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Balzhausen

20.04.2020

Die Würfel für neue Kita in Balzhausen sind gefallen

Eine ungewohnte Situation erforderte einen ungewohnten Sitzungsort: In weitem Abstand zueinander tagten die Gemeinderäte Balzhausens im Schulungsraum des Feuerwehrhauses. Es waren auch Schutzmasken für alle bereitgelegt.
Bild: Karl Kleiber

Der Gemeinderat hat sich mehrheitlich zukunftsweisend für einen Neubau der Kita entschieden. Das Gremium tagte diesmal in ganz besonderer Weise.

Da bei der März-Sitzung beim Thema „Erweiterung des Kindergartens Maria Immaculata samt Kinderkrippe“ über das Was und Wie keine Entscheidung in Balzhausen zustande kam, stand die Thematik erneut im Fokus der jüngsten Sitzung. Diese fand wegen der Corona-Krise im Schulungsraum des neuen Feuerwehrhauses statt. Dort war der erforderliche Abstand zwischen den Teilnehmern garantiert. „Wir wollen trotz der Krise den geordneten Ablauf in der Gemeinde aufrechterhalten. Zudem stehen dringende Entscheidungen an“, erklärte Bürgermeister Daniel Mayer zu Beginn.

Vier Umbauvarianten standen zur Diskussion in Balzhausen

Bei der letzten Sitzung hatte Architekt Thomas Müller aus Krumbach vier Umbau-Varianten vorgestellt. Trotz ausgiebiger Diskussion kam es zu keiner Entscheidung, aber man tendierte zu Variante zwei, die einen Abriss des alten Kindergartens vorsieht. Die vor fünf Jahren angebaute Krippe soll weiter Bestand haben, wird aber umgestaltet. Der Ersatzbau würde in V-Form erfolgen, wobei in der Mitte ein großer Spielflur sowie drei Kindergarten- und zwei Krippen-Gruppen entstehen sollen. Es gäbe auch genügend Platz für Spiel-, Sozial-, Wasch- und Schlafräume.

Bürgermeister Mayer erinnerte nochmals an die letzte Beratung und erklärte, dass auch er die Variante zwei favorisiere, deren Realisierung geschätzte drei Millionen Euro kosten werde. Zweite Bürgermeisterin Adelinde Baur schlug in die gleiche Kerbe und hieß es gut, dass der Eingang von der Straße weg an die ruhige Nordseite des Neubaus gelegt werden soll. Der dortige Graben soll so weit wie möglich nach Norden verlegt werden, damit möglichst viel Gartenanteil verbleibe. In den 24 Jahren ihrer Gemeinderats-Tätigkeit habe sie genug schlechte Erfahrungen gemacht, wenn man einen Altbau erhalten und nur umgebaut habe, mahnte sie abschließend.

Die Würfel für neue Kita in Balzhausen sind gefallen

Sanierung an Heizung und Toiletten schon lange notwendig

Nun ergriff Kirchenpfleger Adolf Albrecht als Vertreter der Kirchenstiftung St. Vitus, die die Kita betreibt, das Wort. Die angemahnten Schutz-Vorrichtungen seien schon lange fällig. Der gesamte Altbau sei in vielfacher Weise sanierungsbedürftig. „Auch ich plädiere für die eingeschossige Bauweise.“

Evi Böck, Leiterin der Sozialeinrichtung, erklärte, dass die gesamte Heizung nur noch notdürftig betriebsbereit sei. Auch die Toiletten funktionierten schlecht und bedürften der Sanierung. Nach eingehender Beratung mit dem Kita-Personal kam man auch hier eindeutig zum Entschluss, dass Variante zwei die beste Lösung wäre.

Herbert Wieser forderte vor der endgültigen Entscheidung die Aufstellung einer Bedarfsanalyse für die nächsten fünf Jahre. Da das Projekt finanziell eine Riesenaufgabe für die Gemeinde sei, wollte er auch wissen, wie es mit Zuschüssen aussieht. Der Bürgermeister erklärte, dass eine solche Analyse bereits vorliege und an das Landratsamt weitergeleitet sei. Dieses stellte fest, dass bei der Planung die unterste Grenze des Bedarfs angenommen wurde. Um Zuschüsse zu bekommen, müssen zuerst Pläne vorhanden sein.

Ein Puffer bei der Zahl der betreuten Kinder

Mayer weiter: „Wir haben die Kinderzahl nicht in der Hand. Die Zukunft wird die Entwicklung zeigen. Ein gewisser Puffer muss eingeplant sein, deshalb planen wir mit drei Kiga-Räumen und zwei Krippen-Gruppen. Wir haben lediglich acht Plätze mehr, als die Bedarfsplanung vorsieht.“

Kirchenpfleger Albrecht betonte nochmals die Notwendigkeit von drei Kiga-Gruppen, da die beiden vorhandenen bis aufs Limit belegt seien. Man müsste dringend Kinder aus den Gruppen herausnehmen, um einen geordneten Ablauf zu gewährleisten. Die starke Belegung des Horts begründete Leiterin Böck mit der Befreiung von den Kiga-Gebühren. Durch die dadurch hervorgerufenen Beengungen müssen sportliche und physiologische Betätigungen auf Gängen stattfinden, was nicht tragbar sei.

Michaela Leinweber erwähnte nochmals, dass mit Variante zwei ein großer Gartenanteil verloren gehe. Vorteilhaft dagegen sei ein ebenerdiger Bau, da bei Brand- oder Notfällen die Rettungswege kurz seien. German Knoll meinte: Ein Flachbau sei schlecht für eine eventuelle spätere Erweiterung. Herbert Wieser: Die Gartenfläche sollte nicht entscheidend sein. Ein eingeschossiger Bau bietet alles, was man braucht. Es sei kein Treppenhaus und auch kein Lift notwendig.

Die Garteneinbuße sei nicht relevant, meinte Evi Böck, da aktuell mehrere Hütten und Geräteräume auf dem Gelände stehen, von denen nach dem Neubau einige nicht mehr gebraucht werden, da anderweitige Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden. Ein Problem seien dagegen die wenigen hausnahen Parkplätze.

Darauf Zweite Bürgermeisterin Adelinde Baur: „Wir bauen einen Kindergarten und keine Parkplätze. Wenn man einmal fünf Minuten laufen muss, schadet es weder Eltern noch Kindern.“

Was passiert mit den Parkplätzen?

Leiterin Böck möchte wenigstens die Mitarbeiterparkplätze an der Ostseite des Horts erhalten. Dies sei nicht möglich, erwiderte Mayer, da sonst die Erweiterung der Krippe infrage gestellt werde. „Die neun Mitarbeiter müssen anderweitig parken, Platz gibt es bei der nahen Grundschule.“

Dazu erklärte Stephan Martens-Weh, Leiter des VG-Bauamtes, zum Ende der Diskussion: Es bestehe keine Veranlassung, dass die Gemeinde unbedingt Parkplätze baue. Wie Eltern letztendlich zurechtkommen, sei ihnen überlassen.

Nun kam die Zeit der Abstimmung: Mit 11:1 stimmte das Gremium für Variante zwei. Gleichzeitig wurde mit 12:0 beschlossen, dass die Verwaltung beauftragt wird, die weiterführende Planung voranzutreiben und ein geeignetes Planungsbüro zu suchen und dem Gemeinderat zur Beauftragung vorzulegen.

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