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Kirche

27.10.2020

Die erste Primiz seit über 80 Jahren

Vor dem festlich geschmückten Elternhaus erfolgte die Segnung des Primizkreuzes durch Abt Dr. Maximilian Heim OCist vom Stift Heiligenkreuz.
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Vor dem festlich geschmückten Elternhaus erfolgte die Segnung des Primizkreuzes durch Abt Dr. Maximilian Heim OCist vom Stift Heiligenkreuz.

Festliche Tage für Pater Laurentius Johannes Mayer: Trotz Corona fand die Heimatprimiz in Ziemetshausen statt

Im Jahr 2014 ist Johannes Mayer in die Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz eingetreten. Nach seiner Mönchsweihe, wo er den Namen Pater Laurentius angenommen hat, legte er im August 2019 die ewige Profess ab. Nach der darauf folgenden Diakonweihe im September sollten für den gebürtigen Ziemetshauser im Mai dieses Jahres die Priesterweihe und dann die Heimatprimiz stattfinden. Corona machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Dennoch konnte er am 10. Oktober in seinem neuen geistlichen Heimatort im Wienerwald durch Christoph Kardinal Schönborn mit vier weiteren Kollegen die Priesterweihe empfangen. Am Wochenende konnte nunmehr, wenn auch unter Corona-Bedingungen, die Heimatprimiz in Ziemetshausen stattfinden.

Zum Auftakt traf man sich in kleinem Rahmen vor dem festlich geschmückten Elternhaus des Primizianten. Ortspfarrer Bernhard Endres erinnerte daran, dass es Benefiziat Jakob Ruf, ein Verwandter der Familie, war, der seinerzeit die Wallfahrt in Maria Vesperbild zum Aufblühen brachte und dem jungen Johannes nahelegte, Priester zu werden. Bürgermeister Ralf Wetzel entbot Pater Laurentius Glück- und Segenswünsche und erinnerte daran, dass auch der letzte Primiziant von Ziemetshausen seine Priesterweihe und Primiz Ende 1939 und Anfang 1940 zu Beginn einer noch größeren Katastrophe erfahren und begehen konnte. Eine Abordnung der Musikvereinigung unter ihrem neuen Dirigenten Patrick Scheel untermalte die kleine Feier und geleitete den Kirchenzug mit Fahnenabordnungen heimischer Vereine zur Pfarrkirche St. Peter und Paul. Dort fand wegen dem infolge von Corona nur beschränkten Platzangebot die erste Primizfeier statt.

Unter kräftigem Glockengeläut geleitete Pfarrer Bernhard Endres den Primizianten sowie Abt Maximilian Heim, Dekan Klaus Bucher und einige Geistliche in die Pfarrkirche. In seiner Predigt bezeichnete Abt Maximilian den Primiztag als einen Tag der Freude für ganz Ziemetshausen, als den Höhepunkt davon, dass der Großonkel des Primizianten ihn schon in frühen Jahren zum Priestertum gerufen hat und seine Eltern letztlich die Entscheidung dazu mit Gebet und Opfern mitgetragen haben. In einer Zeit, in der die Kirche darunter leide, wenn Uneinigkeit und Streit ihr Zeugnis verdunkle, müssten wir in einer Wüste der Orientierungslosigkeit den Menschen wieder neu verkünden, dass Gott sie bedingungslos liebt. So, sagte Abt Maximilian, berufe der Herr auch heute Menschen in seine Nachfolge und in seinen Dienst.

„Du, Pater Laurentius, hast mit den anderen vier Weihekandidaten bei eurer Priesterweihe geantwortet, dass Du mit Gottes Hilfe bereit bist. An Dir liegt es, dieses Versprechen als Priester täglich einzulösen. Es kommt darauf an, dass Du Dich vorbehaltlos an Christus bindest und immer tiefer in ihm einwurzelst“, lauteten die eindringlichen Worte des Predigers. „Christus hat Dich an sein Herz gezogen. Du selbst sagst: Das Wesentliche auf dem Berufungsweg ist die Begegnung mit dem Herrn in der Eucharistie. In der Anbetung weißt Du, Christus schaut mich an und ich schaue ihn an. Das geschieht am intensivsten unter dem Kreuz. Hier werden die Herzen geöffnet von einer unbegreiflichen Liebe, die allen Hass überwindet. Hier unter dem Kreuz begegnest Du als Priester Christus in den Armen, Kranken, Heimatlosen und Notleidenden und Sterbenden.“

Die Fürbitten sprach Marianne Eisele, die Pfarrgemeinderatsvorsitzende, der Kirchenchor unter Wolfgang Flödl brachte ein kräftiges Sanctus von der Empore in das Kirchenschiff und beendete die Messe mit einem feierlichen Lauda Sion von Felix Mendelsson-Bartholdy. Pater Laurentius Mayer bedankte sich bei allen, die zu seinem großen Tag in der Heimat beigetragen haben, bei Abt Maximilian für die väterliche Liebe und Sorge, bei den Organisatoren des Pfarramtes St. Peter und Paul und nicht zuletzt bei seinen Eltern, denen er seinen Glauben verdanke. Sein aufrichtiger Dank galt Pfarrer Karl B. Thoma für die Begleitung auf seinem Weg, der schließendlich zu dieser Primiz geführt habe. Die Musikvereinigung empfing Primizianten, Ehrengäste und zahlreiche Gläubige der Marktgemeinde mit einem Ständchen auf dem Kirchplatz. Der Zweite Bürgermeister Edwin Räder brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass Gott mit Johannes Mayer einen aus unserer Mitte gerufen habe, in seinen Dienst zu treten, und der als P. Laurentius dem Ruf gefolgt sei. „Am Anfang Ihres Weges als Priester, als Brückenbauer zwischen den Menschen und Gott wird es nicht immer leicht sein, diese Mittlerrolle auszufüllen in Zeiten, wo sich die Gesellschaft immer mehr von Kirche und Gott entfernt, wo die Begeisterung für Jesus Christus und seine Botschaft abrupt nachlässt“, sagte Räder. Die Marktgemeinde wünsche dem Neupriester Mut und Kraft, die Botschaft Jesu Christi mit Begeisterung zu verkünden und den Glauben an Gott in unserer Gesellschaft zu stärken. Als äußeres Zeichen des Dankes schenkte die Marktgemeinde dem Primizianten ein Marien-Messgewand und eine Priesterstola.

Am Ende der Dankandacht konnten viele Gläubige, auch die, die in der Kirche keinen Platz mehr fanden, zum Einzelprimizsegen in die Kirche kommen und diesen empfangen. Eine Nachprimiz findet in Thannhausen am Donnerstag, 29. Oktober, um 18.30 Uhr in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und an Allerheiligen, Sonntag, 1. November, in Maria Vesperbild um 16 Uhr eine Dankandacht mit Primizianten Pater Laurentius (mit Primizsegen) statt.

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