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Dorfladen Mindelzell: Ein Hoch auf die Bürgerbeteiligung

Dorfladen Mindelzell: Ein Hoch auf die Bürgerbeteiligung
Kommentar Von Stefan Reinbold
02.01.2020

Das Modell, Bürger finanziell oder in anderer Form an Projekten zu beteiligen, hat Potenzial. Nicht nur bei Dorfläden oder Genossenschaftsbanken.

Das Leben auf dem Land wird bei allen Vorteilen, die es bieten mag, nicht unbedingt leichter. Bankfilialen schließen, Gasthäuser sterben und wenn der letzte Bäcker oder Metzger seinen Laden zusperrt, bleibt oft nicht mehr viel übrig, was das Wohnen in den Dörfern noch attraktiv machen würde. In Mindelzell ist der nächste Supermarkt mindestens sieben Kilometer weit weg. Diese Strecke läuft man nicht einfach mal so. In der Regel braucht man ein Auto, um seinen Einkauf zu erledigen.

Da ist das Dorfladen-Projekt in Mindelzell ein echter Lichtblick. Natürlich wird auf einer Ladenfläche von rund 110 Quadratmetern nicht jedes Bedürfnis zu befriedigen sein, aber die Dinge für den täglichen Bedarf werden wieder vor Ort erhältlich sein. Das ist ein Fortschritt – vor allem für diejenigen, die kein Auto zur Verfügung haben.

Wegweisend können auch die Konzepte zur Finanzierung und Führung der Dorfläden sein. Sei es als Genossenschaft oder wie im Mindelzeller Fall, wo sich Bürger als stille Gesellschafter engagieren. Die Idee, Bürger durch Beteiligungen für Projekte zu gewinnen, ist im Grundsatz nicht neu, aber sie könnte in vielen Bereichen für neuen Schwung sorgen. Bei der Energiewende wird das zum Teil bereits praktiziert und soll wohl noch forciert werden.

Dorfladen Mindelzell: Ein Hoch auf die Bürgerbeteiligung

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Bürger mit einzuspannen könnte noch in vielen anderen Varianten, Lebens- und Wirtschaftsbereichen Anwendung finden, etwa in der Landwirtschaft oder beim Umweltschutz. Ein Allheilmittel ist Bürgerbeteiligung nicht, ein guter Ansatz schon. Es schafft nicht nur das nötige Kapital für die Umsetzung heran, sondern verhilft den jeweiligen Projekten auch zu mehr Akzeptanz.

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