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Krumbach/Roggenburg

28.07.2018

Edelfalter am Ingstetter Weiher

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4 Bilder
Die Zeit, in der der Gelbringfalter fliegt, ist vorüber. Das Bild zeigt Exemplare, die im Roggenburger Wald gefunden wurden und auf deren Flügeln die schwarzen, gelb umrandeten Flecken gut zu erkennen sind.
Bild: Peter Wieser

Warum es beim P-Seminar Gelbringfalter aber auch um andere Schmetterlingsarten ging.

Woher der Gelbringfalter seinen Namen hat, klingt einleuchtend: Seine graubraune Flügeloberseite hat mehrere schwarze, gelb umrandete Flecken – ein schöner Schmetterling, der jedoch streng geschützt und sogar vom Aussterben bedroht ist.

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Mit dem Gelbringfalter haben sich jetzt 15 Schülerinnen und Schüler am Simpert-Kraemer-Gymnasium Krumbach mit Thomas Lichtenberger, Lehrer für Biologie und Chemie, beschäftigt. In der Oberstufe eines Gymnasiums belegt jeder ein Projekt-Seminar zu den verschiedensten Fachgebieten, in dessen Rahmen auch die Studien- und Berufsorientierung stattfindet. Eines dieser war das P-Seminar Gelbfalterschutz.

Jetzt hatten sich die Teilnehmer bei der Hütte am Ingstetter Weiher zu einem Abschlusstermin getroffen. Sozusagen, um zusammen mit Axel Heiß, Behördenleiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Krumbach (AELF), Volker Fiedler, dem Betriebsleiter des Forstbetriebs Weißenhorn, und Revierleiter Maximilian Hillenbrandt, eine Art Resümee zu ziehen.

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Die Teilnehmer des Seminars hatten sich zunächst nicht nur mit dem seltenen Gelbringfalter, sondern auch mit Schmetterlingen allgemein beschäftigt. Eine bei knapp 400 Schülerinnen und Schülern am Simpert-Kraemer-Gymnasium durchgeführte Studie hatte gezeigt, dass von sechs vorgestellten Schmetterlingsarten im Durchschnitt nur knapp zwei erkannt wurden – zumeist handelte es sich bei diesen um den Zitronenfalter oder das Tagpfauenauge. Schmetterlinge sind zwar gerne gesehen, wenn es aber darum geht, die Art zu bestimmen, dann wird es meist schwierig.

Ein weiterer Teil des Projekts, quasi die Folge der „Schmetterlings-Pisa-Studie“, war, Fünftklässlern diese mit der Aufzucht von Raupen näher zu bringen: In einem Glas mit Luftlöchern und der täglichen Zugabe von einem oder zwei frischen Brennnesselblättern sollte sich eine Raupe in einen Falter verwandeln. „Ein unkompliziertes und freiwilliges Auseinandersetzen mit Schmetterlingen“, sagt Stephan Wagner, einer der Seminarteilnehmer. Trotz des manchmal etwas mäßigen Erfolgs habe es viele positive Rückmeldungen gegeben. In der freien Natur dagegen wären die Überlebenschancen einer Raupe durch Parasiten, Fressfeinde oder Witterungseinflüsse wesentlich geringer.

Wieder zurück zum Gelbringfalter. Um den Ingstetter Weiher im Roggenburger Wald findet er hervorragende Lebensbedingungen: Stellen mit lichten Wäldern, mit vereinzelten Sträuchern und vor allem mit Grasbeständen. Zunächst galt es, den Schmetterling anhand seiner Erkennungsmerkmale eindeutig zu identifizieren und nicht mit dem sehr ähnlichen und in größeren Mengen auftretenden Schornsteinfeger zu verwechseln. Nachdem der Gelbringfalter allerdings nur über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen fliegt, war die Zeit knapp. Dennoch: An zwei Tagen im Juni konnten dort immerhin mehr als 30 Exemplaren gesichtet werden. Mithilfe einer App wurden sowohl die GPS-Daten des Standorts, als auch die dort vorhandenen Gräser registriert. Weiter wurden an verschiedenen Stellen Pflegemaßnahmen durchgeführt, um den Lebensraum für die Raupen so zu erhalten, damit der Gelbringfalter auch in Zukunft dort vorkommt. Dazu wurden in einer dreistündigen Aktion mit Säge und Heckenschere und unter Anleitung von Förster Wolfgang Banse vom Walderlebniszentrum Roggenburg verschiedene Grasflächen von überwuchernden Sträuchern befreit. Im September soll eine weitere solche Maßnahme stattfinden.

„Nicht immer nur über Artengefährdung hören, sondern selbst etwas unternehmen“, nennt Peter Schropp einen der Gründe, warum er sich für das P-Seminar Gelbringfalterschutz entschieden habe. Der reizvoll liegende Ingstetter Weiher sei dafür zweifelsohne eine interessante Gegend, fügen Julia Morasch und Lea Ziegler hinzu.

Seit fünf Jahren werde dort zusammen mit der Regierung von Schwaben in einem Naturprojekt der seltene Falter untersucht, erklärt Volker Fiedler. Der Gelbringfalter stelle ein brandaktuelles Thema dar, nachdem dieser im Roggenburger Forst vermehrt auftrete. Die Ergebnisse und die Daten des P-Seminars würden somit nicht in der Schublade verschwinden, sondern nun in das Projekt mit einfließen.

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