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Krumbach

22.01.2020

Diese Baustellen kommen dieses Jahr im Krumbacher Norden

Der Einmündungsbereich der Anton-Nagenrauft-Straße wird nach der Kanalsanierung neu gestaltet.
Bild: Emil Neuhäusler

Plus Im Bereich Burgauer Straße und Anton-Nagenrauft-Straße wird saniert. Was das für die Anwohner bedeutet und welche Verbesserungen es gibt.

Eine relativ große Tief- und Straßenbaumaßnahme im Norden der Stadt steht Krumbach noch Ende dieses Jahres ins Haus. Beengte Straßenverhältnisse, schlechter Untergrund und Eingriffe in den Straßenverkehr stellen dabei gesteigerte Anforderungen an Planung und Tiefbauhandwerk. Auch auf Anlieger und Verkehrsteilnehmer kommen Unannehmlichkeiten zu. Dies sei unvermeidlich, meinte Bürgermeister Hubert Fischer, wenn die Stadt ihrem Auftrag, eine tragbare Infrastruktur zu erhalten und zu schaffen, nachkommen will. Dipl.-Ing. Thomas Friderich vom Ingenieurbüro Thielemann & Friderich aus Dinkelscherben stellte die Details dem Bauausschuss vor.

Im Planungsbereich stoße die Kanalisation schon bei einem fünfjährigen Regenereignis an ihre Grenzen, zeigte Friderich anhand von Grafiken auf. Bei einer bereits stattgefundenen Anliegerversammlung sei dies bestätigt und von einem Überfluten der Straßen aus überquellenden Kanalschächten berichtet worden. Bei der hydraulischen Berechnung musste ein Einzugsbereich von 3,3 Quadratkilometern berücksichtigt werden, erklärte Friderich, und dass zur Meisterung eines 100-jährigen Hochwasserereignisses ein Wasserabfluss von 2,2 Kubikmeter pro Sekunde notwendig ist. Um dies zu erreichen, müsse der Querschnitt der Kanäle vergrößert werden.

Nach der Kanalerneuerung bekommt die Anton-Nagenrauft-Straße ein ansprechenderes Aussehen.
Bild: Emil Neuhäusler

Da vom staatlichen Straßenbauamt geplant ist, im Jahre 2021 die Deckschicht auf der Burgauer Straße zu verstärken, und bis dahin der Kanalaustausch stattgefunden haben muss, startet dort noch im Herbst die erste Teilbaumaßnahme. Beginnend an der Attenhauser Straße wird bis zur Einmündung „Am Weihergraben“ auf einer Länge von etwa 70 Metern ein neuer DIN 800 Mischwasserkanal eingebaut. Weil der Gehweg mit Versorgungsleitungen überfüllt ist, muss dies in der Straßenmitte geschehen, was zur Folge hat, dass die B300 an dieser Stelle während der vermutlich dreiwöchigen Bauzeit vollständig zu sperren ist.

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Kanalarbeiten in der Burgauer Straße in Krumbach

Weitere Kanalvergrößerungen und Kanalanbindungen stehen dann am Kreuzungspunkt Burgauer Straße mit „Am Weihergraben“ und auf Höhe von Farben Wieland an. Inwieweit hier Straßensperrungen notwendig sind, wird erst nach Absprache mit der zu beauftragenden Tiefbaufirma geklärt werden können.

Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt in der Anton-Nagenrauft-Straße. In dieser engen Straße müssen neben den Versorgungsleitungen für Wasser, Strom, Gas und Telekom ein Mischwasserkanal DIN 801 und eine Bachverrohrung DIN 1000 nebeneinander Platz finden. Zuerst wird der Kanalgrabenvorbau eingebracht. Die Hausanschlüsse für Mischwasser und Wasserleitung werden abgetrennt und umgepumpt. Strom-, Telekom- und Gasleitungen werden ebenfalls abgetrennt und Notversorgungen aufgebaut. Danach werden die beiden Hauptkanäle sowie die Wasserhauptleitung verlegt. Abschließend erfolgt die Erneuerung sämtlicher Hausanschlüsse für Kanal und Wasser.

Gleichsam als Entschädigung für die Einschränkungen während der Bauzeit erhalten die Anlieger danach Vorteile durch die Straßenerneuerung. Die Anton-Nagenrauft-Straße befindet sich zurzeit in schlechtem Zustand: Schäden im Asphalt, fehlende Randeinfassungen, ungeregelte Entwässerung und schlecht befahrbarer Einmündungsbereich. Wenn die notwendigen Grundstücksverhandlungen positiv verlaufen, wird künftig neben der Beseitigung der genannten Mängel eine durchgehende Straßenbreite von fünf Metern ermöglicht. Durch eine Wendeplatte am östlichen Endpunkt der Straße kann dann auch das Müllfahrzeug die Straße durchfahren, sodass die Mülltonnen nicht mehr wie bisher an einer Stelle konzentriert abgestellt werden müssen. Mit eingebracht wird bei Bedarf auch ein Leerrohr für eine Glasfaserleitung.

Straßenarbeiten kosten rund 1,3 Millionen Euro

Diese Kosten erwartet das Ingenieurbüro: circa 230.000 Euro für den Straßenbau, etwas über eine Million Euro für den Kanalbau und 60.000 Euro für die Wasserleitung. Zuzüglich der Nebenkosten kommt die ganze Maßnahme auf etwa zwei Millionen Euro. Damit bereits im Herbst an der Burgauer Straße begonnen werden kann, ist nun Eile geboten. Am 17. Februar wird der Planungsentwurf dem Stadtrat vorgestellt. Im März/April findet die Ausschreibung und Ende April die Auftragsvergabe statt. Ende Mai ist der Baubeginn anvisiert, sodass bis Ende Dezember die Burgauer Straße dem Straßenbauamt zur Deckenverstärkung überlassen werden kann.

Die Fertigstellung der Anton-Nagenrauft-Straße wäre bis Mitte 2021 möglich. Ein Stadtrat fragte nach, ob bei einer Ausschreibung im Frühjahr nicht sehr hohe Preise zu erwarten wären. Friderich hielt dem entgegen, dass große städtische Aufträge immer begehrenswert sind, wegen des Wegfalls der Straßenausbaubeiträge die Kommunen insgesamt weniger investieren und das vorgesehene weite Baufenster den Firmen vielseitige „Manövriermöglichkeiten“ gewähre.

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