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Memmingen

01.03.2016

Die neue Drehscheibe für Ukraine oder Rumänien

Unsere Grafik zeigt die Entwicklung der Zahlen von Wizz Air am Allgäu Aiport Memmingen.
Bild: Wizz Air Allgäu Aiport

Schwerpunkt des Flughafens Memmingen verlagert sich. Jeder dritte Passagier fliegt inzwischen Richtung Osteuropa.

Die Menschenschlange am späten Vormittag vor dem Flug W6 7306 nach Kiew ist lang. Für Anastasia Koretskykh, die aus der Nähe von Odessa stammt, seit über vier Jahren aber Medienwirtschaft in Stuttgart studiert, ist es selbstverständlich, dass sie ab Memmingen fliegt. „Der Flug ab Stuttgart wäre doppelt so teuer“, sagt sie. „Außerdem gibt es von dort noch nicht einmal einen Direktflug nach Kiew – in Memmingen aber schon.“ Ihr schwäbischer Freund Ludwig Rensch, 27, freut sich schon. Er begleitet Anastasia. Und fliegt zum ersten Mal in die ukrainische Metropole.

Unter den Wartenden ist auch ein 39-jähriger Wissenschaftler aus der Ukraine. Er arbeitet als Astronom am Max-Planck-Institut in München, wo er auch wohnt. Obwohl er den Flughafen Erding quasi vor der Haustür hat, fliegt er lieber ab Memmingen. Für ihn das schlagende Argument: die Direktverbindung von Wizz Air nach Kiew.

Zwei Männer aus der Ukraine waren nur ein paar Tage in den Alpen – zum Skifahren im italienischen Cortina d’Ampezzo. „Von Memmingen aus geht ein Minibus direkt in den Skiort, das dauert zwar fünfeinhalb Stunden, dafür ist die Verbindung nach Deutschland und Italien für uns via Memmingen von den Kosten her sehr günstig“, sagen der 59- und der 29-Jährige.

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„Dass sich der Allgäu Airport einmal zu einem Schwerpunkt für Osteuropa entwickeln würde, hätte früher niemand vorhergesehen“, sagt Marina Siladji, Sprecherin des Flughafens. Damals habe es für viele Osteuropäer noch nicht den freien Zugang nach Deutschland gegeben.

Wizz Air habe seinerzeit eher verhalten mit Memmingen angefangen, dann durch Kundenanalysen aber herausgefunden, dass sich der Flughafen im Allgäu für die Fluglinie lohne. Was die Zahlen auch belegen (siehe Grafik).

„65 Prozent der Passagiere, die in Memmingen mit Wizz Air starten, sind im Osten beheimatet“, sagt Flughafen-Prokurist Marcel Schütz. 35 Prozent kommen aus Osteuropa hierher und fliegen nach ein paar Tagen wieder heim. Die Memminger Wizz Air-Kunden hat man genau analysiert: 50 Prozent fliegen, um Freunde und Verwandte zu besuchen, 37 Prozent sind Urlaubsreisende, elf Prozent Geschäftsleute und zwei Prozent pendeln, weil sie hier oder im Osten arbeiten. Das Osteuropa-Geschäft wird ausgebaut. Ab März fliegt die Linie Pobeda Moskau an, ab September hat Wizz Air Georgien im Angebot.

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