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Ebershausen

27.04.2018

Ein Virtuose zog alle Register

Ein Jahr nach der Generalsanierung und Einweihung der Orgel in der Ebershauser Pfarrkirche St. Martin gestaltete Organist Hans-Christian Hauser gemeinsam mit Violinist Christian Zahlten ein Konzert der Extraklasse.
Bild: Claudia Bader

Ein beeindruckendes Konzert mit Hans-Christian Hauser und Christian Zahlten

Was kann einer Orgel besseres passieren, als dass ein Virtuose seines Fachs all ihre Schönheiten und Möglichkeiten zum Klingen bringt? Ein Jahr nach der Generalsanierung und Einweihung des 100 Jahre alten königlichen Instruments in der Pfarrkirche St. Martin zog Hans-Christian Hauser, Organist mit dem Kirchenmusik-A-Examen der Musikhochschule München, bei einem Konzert sämtliche Register. Bereichert wurde das hochkarätige Klangerlebnis von Christian Zahlten, der als Meister auf der Violine glänzte.

Pfarrer Josef Baur und Kirchenpfleger Erwin Joas freuten sich, dass sich trotz traumhaften Frühlingswetters zahlreiche Zuhörer im Gotteshaus eingefunden hatten. Sie kamen in den Genuss, eine ungewöhnliche Besetzung Violine und Orgel zu hören, für die es nicht viel Originalliteratur gibt. Die beiden Musiker hatten ein Programm der Extraklasse zusammengestellt, das von den majestätischen Orgelklängen von Johann Sebastian Bachs „Präludium und Fuge C-Dur“ festlich-strahlend eröffnet wurde. In vier Sätzen der Violinsonate F-Dur von Georg Friedrich Händel imponierte das sensible, vertraute Zusammenspiel der beiden Musiker, der reizvolle und harmonische Zusammenklang von Violine und Orgel, die gleichsam in ein Zwiegespräch traten.

Dazwischen brachte Hans-Christian Hauser in „Récit“ und „Basse de Cromorne“ von Louis Marchand die Orgel in anderen Farben als aus den regelmäßigen Gottesdiensten gewohnt zum Klingen. Mit „Flutes“ von Jean-Francois Dandrieu und „Concert de Flutes“ von Francois d’Agincour forderte er die Flöten-Register. Aber auch in einem „Dialogue“ von Francois Couperin sowie „Basse de Trompette“ von Nicolas Le Bègue verstand es der Organist, die Register nuancenreich einzusetzen. Der russische Pianist Sergej Rachmaninow hat seine „Vocalise“ eigentlich für Gesangsstimme und Klavier komponiert. Hans-Christian Hauser und Christian Zahlten gelang es scheinbar mühelos, die Komposition auch in der Besetzung Orgel und Violine zum tief gehenden Erlebnis zu machen.

Ein Virtuose zog alle Register

In warmen Farben, innig, schwebend leicht und sanglich erhob sich die Violinstimme über den weichen Orgelteppich. In Johann Sebastian Bachs Trio über „Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter“ entlockte Hauser der Königin der Instrumente mit scheinbar mehr als zehn Fingern und zwei Füßen eine unglaubliche Vielfalt an Tönen. Für Johann Sebastian Bachs „Sarabanda aus der partita II d-Moll“ für Violine solo kam Christian Zahlten von der Empore herab in den Altarraum. So konnten die Besucher noch direkter sein bogentechnisch souveränes und gestalterisch ausgereiftes Spiel verfolgen. In einer Improvisation über „Christ ist erstanden“ ließ der Organist die Melodie zunächst ganz zart und sacht entstehen, um anschließend zu demonstrieren, wie viel Modulations- und Interpretationsvielfalt darin steckt.

Farbenreich und nuanciert in den Registrierungen, stimmungsvoll und mit atmosphärischem Zauber, aber auch klar und durchsichtig ließen die Musiker vier Sätze von Johann Sebastian Bachs „Sonate Nr. 3 D-Dur“ durch den Kirchenraum klingen.

Passend zum bevorstehenden Pfingstfest beendete die Orgel mit einer mächtig tönenden Fantasia über „Komm, heiliger Geist, Herre Gott“ das Konzert, das den lange applaudierenden Zuhörern nicht nur ein musikalisches, sondern auch ein geistliches Erlebnis beschert hat.

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