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Münsterhausen

31.01.2021

Ein Pyro-Meister: Kevin Sonnleitner aus Münsterhausen brennt für Feuerwerk

Der begeisterte Pyro-Fan Kevin Sonnleitner scheut weder die hohen Kosten noch die intensive Arbeit, mit denen seine Leidenschaft und sein Hobby, das Feuerwerk, verbunden sind.
Foto: Sammlung Sonnleitner

Plus Der Pyro-Fan erfreute an diesem so ruhigen Silvester die Menschen im Mindeltal mit einer spektakulären Show. Wie der Münsterhauser zu seinem Hobby kam und was man alles tun muss, um ein Profi zu werden.

Von Beruf ist Kevin Sonnleitner Lackierer, er arbeitet im Betrieb seiner Familie. Jetzt, mit 29 Jahren steht er kurz davor, sein eigenes Kleingewerbe in einen selbstständigen Handwerksbetrieb umzuwandeln. Doch nicht allein das ist ungewöhnlich an Kevin Sonnleitner. Der junge Familienvater pflegt überdies ein Hobby, das vielleicht einmal ein weiteres berufliches Standbein werden soll. Kevin Sonnleitner ist begeisterter Feuerwerker.

Bewohner des mittleren Mindeltals konnten am Silvesterabend zwei Mal, um 18 Uhr und um Mitternacht in den Genuss einer großartigen Feuerwerksschau kommen, die Sonnleitner aus seiner eigenen Tasche bezahlt und auf seinem Grundstück am Ortsrand von Münsterhausen in Szene gesetzt hat. „Das waren schon so rund 3000 Euro, die ich da in die Luft gejagt habe,“ verrät er und hat gleich eine Rechtfertigung parat: „Es ist mein einziges Hobby. Schon seit ich 15 war, bin ich vom Feuerwerk fasziniert. Es hat mich in seinen Bann geschlagen und lässt mich nicht mehr los.“

Seine Frau steht voll hinter dem Feuerwerker aus Münsterhausen

Seine Frau, versichert er, stehe voll und ganz hinter ihm, gemeinsam haben sie schon berühmte Feuerwerksinszenierungen, etwa in Dresden, besucht. Um eine Schau wie das Silvesterfeuerwerk zu realisieren, braucht es zunächst einmal die Erlaubnis, Feuerwerkskörper in der verwendeten Größe zu besitzen und abzufeuern. „Dafür habe ich einen F3-Schein in Pyrotechnik gemacht. Es hat mich viel Recherche im Internet gekostet, bis ich alle Vorgaben und Bedingungen gekannt habe, an die eine Erlaubnis geknüpft ist.“ Der F3-Schein, erklärt er auch, sei eher eine formale Sache, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis und eine ärztlich attestierte körperliche und geistige Eignung reichen aus, um den Schein bei der Regierung von Schwaben zu erhalten.

Erst mit ihm darf man Raketen mit größerem Kaliber und Feuerwerksbatterien mit höherer Netto-Explosivmasse kaufen. „Eine Bestellung ist erst möglich, wenn der Schein vorgelegt wurde.“ Wenn die hoch explosiven Pakete zu ihm kommen, muss er sie in einem dafür geeigneten Raum, einem für Sprengstoff geeigneten Bunker, wegschließen. „Es war gar nicht so einfach, einen solchen Bunker anzumieten. Es gibt nicht so viele davon. Das Lager soll ja in der Nähe sein.“ Wo er fündig wurde, will der ansonsten auskunftsfreudige Pyro-Fan nicht verraten, aus Sicherheitsgründen.

Als zu Silvester der Verkauf von Feuerwerk verboten war, erfreute Kevin Sonnleitner die Münsterhauser mit einer Pyro-Show aus seinen eigenen Beständen.
Foto: Sammlung Sonnleitner

Um sein Feuerwerk so spektakulär wie möglich zu präsentieren, macht sich Kevin Sonnleitner einen genauen Ablaufplan. „Die Farben spielen für mich die größte Rolle in der Schau. Mir gefällt es weniger, wenn die Farben hart kontrastieren, beispielsweise rote und grüne Raketen hintereinander in den Himmel schießen. Ich versuche, möglichst elegante Farbverläufe zu gestalten.“ Hier kommt seine berufliche Qualifikation zum Tragen. „Als Lackierer habe ich ja immer mit Farben und ihrer Wirkung zu tun.“ An der Pyrotechnik fasziniert ihn das Zusammenspiel von Farben und Formen. Die Bilder, die in den dunklen Himmel gezeichnet werden, das Entstehen und Vergehen, die Explosion, aus der ein faszinierendes, kurzlebiges Kunstwerk entsteht. Dafür ist er bereit, sehr viel Zeit und ebenso viel Geld zu investieren.

An dem 15-minütigen Silvesterfeuerwerk hat er zwei Tage gearbeitet. Nachdem die Entscheidung für die verschiedenen Batterien gefallen ist, kommt der zeitliche Ablaufplan, den Kevin Sonnleitner dann über den elektronischen Zünder realisiert. Jede Batterie hängt an einem Kabel, über das sie mit dem Zündboxempfänger verbunden wird. Mit seinem Sender kann Sonnleitner dann zu gegebener Zeit die einzelnen Feuerwerkskörper hochgehen lassen.

1200 Euro kostet der Schein für professionelles Feuerwerk

Diese mittlere Feuerwerksgröße ist dem jungen Mann aber noch nicht genug. Er strebe den F4-Schein an, für die Durchführung professioneller Feuerwerke, verrät er im Gespräch. Der macht dann richtig Arbeit. Schließlich muss man, um zum Kurs zugelassen zu werden, 20 sogenannte Helferscheine vorlegen. „Das sind Bescheinigungen, dass man bei einem professionellen Pyrotechniker an der Durchführung eines Feuerwerkes mitgearbeitet hat. Mit diesen Scheinen kann ich mich dann zum einwöchigen Kurs in Dresden anmelden.“

Der Kurs kostet jeden Teilnehmer 1200 Euro, Anfahrt und Übernachtungskosten kommen noch obendrauf. Aber das ist für Kevin Sonnleitner kein Hinderungsgrund. Er liebt sein Hobby und er lebt dafür. Und wer weiß, vielleicht schafft er es „irgendwann einmal“, seine geliebte Freizeitbeschäftigung zum zweiten beruflichen Standbein auszubauen.

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