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Deisenhausen

23.07.2020

Eigene Kita für Wiesenbach: Was das für die Nachbarn bedeutet

So in etwa war das Projekt Grundschule/neuer Kindergarten mit Kinderkrippe in Deisenhausen angedacht. Nun muss umgeplant werden, weil die Gemeinde Wiesenbach aus dem Projekt aussteigt.

Plus Droht den Kita-Plänen in Deisenhausen nach dem Ausstieg der Wiesenbacher das Aus? Bürgermeister Langbauer erklärt, wie es mit dem Projekt weitergeht.

Nicht wenige sprachen nach der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Wiesenbach von einem "Paukenschlag". Der Rat beschloss, dass sich Wiesenbach nicht wie 2019 geplant am Neubau einer Kindertagesstätte in Deisenhausen beteiligt. Was bedeutet dies für die Kommunen Deisenhausen, Breitenthal und Ebershausen?

Was kostet die Umplanung und wer zahlt das? Deisenhausens Bürgermeister Bernd Langbauer skizzierte jetzt, welche Folgen der Wiesenbacher Beschluss für seine Gemeinde hat.

Mehr als zwei Jahre lang rang der Gemeinderat Deisenhausen um die Konzeption und die Finanzierung eines neuen Kindergartens mit Kinderkrippe an der Grundschule Deisenhausen. Einige Male musste der beauftragte Architekt Thomas Miller umplanen, weil nach und nach die Gemeinden Wiesenbach, Ebershausen und Breitenthal Interesse an Kindergarten- und Krippenplätzen anmeldeten. Als alles in trockenen Tüchern zu sein schien, kamen im Frühjahr dieses Jahres die Kommunalwahlen mit neuen Bürgermeistern in Deisenhausen (Bernd Langbauer ist Nachfolger von Norbert Weiß) und Wiesenbach (Gilbert Edelmann folgte Ilse Thanopoulos nach), neuen Gemeinderäten, Ideen und Mehrheiten. So beschloss der Gemeinderat Wiesenbach in der letzten Woche, sich von Deisenhausen „abzunabeln“ und einen eigenen Kindergarten auf die Füße zu stellen.

Was der Gesetzgeber den Kommunen vorgibt

Die Kinder der Gemeinde Deisenhausen und Wiesenbach besuchen derzeit den kirchlichen Kindergarten im Ortsteil Unterbleichen. Da dort keine Krippenplätze angeboten werden, der Gesetzgeber jedoch die Gemeinden zur Vorhaltung von solchen verpflichtet, schlug der damalige Bürgermeister Norbert Weiß vor, eine Kinderkrippengruppe zu realisieren.

Die Zukunft gehe dahin, war seine Begründung, dass immer mehr arbeitende Eltern ihre Kinder in die Obhut einer Kinderkrippe geben. Da nach einer Machbarkeitsstudie die Kosten für einen Neubau nur unwesentlich teurer waren als ein Anbau, gab die Regierung von Schwaben einem Neubau den Vorrang.

Anfangs ging man von Kosten von etwas mehr als zwei Millionen Euro für zwei Kindergartengruppen und einer Kinderkrippengruppe aus. Inzwischen steht die Kostenschätzung für drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen aufgrund des Mehrbedarfs an Plätzen durch die Kooperation mit den Gemeinden Wiesenbach, Ebershausen und Breitenthal bei etwas über fünf Millionen Euro.

Wiesenbach hätte zur Kita rund 950.000 Euro zahlen sollen

Nach Abzug von 50 Prozent Fördermitteln hätte es die Gemeinde Deisenhausen mit 1,4 Millionen Euro, Wiesenbach mit circa 950.000 Euro, Ebershausen mit 156.050 Euro und Breitenthal mit 218.470 Euro getroffen. Letztere beiden beteiligen sich lediglich an der Schaffung von Kinderkrippenplätzen.

Welche Auswirkungen hat die jüngste Entwicklung und der Beschluss in Wiesenbach? Für Deisenhausen sei es momentan schon eine schwierige Lage, sagt Bürgermeister Bernd Langbauer gegenüber den Mittelschwäbischen Nachrichten. Er gesteht der Gemeinde Wiesenbach zu, dass der neue Gemeinderat von Anfang an mit offenen Karten gespielt habe. Er sei im Vorfeld von deren Bürgermeister Gilbert Edelmann unterrichtet worden, dass man sich mit dem Gedanken beschäftige, einen eigenen Kindergarten zu bauen.

Langbauer habe daraufhin den Bürgermeister und die Gemeinderäte von Wiesenbach in einem Brief vor allem auf die finanziellen Nachteile eines eigenen Kindergartens hingewiesen. Aber ganz offensichtlich sei dort der soziale Gedanke wichtiger als der finanzielle gewesen, meint Langbauer. Er selbst war auch zu der entscheidenden Sitzung in Wiesenbach eingeladen und habe diese auch besucht.

Bleiben Breitenthal und Ebershausen bei ihren Zusagen?

Insgesamt sei es für die Gemeinde Deisenhausen eine bedauerliche Entscheidung, gesteht Langbauer, wünscht aber der Gemeinde Wiesenbach das Beste für den neuen Weg.

Er hofft nun, dass Breitenthal und Ebershausen (auch dort ist mit Harald Lenz, Nachfolger von Herbert Kubicek, ein neuer Bürgermeister im Amt) bei den getroffenen Zusagen bleiben. Ihm ist jedoch bewusst, dass das Thema Kindergarten und Kinderkrippe auch in den dortigen Gemeindegremien noch einmal auf den Tisch kommt. Es wird nun eine neue Hochrechnung bezüglich des Bedarfs an Plätzen angestellt. Langbauer geht davon aus, dass es auf zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen hinausläuft.

Erweiterung um eine dritte Gruppe möglich

Auch stellt er sich einen Bau vor, der jederzeit um eine dritte Gruppe erweitert werden kann. Sobald die neue Hochrechnung bezüglich der Kinder da ist, wird sich Architekt Miller an die Umplanung machen und diese dann dem neuen Gemeinderat vorstellen. Der Gemeinde Wiesenbach sei bewusst, ergänzt Langbauer, dass diese als Verursacher der neuen Situation die Umplanungskosten zu tragen habe.

Insgesamt rechnet Bürgermeister Langbauer zwar nur mit einer Verzögerung des Neubaus von einem halben Jahr, was aber angesichts der Tatsache, dass der Kindergarten in Unterbleichen am Beginn des neuen Kindergartenjahres so voll ist, dass nicht alle Kinder aufgenommen werden können und an Kindergärten in der Nachbarschaft verwiesen werden müssen, schon von Bedeutung ist.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:

Wiesenbach will eigenen Kindergarten bauen

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