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Theaterverein Krumbach

25.07.2011

Ein Prinz in Jeans und auf dem Fahrrad

Die böse Fee Morgana (Martina Schätzthauer) verflucht mit einem Zauber die neugeborene Prinzessin Anna (Dornröschen).
Bild: Foto: Elisabeth Schmid

Aufführung im Krumbad Stadel: das Märchen „Dornröschen“

Krumbad Restlos begeistert hat der Theaterverein Krumbach am Wochenende das große Publikum im Krumbad Stadel mit dem Märchen „Dornröschen“. Für Laienspielgruppen umgeschrieben hat das Märchen der Gebrüder Grimm Ingo Saxx. Er stellt darin die Monarchie infrage. Die Königin Helena (Inge Merk) wünscht sich so sehr ein Kind, kann aber keines bekommen. Woran liegt es: Der Leibarzt des Königs, Dr. Schnallnix, (Olaf Krasnitzky) denkt, es liege an den Seerosen, der Hofmarschall von Blitzwitz (Walter Paul) meint, es läge am Storch. Und die Zofe Melissa (Gabi Fetschele) meint, vielleicht nutze das Kuscheln mit ihrem Mann in einem Bett. „Ich weiß auch nicht, aber jedesmal im Herbst kommt ein Kindle.“ Die Königin ist entsetzt, „in einem Bett mit dem König? Na ja, einen Versuch ist es wert.“ Auch die Feen werden um Hilfe gebeten. Aber die böse Fee Morgana (Martina Schätzthauer) ist dagegen. „Die Monarchie braucht keinen Nachwuchs, das Volk würde noch mehr verdummt werden“, kritisiert sie.

Aber die Königin wird tatsächlich schwanger. Der ganze Hof und das ganze Volk sind in Aufruhr. Hofmarschall von Blitzwitz hat alle Hände voll zu tun. Die Vorbereitungen für die Geburt müssen geplant werden. Walter Paul, als von Blitzwitz geht förmlich in seiner Rolle als Hofmarschall auf. Mit seinen höfischen Bewegungen, tänzelnd, mit hochachtungsvollen Gebärden dem König gegenüber, immer hat er gute Ratschläge für die Hoheiten. Er spielt nicht den Hofmarschall, er ist der Hofmarschall. Auch der Koch Anton (Franz Kopp) möchte gehört werden. Sein fünfgängiges Festmenue besteht nur aus Sauerkraut. Darauf schwört er. Das Küchenmädchen Sonja aus Portugal (Franziska Kopp) hat wenig Chancen, ihre heimische Küche einzubringen. Einige Bewohner des Dominikus Ringeisen-Werks Ursberg spielten das Hauspersonal. Alle Darsteller überzeugten mit hintersinnigem Humor. – Ein Vergnügen für die Besucher. Mehrmaliger Szenenapplaus honorierte das Spiel.

Als dann die Prinzessin Anna geboren wurde, ist Fee Morgana außer sich vor Wut. Sie belegt die Prinzessin und das ganze Schloss mit einem Fluch. Die gute Fee Baldriana kann das Schlimmste noch abwehren und wandelt den Fluch in 100-jährigen Schlaf. Nach 100 Jahren sollte Anna dann von einem Prinzen wach geküsst werden. „Nach so langer Zeit ist die Monarchie ganz ausgestorben“, giftet Morgana. Die Zeit vergeht und Prinz Klaus-Eberhard (Fabian Vogt) tut sein Werk – mit Jeans, Karohemd, frechen Sprüchen – und hoch zu Fahrrad. Er küsst Dornröschen ins neue Jahrhundert und will das Schloss mit ihr als Hotel führen.

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Die Mitglieder des Theatervereins haben als große Familie mit Aufführung, Maske, Technik und Bühnenbild in eigener Regie unter Leitung von Gisela Reichhard einen unvergesslichen Abend geschenkt. Besonders hervorzuheben sind Erwin Streichers Kulissen, die er mit Liebe zum Detail in aufwendiger Arbeit fertigt. (liss)

WeitereAufführungen: Freitag, 29. und Samstag, 30. Juli, jeweils um 19.30 Uhr.

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