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Ebershausen

26.05.2020

Ebershausen will Schnellfahrer ausbremsen

Eine Blitzer-Attrappe will Ebershausen nicht aufstellen, vielmehr wird die Gemeinde dem Kommunalunternehmen Verkehrsüberwachung beitreten, das zu sporadischen Zeiten und an Gefahrenstellen das zu schnelle Fahren eindämmen will.
Bild: Werner Glogger

Plus Gemeinde Ebershausen tritt dem Kommunalunternehmen Verkehrsüberwachung bei. Wo der Gemeinderat Brennpunkte in Sachen Verkehr sieht.

War schon die Vorstellung mit Beratung des Haushaltsplanes für das Jahr 2020 in der ersten Gemeinderatssitzung zum Auftakt der neuen Legislaturperiode, zumindest für die Ratsneulinge eine Herausforderung, so erhielten sie bei einem weiteren Tagesordnungspunkt einen Vorgeschmack, wie schwierig es sein kann, vernünftige Lösungen zu finden und diese in Beschlüsse umzusetzen. Es ging im konkreten Fall um die Absicht, dem „Kommunalunternehmen Verkehrsüberwachung Schwaben-Mitte“ beizutreten.

Bürgermeister Harald Lenz begründete seinen Vorschlag mit der Verkehrssituation im Ortsbereich von Ebershausen. Der Beitritt zu diesem Unternehmen und die damit verbundenen Maßnahmen seien „ein kleiner Schritt“, die zu hohe Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs in verschiedenen Bereichen zu bremsen, und damit die Sicherheit für Fußgänger, Radfahrer und vor allem der Kinder zu erhöhen. Als „Brennpunkte“ bezeichnete Lenz die durch den Ort führende Bundesstraße 300 im Gesamten, vornehmlich deren westliche Ortseinfahrt und weitere Straßenzüge, die sich zu „Rennstrecken“ entwickelt hätten. Leider finden auch die 30er-Zonen in den Baugebieten wenig Beachtung.

Gemeinde entscheidet, wo geblitzt wird

Das Unternehmen sei ein kompetenter Ansprechpartner, ist nicht gewinnorientiert und liefere verlässliche Daten anhand von monatlichen Statistiken. Wo und wann letztlich „geblitzt“ wird, entscheide die Gemeinde, ohne dabei finanzielle Vorteile zu erreichen. Man müsse aber die Relation „Kosten/Einnahmen“ im Auge behalten.

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Mehrere Räte sahen das auch so, befürchten aber, dass die Messungen ein „Draufzahlgeschäft“ für die Gemeinde werden könnten. Immerhin werden für die „Überwachung fließender Verkehr“ 190 Euro pro Stunde plus Anfahrtskosten fällig. Es gäbe doch noch andere Möglichkeiten, wie den Einbau von Hindernissen (Querungshilfen), Zebrastreifen oder Fußgängerampel, um den Verkehrsfluss zu verlangsamen und mehr Sicherheit zu erhalten, so der Einwand eines Rates. Ohne fundierte Zahlen seien solche Maßnahmen nur schwer zu realisieren, entgegnete der Rathauschef.

Was kostet Ebershausen der Beitritt?

Wenig Argumente für die genannten Maßnahmen liefere das bislang eingesetzte mobile, mit Akku betriebene Messgerät, weil es schon öfters ausgefallen ist, monierte ein weiteres Ratsmitglied. Zur Sprache kam dabei eine Umrüstung auf Solarbetrieb, was man jedoch nicht weiter verfolgen wolle. In der lebhaft geführten Diskussion kristallisierte sich dann doch eine breite Mehrheit für einen Beitritt heraus, wenngleich einige Räte diesen Schritt eher skeptisch sahen. Lenz und die Befürworter konnten schließlich die Bedenken ausräumen, es gäbe ja notfalls die Option, wieder auszutreten, ohne finanzielle Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Die eingezahlte Stammkapitaleinlage von 1,50 Euro pro Einwohner, für Ebershausen aufgerundet auf 1000 Euro, und die variable Ausgleichszahlung werden erstattet. „So weit mir bekannt ist, hat noch keine der Mitgliedsgemeinden davon Gebrauch gemacht“, führte Lenz aus. Der Beschlussvorschlag, beizutreten, fand Zustimmung.

Der vergangene Winter hat den Vorrat an Streusalz nicht merklich verringert. Trotzdem wäre im Salzsilo, das die Gemeinde im vergangenen Jahr beschafft hat, noch reichlich Platz vorhanden. Es wird in Erwägung gezogen, den Bestand an Streugut aufzustocken und eine Bestellung zu wesentlich günstigeren Sommerkonditionen aufzugeben.

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