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Thannhausen

22.06.2017

Die bewegte Geschichte eines Fronleichnamsaltars

In seiner ganzen Schönheit erstrahlt der Egger-Altar am Fronleichnamstag.
Bild: Manfred Göttner

Thannhauser Heimatvereinsmitglieder restaurierten vor 30 Jahren das Werk des Malermeisters Karl Egger.

Am Rentamtsplatz wurde 1988, nach fast 30 Jahren der Einlagerung, der Fronleichnamsaltar nach dessen Restaurierung, wieder in neuem Glanze aufgestellt. Der Altar stand früher alljährlich vor dem wunderschön bemalten Färberhaus, des jetzigen Eigentümers und gebürtigen Thannhausers Elmar Fiederer. Ein Vorfahre Fiederers, der Färbermeister Karl Egger hatte den Altar vor über 100 Jahren in Auftrag gegeben und am Fronleichnamstag jährlich vor seinem Haus aufgestellt und geschmückt. Das Altarbild ist ein Werk Konrad Hubers aus Weißenhorn, der auch die Seitenaltarbilder in der Stadtpfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ geschaffen hat. Das Gemälde ist im alten Färberhaus aufbewahrt. Günter und Gretl Wittich, Mitglieder des Heimatvereins, waren es, die von der Existenz des inzwischen dritten Fronleichnamsaltars erfuhren. Sie waren intensiv bemüht, die Wiederaufstellung des in die Jahre gekommenen Altars zu erreichen. Viel Arbeit und handwerkliches Geschick wurden von Günter Wittich aufgewendet, um dem mehrteiligen Altar nach 30 Jahren Lagerung wieder Standfestigkeit zu geben. Zur Verfügung gestellt wurde der Altar von Klothilde Fiederer, der Mutter von Elmar Fiederer. Klothilde Fiederer ließ die fehlenden Teile ergänzen und sorgte für eine Fassung im alten Stile. Der Thannhauser Schreinermeister Lober und Stadtbaumeister Ulrich Mayer halfen bei der Aufstellung des nahezu sechs Meter hohen Altars tatkräftig mit. Klothilde Fiederer schrieb am 20. Mai 1988 an die Eheleute Wittich einen Brief mit dem Wortlaut: „Wir freuen uns, wenn der Fronleichnamsaltar wieder zu seiner ursprünglichen Bestimmung gelangt und bei der Raiffeisenbank aufgestellt wird. Wir geben den Altar gerne in Ihre Obhut, solange er aufgestellt werden kann. Wir übernehmen auch die Kosten für die Beschaffung fehlender Teile und eine Erneuerung der farblichen Fassung. Sollte der Altar keine Verwendung für die Fronleichnamsprozession mehr finden, so möchten wir, dass er wieder zurückgegeben wird. Er gehört zum Haus; Sie haben sicher Verständnis dafür.“

Am Färberhaus zeugt heute noch ein Bild vom alten Fronleichnamsaltar, gestiftet vom Färber Franz Josef Egger um das Jahr 1806 mit der Inschrift: „Hochgelobt sei das Allerheiligste Sakrament des Altares!“

In den letzten Jahren wurde der Altar ohne das dritte Zwischenportal mit Säulen aufgestellt, da bisher zu den Aufbauarbeiten immer zur Sicherung und Bewerkstelligung der Arbeiten ein Baugerüst erforderlich war. „Im nächsten Jahr freuen wir uns, wenn den Altar eine Kopie des Original-Altarbildes schmückt, das von Elmar Fiederer in Auftrag gegeben wird“, sagt Heimatvereinsvorsitzender Manfred Göttner. zg

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