pfadfinders von der Aktivität junger Menschen in anderen Gruppierungen unterscheiden. Und doch haben die Georgspfadfinder diesen „anderen“ etwas voraus: Die Gründer von 1950 blicken mit Stolz auf den knapp 50 Jugendliche umfassenden Nachwuchs, der heuer das 70-jährige Bestehen organisiert und damit sicher stellt, Pfadfinder bleibt man ein Leben lang.

Georg Hofmeister als Stammesältester bringt es auf einen Nenner: „Wir freuen uns, dass das damals von Kreisjugendringleiter Konrad Kügele und dem Krumbacher Stadtkaplan Vinzenz Happ gesäte Samenkorn auf so fruchtbaren Boden gefallen ist und wir heute stolz sein können auf einen so lebendigen Nachwuchsstamm von Georgspfadfindern und Pfadfinderinnen.“ Die derzeitige Stammesvorsitzende Gerlinde Hußlein ist gleichfalls froh, „einer so großen Gemeinschaft“ vorstehen zu können. In den wöchentlich einmal stattfindenden Gruppenstunden werden je nach Altersstufen Spiele gemacht, größere Aktionen geplant und durchgeführt, aber auch Pfadfinderwissen und wichtige Werte für das Leben vermittelt. Hußleins Motto: „Als Pfadfinder können Kinder und Jugendliche von zu Hause rauskommen und mit Freunden etwas erleben.“

Wiederaufbau um 1950

Begonnen hat alles in der Zeit des Wiederaufbaus um 1950. Es waren Jahre der Wende. Nach dem militärischen Drill im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wandte sich die Jugend anderen Idealen zu. Den Auftakt in Krumbach machte der damalige Sportlehrer Rudolf Rogoll mit der Gründung der Gruppe Silberschwäne im Bund Deutscher Pfadfinder die es gleichfalls noch heute gibt. Am 1. Mai waren es dann Kügele und Happ, die mit einigen Buben aus der Jungschar der Katholischen Pfarrjugend die Gruppe „Fähnlein der sieben Aufrechten“ bildeten. Ein Jahr später legten diese im Beisein der Silberschwäne bei den Kreuzwegstationen südlich des Krumbads das Versprechen „Allzeit bereit“ ab. Die Pfadfinderschaft St. Georg in Krumbach war gegründet.

Schon bald beteiligte sich die rasch wachsende Gruppe an verschiedenen Lagertreffen in der näheren Umgebung, jeweils gekleidet mit kaki-farbenem Hemd, blauem Schal und sandbraunem Hut; voraus das im Kloster Wettenhausen gefertigte Lilienbanner. In den nächsten Jahren folgten mehrere Versprechensfeiern, der Brauch des Scheibenfeuers wurde eingeführt und bei unterschiedlichsten Veranstaltungen waren die Jugendlichen aktiv dabei. Bereits 1953 bekannten sich 67 Buben zu dieser Jugendverbindung, deren Ziel eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die Erkundung der Heimat und musische Betätigung waren. Lager und Reisen zu Treffen im In- und Ausland kamen hinzu.

Die ersten Pfadfinderinnen in den 70er-Jahren

Sehr vorteilhaft wirkte sich die Aufnahme der ersten Pfadfinderinnen in den 70er Jahren aus. Heute umfasst die Jugendorganisation 47 Aktive. Seit 27 Jahren betreut die Stammesvorsitzende Gerlinde Hußlein die zwischen drei und zehn Jahre alten Wölflinge, die bis zu 13-jährigen Jungpfadfinder und die bis zu 20 Jahre alten Pfadfinder und Rover. Seit acht Jahren steht ihr noch Amir Arbab als gleichberechtigter Gruppenleiter zur Seite. Geprägt wird ihre Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen von Aktionen, Zeltlagern und der Orientierung an den Werten, die schon den Pfadfindergründern wichtig waren. Hußlein: „Unser Ziel ist es, die Welt ein bisschen besser zu verlassen, als wir sie vorgefunden haben.“

Noch heute ein „besonderer Haufen“

Die Gruppe der Altpfadfinder fühlt sich noch heute als „besonderer Haufen“, der sich ebenfalls jede Woche zum traditionellen Dämmerschoppen trifft. Altersgerecht sind lokale Ereignisse und die Weltpolitik Themen der Diskussion, doch sind die in jungen Jahren versprochenen Ideale noch stets wichtige Richtschnur in ihrem inzwischen fortgeschrittenem Rentnerdasein. Gemeinsam sind den Jugendlichen wie auch den Senioren also noch immer die in der Kindheit versprochenen Ideale der Pfadfinderschaft St. Georg: In Kirche und Welt dem Anspruch Christi zu folgen, das Evangelium zu leben und im Handeln und Denken mündige Christen zu sein.

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